Energieversorger GSW: Systeme nach Hackerangriff wieder online

GSW nimmt nach Cyberangriff vom Juni die IT-Systeme wieder in Betrieb. Kunden können mit der Normalisierung der Verwaltung rechnen.

Der Energieversorger GSW hat nach dem Hackerangriff Ende Juni seine Computersysteme schrittweise wieder in Betrieb genommen. Kunden in Kamen, Bönen und Bergkamen können nun mit der schrittweisen Normalisierung der Verwaltungsabläufe rechnen.

Wiederherstellung läuft auf Hochtouren

Seit dem 28. Juni kämpfte das Unternehmen mit den Folgen des Cyberangriffs. Nun sind die Systeme wieder online – wenn auch noch nicht vollständig. Die Einspeisevergütungen sollen noch in dieser Woche ausgezahlt werden, die Abschlagszahlungen für Juli starten planmäßig am 20. Juli. Ab dem 1. August soll der reguläre Abrechnungsbetrieb wieder laufen.

„Wir legen bei der Wiederherstellung größten Wert auf Sorgfalt, nicht auf Schnelligkeit“, betont GSW-Geschäftsführer Alexander Loipfinger. Auch das Kundenportal und die mobile App sollen in Kürze wieder erreichbar sein.

Ein zusätzliches Problem gab es am 16. Juli: Ein Mittelspannungsnetz-Ausfall legte in Bönen rund 200 Haushalte vorübergehend lahm – ein Vorfall, der aber nicht mit dem Hackerangriff zusammenhängt.

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Datenlage noch unklar

Erste forensische Untersuchungen deuten darauf hin, dass aktuelle Kundendaten nicht abgeflossen sind. Anders sieht es bei älteren Datensätzen aus: Hier laufen noch Prüfungen, ob historische Informationen gestohlen wurden.

Die Sicherheitslage im deutschen Energiesektor gibt zunehmend Anlass zur Sorge. Erst Mitte Juni meldete die Enseco GmbH, ein Dienstleister der Hamburger Energienetze, einen Cyberangriff mit möglichem Datenabfluss. Auch ein Münchner Dienstleister, der für Netze BW und Stuttgart Netze arbeitet, wurde Opfer von Hackern. Hier erbeuteten die Angreifer Namen, Adressen und Zählernummern – Bankdaten blieben allerdings verschont.

Branchenkenner sehen einen Zusammenhang mit dem Messstellenbetriebsgesetz von 2025, das den verstärkten Einsatz externer Dienstleister vorschreibt – und damit die Angriffsfläche für Hacker vergrößert.

Welle von Cyberattacken weltweit

Der Angriff auf GSW reiht sich ein in eine Serie von Sicherheitsvorfällen der vergangenen Wochen:

  • Nichirei Logistics: Der japanische Tiefkühlkost-Spezialist entdeckte am 13. Juli einen unbefugten Zugriff. Die Lieferungen an Großkunden wie KFC Japan und die Handelskette Aeon stocken noch immer. Erste Lagerhäuser laufen zwar seit dem 17. Juli wieder, doch die Verzögerungen treffen Restaurants und Supermärkte hart.
  • Delaware County, Pennsylvania: Ein Angriff am 26. Juni zwang die Behörden zu einer kompletten Systemabschaltung. Die meisten Dienste sind seit dem 16. Juli wieder verfügbar, Bibliothek und Grundbuchamt bleiben jedoch beeinträchtigt.
  • DC Housing Authority: Seit dem 28. Juni kämpft die Wohnungsbehörde mit den Folgen eines Einbruchs. Rund 30.000 Familien sind betroffen. Der Kundenservice läuft notdürftig weiter, während Ermittler das Ausmaß des Schadens analysieren.
  • Greene County, Georgia: Am 9. Juli schalteten die Behörden das gesamte Computernetzwerk ab. Die Notdienste blieben einsatzbereit, Hinweise auf Datendiebstahl gibt es bislang nicht.
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Angesichts der Häufung solcher Vorfälle warnen Verbraucherschützer vor Phishing-Versuchen und gefälschten Rechnungen. Kunden von Energieversorgern sollten alle Zahlungsaufforderungen sorgfältig prüfen und im Zweifel direkt beim Unternehmen nachfragen.