Auf der Intel Connection 2026 haben mehrere chinesische Hardware-Hersteller neue Konzepte für kompakte Workstations vorgestellt, die trotz leistungsstarker Grafikkarten mit deutlich reduziertem Bauraum auskommen sollen. Im Zentrum stehen dabei Lösungen, die per MCIO-Kabeladapter Grafikkarten und Mainboard räumlich trennen und so effizienter anordnen.
Maxsun setzt auf Rücken-an-Rücken-Montage
Maxsun (铭瑄) präsentierte auf der Messe ein Mini-Workstation-Konzept, das auf einem Z890-Mini-ITX-Mainboard basiert. Über MCIO-Kabeladapter werden eine leistungsstarke, lange Grafikkarte und das Mainboard Rücken an Rücken montiert, um die Raumausnutzung im Gehäuse zu verbessern, wie ithome.com berichtete.
Als Gehäuse kommt das Cooler Master i100 Air zum Einsatz, gekühlt wird mit einem Hyper 510 Top-Blow-Luftkühler; die Stromversorgung übernimmt ein Gold V850 SFX Netzteil.
Laut einem Bericht von veryol.com basiert das System auf dem Z890-Chipsatz und der Intel-LGA1851-Plattform, unterstützt Intel Core Ultra 200 Prozessoren und bietet PCIe-5.0-Lanes. Zu Einzelpreisen oder einem Bundle-Paketpreis für die MCIO-Mini-Workstation hat Maxsun bislang keine Angaben gemacht.
Neben dem MCIO-Konzept zeigte Maxsun weitere Mini-PC-Neuheiten: den auf „Wildcat Lake“ basierenden MU01 304 sowie den auf „Panther Lake“ basierenden MS-MK 01 358H. In Zusammenarbeit mit 畅网微控 stellte das Unternehmen zudem ein Pocket-AI-NAS sowie ein sogenanntes One-Person-Company-AI-NAS vor. Konkrete Konfigurationen und Preise für die beiden Mini-PCs wurden ebenfalls noch nicht offiziell bekannt gegeben.
Emdoor zeigt Dual-GPU-Flüssigkeitskühlung im 20-Liter-Gehäuse
Ebenfalls auf der Intel Connection 2026 feierte Emdoor (亿道) die Premiere der JX200, einer Dual-GPU-Flüssigkeitskühlungs-KI-Workstation mit 20,4 Liter Gehäusevolumen. Das System nimmt zwei Intel Arc Pro B70 Profi-Grafikkarten mit je 32 GB VRAM auf, wie ithome.com berichtete.
Basis der JX200 ist das IRX-HM770-MoDT-Mainboard mit einer Intel Core-HX-Variante der 14. Generation, kombiniert mit einem 240-mm-AIO-Flüssigkeitskühler. Das System unterstützt eine maximale Leistungsentfaltung von 168 Watt.
Kompakte KI-Workstations mit zwei Profi-Grafikkarten sind kein Rack-Thema mehr: Auf der Intel Connection 2026 zeigten mehrere Hersteller Konzepte, die Mainboard und GPU per MCIO-Kabeladapter räumlich trennen und so in 20-Liter-Gehäuse passen. Unser kostenloser Leitfaden zeigt in 3 Schritten, wie Sie Gehäuse, Kühlung und GPU-Anbindung für lokale KI-Modelle selbst planen. Bau-Leitfaden für kompakte KI-Workstations jetzt anfordern
Das Mainboard bietet zwei DDR4-SO-DIMM-Speichersteckplätze, zwei PCIe-Gen5-MCIO-Schnittstellen sowie drei M.2-PCIe-SSD-Steckplätze. Für die Anbindung stehen Thunderbolt 4, HDMI, DisplayPort und ein RJ-45-Anschluss zur Verfügung.
Neben der JX200 zeigte Emdoor mehrere weitere Geräte: den Mini-PC FP09 der 3. Generation Core Ultra „Wildcat Lake“ mit 0,9 Liter Vollkunststoffgehäuse, 35 Watt Leistungsaufnahme, Wi-Fi 7 und zwei 2,5-GbE-Netzwerkports in VESA-kompatibler Bauform. Hinzu kamen die „Panther Lake“-Mini-PCs FX09 mit 0,9 Liter Vollaluminiumgehäuse, 55 Watt Spitzenleistung und Thunderbolt 4 sowie FP14 mit 1,4 Liter Vollaluminiumgehäuse, 80 Watt Leistung und einem Geräuschpegel von 37 dB(A) im Alltagsmodus.
Abgerundet wurde die Präsentation durch zwei unter ein Kilogramm leichte „Panther Lake“-Notebook-Konzepte, LG14 aus Magnesiumlegierung und CF14 aus Kohlefaser, beide mit Unterstützung für 45 Watt Leistungsentfaltung.
Weitere Anbieter mit ähnlichen Konzepten
Auch andere Hersteller demonstrierten kompakte High-Performance-Systeme auf der Messe. GUNNIR (蓝戟) zeigte erstmals offline einen Dual-GPU-Flüssigkeitskühlungs-Workstation sowie eine Mini-Workstation auf Basis der Arc Pro B70 Grafikkarte, wie airebao.com berichtete.
Beide Geräte nutzen die Intel Core Ultra 200HX „Arrow Lake HX“-Prozessorplattform und setzen auf Flüssigkeitskühlung beziehungsweise Vapor-Chamber-Kühlung, um auf kompaktem Volumen große VRAM-Kapazitäten und KI-Rechenleistung für lokale Anwendungen bereitzustellen.
GUNNIR stellte zudem MXM-Spezifikations-Diskretgrafikkarten auf Basis von Arc Pro B50/B65 aus; Preise und Marktstart wurden laut qifukexue.com nicht bekannt gegeben.
Zwei Profi-Grafikkarten mit je 32 GB VRAM bedeuten 64 GB Speicher für lokale KI-Modelle — doch ohne passende Kühlung und Lane-Anbindung bleibt die Rechenleistung ungenutzt. Der Leitfaden vergleicht die verfügbaren Profi-GPU-Optionen und zeigt, worauf Sie bei VRAM, PCIe-Gen5-Anbindung und 240-mm-AIO-Kühlung achten müssen. GPU-Vergleich für lokale KI-Workstations jetzt sichern
PELADN (磐镭) präsentierte den noch nicht offiziell veröffentlichten Mini-PC YO4, das erste Gerät der „Y“-Serie auf Intel-Plattform. Der YO4 basiert auf einem Intel Core Ultra X7 Prozessor 358H und verfügt laut ifeng.com über ein geschwungenes Gehäuse mit einem Frontpanel, das einen kombinierten Audioanschluss, einen USB-C- sowie drei USB-A-Anschlüsse, einen SD-Kartenleser, einen integrierten Fingerabdrucksensor und eine intelligente RGB-Beleuchtungsleiste bietet.
Die verschiedenen Präsentationen zeigen einen Trend hin zu kompakteren Gehäuseformaten, die dennoch professionelle Grafikleistung für lokale KI-Workloads ermöglichen sollen. Konkrete Markteinführungstermine und Preise stehen bei den meisten der gezeigten Geräte noch aus.

