Der Softwareentwickler MacPaw hat mit Eney einen proaktiven KI-Assistenten für macOS und iOS vorgestellt. Das System analysiert Anwendungen, Dateien sowie Kalendereinträge auf dem Gerät, unterbreitet eigenständig Handlungsvorschläge und führt Aktionen erst nach einer ausdrücklichen Bestätigung durch den Nutzer aus.
Wie das Unternehmen in Berichten vom 15. Oktober 2026 mitteilte, bündelt das Werkzeug Aufgaben wie das Zusammenfassen und Übersetzen von Inhalten über verschiedene Programme hinweg, ohne dass Anwender zwischen einzelnen Fenstern wechseln müssen.
Lokaler Speicher und transparente Systemarchitektur
Das Herzstück der Software bildet eine Speicherarchitektur namens Mnemos. Diese Komponente nutzt einen Wissensgraphen, läuft direkt lokal auf dem Mac und sichert ausschließlich anwendungseigene Erinnerungen. Auf allgemeine Nutzerdateien greift der Speicher nicht eigenmächtig zu. Für Anwender besteht zudem die Möglichkeit, vorhandene Archive aus ChatGPT in das System einzupflegen.
Technisch greift Eney sowohl auf lokale Rechenmodelle als auch auf Cloud-Ressourcen zurück. Für die Ausführung direkt auf Apple-Hardware kooperierte MacPaw mit dem Anbieter Liquid AI, um spezifisch optimierte Modelle zu integrieren.
Zu den Bedienfunktionen zählt unter anderem das Werkzeug Eney Wand: Nutzer können beliebige Bildschirmtexte markieren und die Funktion über die Tastenkombinationen Option+W oder durch ein zweifaches Drücken der Wahltaste aufrufen.
Integrationen für den Arbeitsalltag
Die Software erfasst den aktuellen Arbeitskontext und bietet situationsbezogene Unterstützung an. Dazu zählen Erinnerungen an anstehende Termine, das Auffinden relevanter Dokumente sowie die Verwaltung von Aufgabenlisten.
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Zudem verfügt das Programm über vorgefertigte Abläufe wie Morning Brief, Plan My Day und Weekly Review, bietet eine Korrekturfunktion namens Eney Spell und übernimmt die Transkription von Besprechungen ohne den Einsatz externer Bots.
Ergänzend sind Wartungsfunktionen für das Betriebssystem integriert. Die Ursprünge des Projekts reichen bis in das Jahr 2019 zurück, als zunächst geplant war, die Wartungssoftware CleanMyMac über natürliche Spracheingaben bedienbar zu machen.
Das System bindet zahlreiche externe Plattformen und Apple-Dienste direkt ein. Unterstützt werden Apple Mail, Apple Calendar und Apple Reminders sowie Gmail, Google Calendar und Google Drive. Im Produktivitäts- und Projektmanagementbereich bestehen Anbindungen an Slack, Notion, Jira und Linear. Sprachlich deckt das System acht Sprachen ab, zu denen neben Englisch und Deutsch auch Ukrainisch gehört.
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Nutzungsverhalten und Abonnementmodelle
Hintergrund der Entwicklung ist eine Untersuchung von MacPaw unter US-amerikanischen Mac-Nutzern aus dem Zeitraum von Juli bis August 2026. Demnach hatten zwar 81 Prozent der Befragten in den vorangegangenen drei Monaten ein KI-Werkzeug verwendet, allerdings gaben lediglich 39 Prozent an, künstliche Intelligenz fest in ihre Arbeitsabläufe eingebettet zu haben.
Für den Einsatz des Assistenten setzt das Unternehmen mindestens macOS 15 voraus. Interessierte können die Anwendung 14 Tage lang mit einem Startguthaben von 10.000 KI-Credits testen.
Im Anschluss staffeln sich die Tarife in drei Stufen: Das Starter-Paket enthält monatlich 10.000 KI-Credits für 14,99 US-Dollar. Für 29,99 US-Dollar pro Monat umfasst die Stufe Boost 20.000 Credits, während das Paket Power für 49,99 US-Dollar monatlich ein Kontingent von 30.000 Credits bereitstellt.

