Entrust und Google Cloud gehen gegen KI-Betrug vor

Die strategische Allianz zwischen Entrust und Google Cloud entwickelt KI-gestützte Identitätsprüfung, um Finanzunternehmen vor fortschrittlichen Angriffen zu schützen.

Der Identitätssicherheitsspezialist Entrust geht eine strategische Partnerschaft mit Google ein, um KI-gestützte Betrugsbekämpfung zu entwickeln. Die Kooperation soll Finanz- und Versicherungsunternehmen helfen, gegen fortschrittliche Angriffe wie Deepfakes gewappnet zu sein.

Die Zusammenarbeit, die im Februar 2026 bestätigt wurde, integriert die Identitätsverifizierungsplattform von Entrust mit der Google Cloud-Infrastruktur und den fortschrittlichen Gemini-KI-Modellen. Ziel ist es, Lösungen der nächsten Generation für die Identitätsprüfung und Betrugsüberwachung zu liefern. Sie zielen direkt auf die wachsende Bedrohung durch Injection-Attacken und synthetische Medien ab, die Online-Onboarding-Prozesse untergraben.

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Diese Allianz markiert einen kritischen Wendepunkt in der Branche. Während böswillige Akteure zunehmend generative KI für Betrug nutzen, wird die Integration leistungsfähiger KI-Modelle zur Abwehr unverzichtbar. Die traditionelle Überprüfung von Dokumenten reicht nicht mehr aus. Das neue Paradigma sind dynamische, intelligente Systeme, die echte Nutzer von hochwertigen Fälschungen unterscheiden können.

Globale Regulierung treibt Digital-IDs voran

Der Druck für robuste Identitätslösungen kommt nicht nur von Unternehmen, sondern zunehmend von Gesetzgebern weltweit. In Europa wird die eIDAS 2.0-Verordnung das digitale Identitätsmanagement revolutionieren. Bis November 2026 müssen die Mitgliedstaaten zertifizierte Europäische Digitale Identitäts-Wallets (EUDI) einführen.

Dieser Rahmen standardisiert die digitale Identifikation in der gesamten EU und ersetzt einen Flickenteppich nationaler Systeme. Große regulierte Unternehmen müssen die EUDI-Wallet spätestens Ende 2027 zur Authentifizierung akzeptieren. Ein großer Schritt für die grenzüberschreitende Interoperabilität.

Andere Nationen ziehen nach. Das britische Innenministerium warnte Reisende vor einer Frist am 25. Februar 2026. Danach muss der digitale Einwanderungsstatus elektronisch gegen den Reisepass geprüft werden – sonst droht die Verweigerung der Bordkarte. Sri Lanka plant den Start eines biometrischen Digital-ID-Programms im dritten Quartal 2026. Diese staatlichen Initiativen schaffen die Infrastruktur, für die die Technologien von Entrust und Google gebraucht werden.

KI ist Schwert und Schild im Identitätskampf

Die rasante Entwicklung generativer KI stellt den Cybersicherheitssektor vor eine doppelte Herausforderung. Einerseits stattet sie Betrüger mit Werkzeugen für überzeugende Deepfakes, synthetische Stimmen und gefälschte Dokumente aus. Andererseits ist KI nun die wichtigste Waffe gegen genau diese Bedrohungen.

Moderne Verifizierungsplattformen setzen zunehmend auf KI-Modelle für komplexe Echtzeitanalysen. Diese Systeme lernen, subtile Anzeichen digitaler Fälschungen zu erkennen – etwa Anomalien in Beleuchtung, Textur oder Nutzerverhalten. Der Fokus verschiebt sich hin zur „Liveness“-Erkennung. Dabei wird durch Mehrbild-Gesichtsanalyse sichergestellt, dass eine lebende Person und keine digitale Imitation vor der Kamera sitzt.

Diese KI-gestützte, risikobasierte Verifikation ermöglicht eine dynamische Antwort. Strengere Prüfungen werden nur bei Risikosignalen angewendet. So bleibt die Sicherheit hoch, ohne die Nutzererfahrung übermäßig zu belasten.

Digitale Wallets geben Nutzern die Kontrolle zurück

Ein fundamentaler Wandel bahnt sich an: weg von zentralen Identitätsdatenbanken, hin zu nutzerkontrollierten digitalen Wallets. Dieses Modell, Kernbestandteil von eIDAS 2.0, befähigt den Einzelnen. Verifizierte Credentials wie Führerschein, Pass oder Hochschulabschluss können auf dem persönlichen Gerät gespeichert werden.

Der Nutzer behält die Kontrolle und teilt nur die für eine Transaktion nötigen Daten. Große Technologiekonzerne beschleunigen diesen Trend. Apple und Google Wallets unterstützen bereits in immer mehr Regionen staatlich ausgegebene mobile Ausweise. Bis 2026 werden Verbraucher digitale IDs voraussichtlich regelmäßig nutzen – vom Altersnachweis bis zum Zugang zu Dienstleistungen.

Kontinuierliche Verifikation wird zum neuen Standard

Das Zusammentreffen hochentwickelter KI-Bedrohungen und umfassender regulatorischer Änderungen erzwingt ein komplettes Umdenken. Die traditionelle Einmalprüfung bei der Kontoeröffnung reicht in einer Welt synthetischer Identitäten nicht mehr aus. Das führt zum Prinzip der kontinuierlichen Verifikation. Dabei wird Vertrauen während der gesamten Nutzerbeziehung immer wieder aufs Neue etabliert.

Experten betonen, dass Identität zum fundamentalen Dreh- und Angelpunkt der Sicherheit wird. Besonders, da die Zahl nicht-menschlicher Identitäten – wie IoT-Geräte, APIs und KI-Agenten – in Unternehmensnetzwerken explodiert. Die Verwaltung dieser Maschinenidentitäten ist eine neue, komplexe Herausforderung.

Die Partnerschaft zwischen Entrust und Google Cloud zeigt die Marktrichtung: Cloud Computing und fortschrittliche KI werden genutzt, um skalierbare, intelligente Sicherheit zu bieten. Sie soll das gesamte Spektrum menschlicher und nicht-menschlicher Identitäten in Echtzeit abdecken.

Biometrie auf dem Gerät und globale Standards

Die Zukunft der digitalen Identität wird sich weiter schnell entwickeln. Ein Schlüsseltrend ist die breite Einführung von On-Device-Biometrie. Wenn Liveness-Checks direkt auf dem Gerät des Nutzers durchgeführt werden, minimiert das die Übertragung sensibler Daten. Das erhöht Privatsphäre und Sicherheit gegen Injection-Angriffe.

Die volle Umsetzung von Rahmenwerken wie eIDAS 2.0 wird die globale Interoperabilität stärken. Geschäfte und Reisen über Grenzen hinweg werden sicherer und einfacher. Die Branche bewegt sich in eine Zukunft, in der Identität kein statischer Credential mehr ist. Sie wird zu einem sicheren, dynamischen und kontinuierlichen Prozess – das Fundament für Vertrauen in der globalen digitalen Wirtschaft.