Epic Games hat eine von Grund auf neu entwickelte Vorschauversion seines Launchers für Windows, macOS und Linux zur Verfügung gestellt. Die überarbeitete Software zielt darauf ab, die Leistung des Clients sowie die Ressourceneffizienz auf Desktop-Systemen spürbar zu steigern. Während die bisherige Fassung des Programms vorerst parallel bestehen bleibt, steht die Neufassung bereits über die Website des Unternehmens zum Herunterladen bereit.
Schlanker Aufbau und Unterstützung durch Künstliche Intelligenz
Der Launcher wurde komplett neu geschrieben. Nach Angaben des Unternehmens konnte die Startzeit halbiert werden. Ein externer Anbieter verifizierte zudem, dass der Kaltstart bis zur Anzeige der Store-Seite um 46 Prozent schneller erfolgt als bei Valves Plattform Steam; eigene Tests von Epic Games hierzu stehen noch aus.
Epic Games räumte zugleich ein, dass die erste Vorschauversion noch funktionsarm ausfällt und eher einem wendigen Schnellboot als einer voll ausgestatteten Yacht gleiche.
Etablierte Funktionen der Konkurrenz wie Community-Foren, Workshop-Modifikationen, integrierte Spielaufnahmen oder weitreichende Controller-Anpassungen fehlen vorerst. Dafür bindet die neue Bibliotheksansicht Verknüpfungen zu Steam-Titeln ein.
Laut Martin Keely, Vice President und General Manager bei Epic Games, kam bei der Neuentwicklung verstärkt generative Künstliche Intelligenz zum Einsatz.
Das Werkzeug habe ein kleines Entwicklerteam bei der Programmierung, beim Testen, bei der Überprüfung des Codes sowie bei der plattformübergreifenden Replikation von Kernfunktionen unterstützt. Die Technologie sei gezielt auf Code-Effizienz und Architektur ausgerichtet worden, nicht auf Gestaltung oder Grafik.
Dieser Schritt reiht sich in eine breitere Neuausrichtung ein: CEO Tim Sweeney kündigte am 13. Oktober 2026 eine umfassende Umstellung auf maximale Beschleunigung durch Künstliche Intelligenz an. Entwicklerressourcen werden umverteilt, um mehr und bessere Software zu erstellen.
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Einem Bericht von Bloomberg zufolge wurde zudem das Team eines unangekündigten Titels angewiesen, auf handgeschriebenen Programmcode zu verzichten und stattdessen KI-Modelle wie Claude von Anthropic zu nutzen.
Nativer Linux-Support und neues Anti-Cheat-System
Mit der neuen Version bietet Epic Games erstmals native Unterstützung für Linux und arbeitet daran, den Mehrspielertitel Fortnite über die Software auf das freie Betriebssystem zu bringen.
Für diesen Zweck entwickelt das Unternehmen sein Schutzprogramm unter der Bezeichnung EAC Linux v2 von Grund auf neu. Die Pilotphase des Systems soll bei Fortnite starten. Laut Rick Deist, Engineering Director bei Epic Games, gibt es für den Abschluss dieses Prozesses jedoch noch keinen festen Zeitplan.
Das neue Sicherheitssystem soll Schutz nahe dem Windows-Niveau bieten, verzichtet auf einen Kernel-Treiber und setzt stattdessen auf einen systemd-Dienst, der lediglich während des laufenden Spiels aktiv ist. Zu den technischen Voraussetzungen gehören TPM 2.0, Secure Boot mit Attestierung, Measured Boot, IOMMU, der Kernel-Lockdown-Integritätsmodus sowie LSM BPF bei deaktiviertem Kexec.
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Als kompatible Distributionen nennt das Unternehmen Ubuntu ab Version 22.04 LTS, Fedora ab Version 43 sowie Debian ab Version 12, wobei Verifizierungsschlüssel von Canonical, Fedora, Universal Blue und Debian unterstützt werden. Für den Test von Windows-Titeln unter Linux wird GE-Proton genutzt.
Das Steam Deck erfüllt die strengen Sicherheitsanforderungen von EAC Linux v2 derzeit nicht. Epic Games führt diesbezüglich Gespräche mit Valve und prüft eine Kompatibilität mit SteamOS. Keely stellte jedoch klar, dass Fortnite nicht im Steam-Store erscheinen wird. Für den späteren Verlauf des Jahres 2026 plant Epic Games zudem eine Podiumsdiskussion mit Fedora-Projektleiter Jef Spatela.
Mehr zum Thema bei The Verge: „Epic’s new games launcher is ‘vibe coded’“

