Erpressungs-Welle: 480-Millionen-Downloads bei illegalen KI-Nacktbild-Apps

Kenias Präsidentenwebsite nach Bitcoin-Erpressung wieder online. Deutsche und indische Behörden ermitteln in zahlreichen Sextortion-Fällen.

Von einem gezielten Hackerangriff auf die kenianische Regierungswebsite bis hin zu perfiden Sextortion-Fällen in Deutschland und Indien – die Behörden ermitteln auf Hochtouren.

Kenias Präsidenten-Website nach Bitcoin-Erpressung wieder online

Die offizielle Website des kenianischen Präsidenten, president.go.ke, wurde am 19. Juli 2026 erfolgreich wiederhergestellt. Einen Tag zuvor hatten Unbekannte die Seite gekapert und ein Lösegeld von fünf Bitcoin gefordert – damaliger Marktwert: umgerechnet rund 300.000 Euro.

Regierungssprecher William Kabogo gab Entwarnung: Erste Untersuchungen des Nationalen Koordinierungsausschusses für Computer- und Cyberkriminalität (NC4) ergaben keinen Hinweis auf einen Datenabfluss oder Diebstahl sensibler Informationen. Die Fahndung nach den Tätern läuft.

Deutschland: Junge Männer im Visier von Erpressern

Auch in Europa sorgt eine neue Welle von Sextortion-Fällen für Alarm. Im thüringischen Eichsfeld erstattete am Samstag, dem 18. Juli 2026, ein junger Mann Anzeige. Ein Unbekannter hatte ihn nach dem Versenden privater Bilder über eine Social-Media-Plattform unter Druck gesetzt und Geld gefordert – andernfalls drohte die Veröffentlichung der Aufnahmen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt seit Monaten vor international agierenden Banden, die sich auf genau diese Masche spezialisiert haben. Besonders perfide: Die Täter nutzen oft gefälschte Profile, um Vertrauen aufzubauen.

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Indische Polizei schlägt zu: Festnahmen in Delhi und Kerala

In Indien meldet die Polizei gleich mehrere Erfolge. Die Delhi Police nahm drei Männer – Rajesh, Kunal und Imran – fest. Sie sollen ein Opfer mit einem Video erpresst haben, das während eines WhatsApp-Anrufs am 6. Mai 2026 heimlich aufgezeichnet wurde. Das Opfer zahlte umgerechnet rund 6.500 Euro. Die Ermittler prüfen Verbindungen zu einem kriminellen Netzwerk in der Region Mewat.

Noch schwerer wiegt ein Fall aus Thiruvananthapuram. Dort nahm die Polizei am 19. Juli vier Verdächtige fest. Sie sollen einen Geschäftsmann aus Telangana systematisch ausgepresst haben. Die Beute: umgerechnet über fünf Millionen Euro.

Die Liste der erpressten Vermögenswerte liest sich wie ein Krimi: 1,7 Millionen Euro in bar, eine Eigentumswohnung im Wert von 1,1 Millionen Euro, Grundstücke für 1,2 Millionen Euro und 45 Goldmünzen. Zudem sollen die Täter den Unternehmer gezwungen haben, 50 Prozent seiner Firmenanteile zu überschreiben. Die Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

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Internationale Gegenmaßnahmen: Gesetze und Löschungen

Die Behörden reagieren mit neuer Härte. In San Francisco forderte der Stadtanwalt David Chiu am 16. Juli Apple und Google auf, 13 sogenannte „AI Nudify“-Apps aus ihren Stores zu entfernen. Diese Programme erstellen mit Künstlicher Intelligenz nicht-einvernehmliche Nacktbilder – 480 Millionen Mal wurden sie bereits heruntergeladen, der Umsatz liegt bei umgerechnet über 110 Millionen Euro. Apple entfernte daraufhin drei, Google fünf der Apps.

Der Oman verschärfte unterdessen die Strafen: Wer ohne Einwilligung private Fotos oder Videos teilt, dem drohen bis zu drei Jahre Haft und Geldstrafen von umgerechnet bis zu 12.000 Euro. In Indien reichte die Staatsanwaltschaft von Andhra Pradesh eine aktualisierte Anklageschrift in einem Erpressungsfall gegen eine bekannte Schauspielerin und einen Lokalpolitiker ein – hier geht es um umgerechnet 1,5 Millionen Euro.