Eine aktuelle Umfrage zeigt: Viele Deutsche können im Urlaub nicht abschalten. Vor allem Führungskräfte haben ein Problem mit der ständigen Erreichbarkeit.
Laut einer am heutigen Montag veröffentlichten Studie von Karriere.at checken 45 Prozent der Beschäftigten regelmäßig ihre beruflichen Nachrichten und E-Mails während der freien Tage. Weitere 28 Prozent sind zumindest für Notfälle erreichbar. Nur eine Minderheit schaltet komplett ab.
Der Work-Life-Balance-Trick, den Personaler und Führungskräfte längst kennen, hilft dabei, auch im Urlaub wirklich zur Ruhe zu kommen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt konkret, wie beruflicher Erfolg und persönliches Glück kein Widerspruch sein müssen. Kostenloser Work-Life-Balance-Ratgeber jetzt sichern
Besonders ausgeprägt ist der Druck zur ständigen Verfügbarkeit bei Führungskräften. 61 Prozent der Manager lesen regelmäßig Nachrichten im Urlaub, 25 Prozent bleiben für dringende Fälle erreichbar. Gewerkschaften sehen das kritisch. „Urlaubszeit ist keine Bereitschaftszeit“, sagt Martin Müller, Arbeitsrechtsexperte des ÖGB. Die Rechtslage sei eindeutig: Arbeitnehmer haben ein Recht auf ihre Freizeit. Ständige Erreichbarkeit könne zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen führen.
Das Recht auf Nichterreichbarkeit
Während viele Arbeitnehmer freiwillig nicht abschalten, schreiten Gesetzgeber weltweit ein. In Luxemburg drohen ab dem 4. Juli 2026 Verwaltungsstrafen für Arbeitgeber, die keine Richtlinien zur Nichterreichbarkeit einführen. Die Strafen liegen zwischen 251 und 25.000 Euro. Unternehmen müssen technische Maßnahmen, Aufklärungsprogramme und mögliche Kompensationen für Beschäftigte umsetzen, die außerhalb der Arbeitszeiten erreichbar sind.
Auch international gibt es unterschiedliche Ansätze. Ontario verpflichtet Firmen mit 25 oder mehr Mitarbeitern seit 2021 zu schriftlichen Richtlinien für die Kommunikation nach Feierabend. Allerdings räumt das Gesetz kein echtes Recht auf Nichterreichbarkeit ein. In Australien hingegen können Arbeitnehmer seit August 2024 unter bestimmten Bedingungen Kontaktaufnahmen außerhalb der Arbeitszeit offiziell ablehnen.
Neue Technik, neue Probleme
Die Debatte um Arbeitnehmererreichbarkeit bekommt durch neue Funktionen digitaler Tools zusätzliche Brisanz. Microsoft führt im Juni 2026 eine Funktion namens „Workplace Check-in via Wi-Fi“ für Teams ein. Sie aktualisiert den Status automatisch auf „Im Büro“, sobald sich der Nutzer mit dem Firmen-WLAN verbindet.
Microsoft betont, die Funktion sei standardmäßig deaktiviert, speichere keine Standortdaten und erlaube Nutzern die Kontrolle über ihre Sichtbarkeit. Datenschützer sehen darin dennoch eine mögliche Überwachungsfunktion. Die Diskussion erinnert an einen kürzlich viral gegangenen Fall, bei dem ein Vorgesetzter einen Mitarbeiter sofort kontaktierte, nachdem dessen Status während einer kurzen Pause auf „Abwesend“ sprang.
Mehr Produktivität im Job und trotzdem mehr Zeit für Familie und Freizeit – so gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben trotz digitalem Druck. Sichern Sie sich 5 Sofortmaßnahmen für mehr Ausgeglichenheit im stressigen Berufsalltag als Gratis-Download. Kostenlosen Download für mehr Balance anfordern
Mehr Druck, mehr Belastung
Die ständige Erreichbarkeit ist nur ein Teil eines größeren Problems. Eine Gallup-Studie vom Juni 2026 zeigt, dass das Engagement junger Arbeitnehmer weltweit gering ist. In Singapur fühlen sich nur zehn Prozent der Unter-35-Jährigen bei der Arbeit engagiert – der globale Durchschnitt liegt bei 20 Prozent.
Eine IFES-Studie vom Frühjahr 2026 ergab zudem, dass 48 Prozent der Arbeitnehmer in den letzten zwei Jahren eine XML-Zunahme ihrer Arbeitsbelastung erlebt haben. Neben dem digitalen Druck kommen physische Belastungen hinzu. Gewerkschaften fordern deshalb verbindliche Hitzeschutzmaßnahmen auch für Innenraumbüros – ähnlich den Regelungen für Arbeiten im Freien.
Während die Arbeitswelt im Wandel ist, bleibt eines klar: Geschäftsreisen gelten weiterhin als Wachstumstreiber. 97 Prozent der Finanzvorstände sehen darin einen entscheidenden Faktor. Allerdings sind 67 Prozent der Mitarbeiter weniger reisebereit als in früheren Jahren – Sicherheitsbedenken und Reiseunterbrechungen sind die Hauptgründe.

