Das neue EU AI Grid startet in München und stärkt Europas KI-Souveränität. Die offizielle Vorstellung erfolgte am 14. Februar während der Münchner Cybersicherheitskonferenz. Ziel ist ein föderiertes Netzwerk lokaler KI-Infrastruktur-Knoten, das Wertschöpfung in der EU hält.
Föderiertes Infrastrukturmodell
Im Kern steht ein Netz aus lokal betriebenen KI-Infrastruktur-Knoten. Statt einer zentralen Cloud setzen Betreiber in den EU-Mitgliedstaaten eigene Knoten auf, rekrutieren lokale Ingenieure, legen Preise nach regionalen Marktbedingungen fest und behalten Erlöse im Land. Der Gründer von Embedded LLM, Ghee Leng Ooi, beschreibt die Philosophie mit der Analogie zur Straßeninfrastruktur: Wer die Infrastruktur besitzt, kontrolliert die Wertschöpfung. Der erste betriebsbereite Knoten ging am 22. Januar 2026 in Vilnius, Litauen, online.
Politischer Rahmen und Sicherheit
Die Launch-Veranstaltung unterstreicht Europas Sicherheits- und Rechtsrahmen für KI. Die Präsentation auf der Münchner Konferenz erhielt politische Gewichtung durch Vertreter europäischer Institutionen, darunter der EU-Kommissar Andrius Kubilius und der ehemalige EU-Kommissar Gunther Oettinger. Für Unternehmen bedeutet das: Daten und KI-Modelle sollen innerhalb Europas verwaltet werden, um Datenschutz (GDPR) und regulatorische Vorgaben besser zu gewährleisten.
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Münchens Position als souveräner KI-Hub
Der Marktplatz der deutschen Tech- und Politiklandschaft wächst: In München entwickeln sich gleich mehrere Großprojekte rund um souveräne KI. Die Deutsche Telekom hatte in dieser Woche gemeinsam mit NVIDIA und Polarise die Eröffnung der Industrial AI Cloud in München gefeiert – eine „AI Factory“ für europäische Industrie. Während das Telekom-Projekt eine zentrale, leistungsstarke Rechenkapazität bietet, ergänzt das EU AI Grid als dezentrales Modell die europäische Infrastrukturlandschaft.
Auswirkungen auf Industrie und Jobs in Europa
Mit dem EU AI Grid adressiert Europa das Risiko der Abhängigkeit von US- und chinesischen Tech-Giganten. Für Industrien wie Fertigung, Gesundheitswesen und Finanzen bedeuten souveräne KI-Plattformen eine rechtssichere, regelkonforme Nutzung von KI-Tools, ohne bruchanfällige Datenübermittlungen ins Ausland. Experten gehen davon aus, dass das föderierte Modell den Markteintritt für kleine und mittlere Unternehmen erleichtert, Wettbewerb stärkt und lokale Arbeitsplätze sichert.
Ausblick: Expansion und nächste Schritte
Nach dem Münchner Start geht es darum, weitere Knoten in den 27 EU-Mitgliedstaaten aufzubauen. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit Telekommunikationsanbietern, Rechenzentrumsbetreibern und Managed Service Providern, um neue Knoten zu etablrieren. Mit der wachsenden Netzkapazität soll die Bandbreite von KI-Anwendungen reichen – vom Training großer Sprachmodelle bis zu Echtzeitanwendungen in der Industrie. Wird Europa damit zu einem echten Vorreiter bei eigener KI-Infrastruktur? Die kommenden Monate werden es zeigen.





