Im Rahmen der Branchenveranstaltung Advancing AI 2026, die vom 23. bis 24. Juli 2026 stattfand, hat der US-Halbleiterhersteller AMD umfassende Details zu seiner kommenden Prozessorgeneration vorgestellt. Im Zentrum der Präsentation stand die sechste Generation der EPYC-Serverprozessoren unter dem Codenamen „Venice“, die auf der Zen-6-Architektur basiert. Parallel dazu gab das Unternehmen einen Ausblick auf die weitere Roadmap bis zum Ende des Jahrzehnts.
EPYC „Venice“: Zen-6-Architektur mit bis zu 256 Kernen
Die am 23. Juli 2026 angekündigte EPYC-Generation „Venice“ stellt einen signifikanten technologischen Sprung dar. Die Prozessoren werden in einem heterogenen Fertigungsverfahren hergestellt, bei dem die Compute-Chiplets im TSMC-2nm-Verfahren und der I/O-Die (IOD) in 6nm gefertigt werden. Insgesamt verfügt ein solcher Prozessor über 203 Milliarden Transistoren.
In der Maximalausführung bietet die Venice-Plattform bis zu 256 Zen-6c-Kerne oder alternativ bis zu 96 Standard-Zen-6-Kerne, was in einer Kapazität von bis zu 512 Threads resultiert. Technisch unterstützt die Plattform PCIe Gen 6 sowie ein 16-Kanal-DDR5-8000-Speicherinterface. Durch den Einsatz von MRDIMM-Modulen ist laut Herstellerangaben eine Speichergeschwindigkeit von bis zu DDR5-12800 möglich. Der L3-Cache erreicht bei Modellen mit 3D V-Cache eine Größe von bis zu 1152 MB, während die thermische Verlustleistung (TDP) auf bis zu 600W steigt.
Marktstart und Modellvarianten
AMD plant die Einführung der Venice-CPUs in vier verschiedenen Varianten, die gestaffelt auf den Markt kommen sollen:
- SP7: Die Flaggschiff-Plattform mit bis zu 256 Kernen wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.
- SP8: Eine Variante mit bis zu 128 Kernen soll im ersten Halbjahr 2027 folgen.
- Venice-X: Diese spezialisierten Prozessoren mit 3D V-Cache (bis zu 96 Kerne, 5,15 GHz Boost) sind für das zweite Halbjahr 2027 angekündigt.
- Verano LP: Eine für geringeren Stromverbrauch optimierte Version mit bis zu 72 Kernen und 24-Kanal-LPDDR5X-Unterstützung ist ebenfalls für das zweite Halbjahr 2027 geplant.
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Als konkretes Spitzenmodell wurde der EPYC 9996 benannt. Dieser verfügt über 256 Zen-6c-Kerne, 1024 MB L3-Cache und erreicht Taktraten von 2,55 GHz in der Basis sowie 4,1 GHz im Boost. Der Listenpreis für dieses Modell wurde mit 14.904 US-Dollar angegeben.
Leistungsvergleiche und Marktprognosen
Hinsichtlich der Performance zog AMD Vergleiche zu Wettbewerbsprodukten. Das Unternehmen gab an, dass EPYC Venice einen bis zu 2,2-fachen Durchsatz im Vergleich zu Nvidias Vera-Plattform erziele. Gegenüber dem Intel Xeon 6980P liege die Pro-Kern-Leistung um den Faktor 1,3 höher. Beim spezifischen Modell EPYC 9996 bezifferte AMD den Leistungsvorsprung gegenüber dem Intel-Konkurrenten sogar auf den Faktor 3,4, während der Vorsprung gegenüber Nvidia Vera mit 20 Prozent angegeben wurde.
AMD-CEO Lisa Su nutzte die Veranstaltung zudem für eine langfristige Marktprognose. Demnach erwarte das Management bis zum Jahr 2030 ein Marktvolumen für AI-Beschleuniger in Höhe von 1,4 Billionen US-Dollar.
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Ausblick auf Zen 7 und Zen 8
Über die aktuelle Zen-6-Generation hinaus konkretisierte AMD die langfristigen Pläne. Für das Jahr 2028 ist die Zen-7-Architektur unter dem Namen „Florence“ angekündigt. Diese Prozessoren sollen Teil der „Ferrara“-Plattform sein und auf einem Next-Gen-Fertigungsknoten basieren, bei dem es sich voraussichtlich um TSMC A14 handelt. Zu den technischen Neuerungen von Zen 7 gehören ACE AI Compute Extensions sowie die Unterstützung von DDR6- beziehungsweise LPDDR6-Speicher.
Für das Jahr 2030 wurde zudem die Entwicklung der Zen-8-Architektur unter dem Codenamen „Ravenna“ bestätigt. Im Bereich der Consumer-Hardware wird erwartet, dass Zen-6-Desktop-Prozessoren im Rahmen der CES 2027 präsentiert werden, mit einer Markteinführung im darauf folgenden Frühjahr.

