Ernährungskonzepte und spezielle Nahrungsergänzungsmittel stehen zunehmend im Fokus, wenn es um die Festigkeit der Haut und die Stabilität der Haarstruktur geht. Die Kosmetikindustrie setzte im vergangenen Jahr allein in Deutschland mehr als 18 Milliarden Euro um, wobei das Segment sogenannter Nutricosmetics stetig wächst.
Verbraucherschützer von Öko-Test wiesen darauf hin, dass Marketingversprechen und wissenschaftliche Nachweise bei vielen dieser Schönheitsprodukte zum Einnehmen teils deutlich auseinanderdriften.
Protein und Mikronährstoffe als Fundament der Haarstruktur
Da Haare zum Großteil aus Proteinen bestehen, bildet eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß die Grundlage für das Haarwachstum. Empfohlen werden proteinreiche Nahrungsmittel wie Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse und grünes Blattgemüse.
Ein täglicher Verlust von etwa 50 bis 100 Haaren gilt als biologisch normal. Treten hingegen lichte Stellen, ein Zurückweichen der Haarlinie oder plötzlicher starker Haarausfall auf, raten Fachleute zu einer dermatologischen oder endokrinologischen Abklärung.
Häufige Ursachen für Haarausfall sind genetische Faktoren, hormonelle Umstellungen, anhaltender Stress oder ein Mangel an Mikronährstoffen. Bei diffusem Haarausfall spielen oft Defizite an B-Vitaminen wie Biotin, an Eisen, Zink, Silicium oder Kupfer eine Rolle. Silicium speichert der Körper mit zunehmendem Alter in geringerem Umfang, wobei für Präparate vor allem die Bioverfügbarkeit entscheidend ist.
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Bei klinisch diagnostizierten Haarverlustformen wie der androgenetischen Alopezie kommen neben einer Nährstoffoptimierung vorrangig arzneilich zugelassene Wirkstoffe wie Minoxidil oder Finasterid zum Einsatz, da handelsübliche Shampoos laut dermatologischer Einschätzung bei Haarausfall meist nur eine sehr begrenzte Wirksamkeit entfalten.
Kollagensynthese und die Alterung des Bindegewebes
Für die Elastizität der Haut und die Festigkeit des Bindegewebes ist Kollagen das zentrale Strukturprotein. Es macht rund 30 Prozent des gesamten Eiweißes im menschlichen Körper aus und stabilisiert neben Haut und Bindegewebe auch Knochen, Gelenke und Sehnen. Die körpereigene Kollagenbildung nimmt im Verlauf des Lebens kontinuierlich ab, was sich in nachlassender Spannkraft und Faltenbildung äußert.
Im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel werden vor allem hydrolysierte Kollagenpeptide der Typen I und III beworben. Für den Aufbau und die Erhaltung der Kollagenfasern ist der Organismus zwingend auf Vitamin C angewiesen, das als Kofaktor fungiert und zugleich als Antioxidans gegen zellschädigende freie Radikale schützt.
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Der Einfluss von Mikrobiom und Lebensstil
Neben isolierten Nährstoffen gewinnt die sogenannte Darm-Haut-Achse in der Fachdiskussion an Bedeutung. Die Kommunikation zwischen Darmmikrobiom und Haut erfolgt über Stoffwechselprodukte, Botenstoffe des Immunsystems und Entzündungsprozesse.
Eine mikrobielle Dysbiose im Verdauungstrakt kann Hautreaktionen wie Akne oder Neurodermitis begünstigen. Eine ballaststoffreiche Ernährung, Omega-3-Fettsäuren aus Seefisch oder Saaten sowie probiotische Lebensmittel unterstützen das mikrobielle Gleichgewicht.
Wie eng die Ernährung mit grundlegenden Alterungsprozessen verknüpft ist, belegt unter anderem eine Untersuchung des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), die in der Fachzeitschrift Nature Communications erschien.
Anhand von Daten von über 6.000 Teilnehmenden zeigte sich, dass gesunde Ernährungsmuster – gekennzeichnet durch reichlich Gemüse, Obst, Vollkorn und wenig verarbeitete Lebensmittel – mit einem messbar verlangsamten biologischen Altern der Zellen einhergehen. Epigenetische Analysen machten deutlich, dass eine vollwertige Nährstoffversorgung systemisch auf Zellstrukturen und den Erhalt von Geweben einwirkt.

