EU-Batterieverordnung: Smartwatches befreit, andere Geräte ab Februar

Die EU lockert die Akku-Wechselpflicht für Smartwatches, verschärft sie aber für Stifte und Controller bis Februar 2027.

Die Europäische Union schafft Klarheit im Batterie-Dschungel: Während Smartwatches und Fitness-Tracker von der Pflicht zu wechselbaren Akkus befreit werden, müssen andere Geräte bis Februar 2027 umgebaut werden. Ein Balanceakt zwischen Umweltschutz und technischer Machbarkeit.

Ausnahmen für Wearables – aber mit Haken

Am 14. Juli 2026 verabschiedete die EU-Kommission einen delegierten Rechtsakt, der Smartwatches, Fitness-Tracker, Smart Glasses und kleidungsintegrierte Elektronik von der Verpflichtung ausnimmt, Batterien durch den Endnutzer austauschbar zu machen. Auch drahtlose Ohrhörer fallen voraussichtlich unter diese Ausnahme.

Die Begründung: Zwei zentrale technische Hürden machen einen einfachen Akkuwechsel bei diesen Geräten praktisch unmöglich. Zum einen die extreme Miniaturisierung der Bauteile, zum anderen die Notwendigkeit, den „Nassgeräte“-Status zu erhalten – also eine hohe Wasserdichtigkeit zu gewährleisten.

Allerdings bedeutet die Ausnahme keinen Freibrief. Die Hersteller müssen die Geräte weiterhin so konstruieren, dass eine professionelle Reparatur und ein Austausch durch Fachwerkstätten möglich ist. Ziel ist es, die vollständige Obsoleszenz durch alternde Akkus zu verhindern, ohne von Verbrauchern zu verlangen, dass sie wasserdichte Gehäuse im Millimeterbereich öffnen.

Strengere Regeln für Stifte und Controller

Während die Wearables-Industrie aufatmen kann, stehen andere Geräteklassen vor einem harten Einschnitt. Artikel 11 der EU-Batterieverordnung, der am 18. Februar 2027 in Kraft tritt, schreibt vor, dass Batterien in vielen tragbaren Geräten vom Nutzer leicht entfernbar sein müssen.

Besonders betroffen: Der Apple Pencil. Nach aktuellen Berichten qualifiziert sich der Eingabestift nicht für die Wearable-Ausnahme und benötigt daher ein grundlegendes Redesign. Neue Modelle mit den Codenamen B582 und B632 befinden sich bereits in der Entwicklung – sie sollen die Umweltauflagen erfüllen.

Auch die Spieleindustrie reagiert. Dokumentationen zum Nintendo Switch 2 aus dem Juli 2026 zeigen einen deutlichen Kurswechsel. Die neuen Joy-Con-Controller setzen auf handelsübliche Phillips-Schrauben statt proprietärer Befestigungen. Hersteller Nintendo hat zudem detaillierte Anleitungen für den Batteriewechsel veröffentlicht – ein Prozess, der je nach Controller-Modell zwölf bis 13 Schritte umfasst.

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Reparierbarkeit: Die Schere öffnet sich

Die Bandbreite der Reparierbarkeit in der Unterhaltungselektronik bleibt enorm. Das Fairphone 4 erhielt im Juli 2026 die Bestnote in Reparierbarkeitstests. Seine modulare Bauweise – das Display wird mit Standardschrauben gehalten, der Akku ist werkzeuglos entnehmbar – setzt den Maßstab.

Ganz anders sieht es bei Mainstream-Produkten aus. iPhone und AirPods bleiben für Verbraucher weiterhin schwer zu reparieren. Unabhängige Ingenieure versuchen, die Lücke zu schließen: Ein aktuelles Projekt zeigt ein selbst entwickeltes AirPods-Pro-Ladecase mit USB-C-Anschluss und vollständig reparierbarer Innenstruktur.

Ein Tipp für Nutzer: Oft sind Klangprobleme bei Ohrhörern nicht auf defekte Hardware zurückzuführen, sondern auf Verschmutzungen des Lautsprechergitters. Spezielle Reinigungssets können hier Abhilfe schaffen – ein Austausch ist meist unnötig.

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Software-Updates: Wearables werden intelligenter

Neben der Hardware rückt zunehmend die Software in den Fokus. Die Veröffentlichung der iOS 27 Public Beta im Juli 2026 brachte mehrere Firmware-Updates für die AirPods-Reihe, darunter Version 9A5314b.

Zu den neuen Funktionen gehören:
Freihändige Siri-Gesten: Nutzer können durch Kopfnicken oder -schütteln auf Sprachassistenten-Anfragen reagieren
Anpassbarer Equalizer: Neue Einstellungen für individuelle Klangprofile
KI-gestützte Funktionen: Namenserkennung in über 50 Sprachen und verbesserte Sprachisolierung
Geräteortung: Precision Finding für die kommenden AirPods Pro 3 sowie Gym-Kit-Unterstützung

Während sich Produkte wie AirPods und Apple Watch vom Nischenprodukt zum Industriestandard entwickelt haben, tun sich andere Kategorien schwerer. Der Vision Pro verzeichnete im vierten Quartal 2025 lediglich rund 45.000 ausgelieferte Einheiten – gefolgt von deutlichen Produktionskürzungen und reduzierten Werbeausgaben. Die Botschaft ist klar: Wearables für Audio und Fitness sind etabliert, die räumliche Datenverarbeitung steckt noch in den Kinderschuhen.

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