Ernährungsinitiative: Junge EVP lehnt 70-Prozent-Ziel zur Selbstversorgung ab

Die Jungpartei sieht bei beiden Vorlagen Risiken für Versorgung, Ökologie und Sicherheit; Umfragen zeigen jeweils mehr als 60 Prozent Ablehnung.

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Im Vorfeld der anstehenden nationalen Abstimmungen zeichnet sich eine deutliche Ablehnungsfront gegen zwei zentrale Volksinitiativen ab. Die Junge Evangelische Volkspartei (JEVP) hat sich laut einem Bericht vom 27. September 2026 gegen beide Vorlagen ausgesprochen.

In ihrer Begründung führt die Jungpartei aus, dass die verfolgten Ziele zwar teilweise unterstützenswert seien, die konkreten Forderungen jedoch in der Umsetzung zu weit gingen oder der Sicherheit des Landes schaden könnten.

Die Ernährungsinitiative: Zielkonflikte zwischen Ökologie und Versorgung

Die sogenannte Ernährungsinitiative, die maßgeblich vom Verein „Sauberes Wasser für alle“ und Vertretern wie Franziska Herren getragen wird, verfolgt das Ziel, den inländischen Selbstversorgungsgrad bei Lebensmitteln deutlich anzuheben. Von derzeit rund 46 % soll dieser Wert auf mindestens 70 % gesteigert werden. Erreicht werden soll dies durch eine Förderung der pflanzlichen Produktion sowie einen verstärkten Grundwasserschutz.

Die Junge EVP erkennt das Bestreben nach mehr Nachhaltigkeit an, stuft die Forderungen jedoch als unrealistisch ein. Eine Steigerung auf 70 % innerhalb von nur zehn Jahren sei kaum realisierbar. Zudem warnt die Jungpartei vor unbeabsichtigten ökologischen Folgen: Da die heimische Produktion die Nachfrage kurzfristig nicht decken könnte, drohe eine Zunahme von Importen tierischer Produkte aus dem Ausland.

Diese Skepsis spiegelt sich auch in der breiten Bevölkerung wider. Laut verschiedenen Erhebungen aus dem September 2026 liegt die Ablehnung bei über 60 %. Eine SRG-Umfrage bezifferte den Anteil der Gegner zuletzt auf 64 %.

Während Ende August noch 47 % der Befragten – und 58 % der Auslandschweizer – für die Initiative stimmten, halten mittlerweile mehr als zwei Drittel das gesetzte 70-Prozent-Ziel für nicht umsetzbar. Politisch finden die Befürworter kaum Rückhalt; lediglich die Jungen Grünen unterstützen die Vorlage geschlossen.

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Der Selbstversorgungsgrad soll von heute rund 46 Prozent auf mindestens 70 Prozent steigen — doch über 60 Prozent der Stimmberechtigten lehnen die Vorlage ab, und mehr als zwei Drittel halten das Ziel in zehn Jahren für nicht umsetzbar. Wer die Folgen für Importe, Preise und Grundwasserschutz sachlich einordnen will, findet hier die wichtigsten Punkte kompakt aufbereitet. Kostenlosen Report zur Ernährungsinitiative anfordern

Auch finanziell ist ein deutliches Ungleichgewicht feststellbar. Den Befürwortern stehen laut Berichten vom September 2026 rund 720.000 Franken zur Verfügung. Demgegenüber hat das gegnerische Lager, bestehend aus Fleisch- und Milchverbänden, Gallosuisse und dem Schweizer Bauernverband (SBV), ein Budget von 1,63 Mio. Franken mobilisiert.

Neutralitätsinitiative: Sicherheitsbedenken überwiegen finanzielle Überlegenheit

Ähnlich kritisch wird die Neutralitätsinitiative bewertet, die von der Organisation Pro Schweiz, der SVP und Christoph Blocher lanciert wurde. Die Initiative verlangt die Verankerung einer „immerwährenden und bewaffneten“ Neutralität in der Verfassung. Dies würde eigenständige Sanktionen ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates verbieten und faktisch den Ausschluss aus Militärbündnissen bedeuten. Auslöser für die Initiative war die Übernahme der EU-Sanktionen gegen Russland.

Die Co-Präsidentin der Jungen EVP, Leona Eckert, erklärte hierzu, dass die Initiative der Neutralität mehr schaden würde, als sie ihr nütze. Die Jungpartei argumentiert, dass gemeinsame Übungen mit Partnern wie der NATO nicht mehr möglich wären und Sanktionen gegen Aggressorstaaten verhindert würden.

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Kritiker warnen vor einem unerwünschten Nebeneffekt: Weil die heimische Produktion die Nachfrage kurzfristig nicht decken könnte, drohten zusätzliche Importe tierischer Produkte aus dem Ausland. Der kostenlose Report zeigt, welche Zielkonflikte zwischen Ökologie und Versorgungssicherheit dabei entstehen und wie beide Lager argumentieren. Analyse der Zielkonflikte jetzt sichern

In Umfragen von Instituten wie YouGov oder der SRG zeigt sich ein deutliches Nein-Lager von über 60 %. Mehr als zwei Drittel der Stimmberechtigten befürchten, dass die Annahme der Initiative die nationale Sicherheit gefährden könnte.

Trotz der hohen Ablehnungswerte verfügt die Pro-Seite über erhebliche finanzielle Mittel. Laut Daten der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) stehen den Befürwortern etwa 3,84 Mio. Franken zur Verfügung, wovon Christoph Blocher über 2 Mio. Franken und Pro Schweiz 1,3 Mio. Franken beigesteuert haben. Die Gegner, darunter Economiesuisse, die SP und Operation Libero, verfügen über ein Budget von insgesamt 1,67 Mio. Franken.