EU-Geldwäsche-Verordnung: Shufti Pro stellt KI-Tools für Juli 2027 vor

Shufti Pro erweitert sein Portfolio um KI-Tools zur Erfüllung der EU-Geldwäscheverordnung, die ab Juli 2027 verbindlich wird.

Der britische Identitätsdienstleister Shufti Pro Limited hat neue KI-gestützte Werkzeuge angekündigt, um regulierte Unternehmen bei der Umsetzung der künftigen EU-Geldwäscheverordnung (AMLR) zu unterstützen.

Die Verordnung (EU) 2024/1624 wird ab dem 10. Juli 2027 in allen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union verbindlich gelten. Für bestimmte Sektoren wie Profifußballvereine und Spielervermittler greifen die Bestimmungen hingegen erst ab dem 10. Juli 2029.

Der CEO von Shufti Pro, Shahid Hanif, betonte in diesem Zusammenhang, dass die AMLR die Standards für die Beweispflicht deutlich anhebe. Die neue Verordnung zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung EU-weit zu harmonisieren und schärfere Anforderungen an die Identitätsprüfung und Überwachung von Transaktionen zu stellen.

Technische Anforderungen und Compliance-Fristen

Die AMLR sieht strikte Grenzwerte und Meldepflichten vor. So wird ein EU-weites Bargeldlimit von 10.000 EUR eingeführt. Prüfpflichten im Rahmen der sogenannten Customer Due Diligence (CDD) werden bereits bei gelegentlichen Bargeldtransaktionen ab 3.000 EUR sowie bei Krypto-Transaktionen ab einem Schwellenwert von 1.000 EUR ausgelöst. Gemäß Artikel 52 der Verordnung liegt die Schwelle für die Identifizierung wirtschaftlicher Eigentümer bei einem Anteil von 25 % oder mehr.

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Für die Verifikation von Kundenidentitäten lässt die Verordnung laut Artikel 22 zwei Wege zu: ein dokumentenbasiertes Verfahren oder den Einsatz elektronischer Identifizierungsmedien (eIDAS) mit einem Sicherheitsniveau von „substanziell“ oder „hoch“.

Unternehmen müssen zudem enge Zeitpläne einhalten: Informationen über wirtschaftliche Eigentümer sind innerhalb von 28 Tagen zu aktualisieren, während Unstimmigkeiten in Registern binnen 14 Tagen gemeldet werden müssen. Der Zyklus zur Aktualisierung von Kundendaten beträgt je nach Risikoprofil zwischen einem und fünf Jahren.

Erweiterung des Produktportfolios

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bietet Shufti Pro eine Compliance-Plattform an, die unter anderem ein eIDAS-konformes Onboarding und qualifizierte elektronische Signaturen (QES) umfasst.

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Das System ermöglicht eine Re-Verifizierung wirtschaftlicher Eigentümer (UBO) sowie ein automatisiertes AML-Screening. Dieses greift auf mehr als 4.000 Watchlists, über 215 Sanktionsregime und eine Datenbank von 2,6 Millionen politisch exponierten Personen (PEPs) zu.

Ergänzt wird das Angebot durch Verhaltensbiometrie und einen sogenannten „MLRO as a Service“, der Geldwäschebeauftragte bei ihrer Arbeit unterstützen soll.

Zusätzlich hat das Unternehmen im Rahmen eines aktuellen Innovationspakets („Summer 2026 Innovation Drop“) drei spezifische Lösungen vorgestellt. Dazu gehören neben den qualifizierten elektronischen Signaturen mit vollem eIDAS-Rechtsstatus eine Engine zur Überwachung von Transaktionsrisiken (Transaction Trust Monitoring) sowie ein Modul zur Einhaltung der „Travel Rule“ im Kryptobereich auf Basis des IVMS-101-Messaging-Standards. Zur Demonstration dieser Funktionen finden zwischen Mitte August und Anfang September mehrere Live-Präsentationen statt.

Hintergrund und Kennzahlen

Shufti Pro wurde 2017 gegründet und betreut nach eigenen Angaben mehr als 2.000 Unternehmen in über 240 Ländern und Territorien. Die Technologie des Anbieters führt eine Gesichtserkennung in etwa 5 Sekunden und einen vollständigen KYC-Prozess (Know Your Customer) innerhalb von 15 bis 30 Sekunden durch.

Das Unternehmen gibt die Genauigkeit seiner Systeme mit 98,67 % an, bei einer Falschakzeptanzrate (False Match Rate) von weniger als 0,001 %. Die Software ist zudem nach iBeta Level 3 zertifiziert.

Finanziell ist das Unternehmen seit einer Series-A-Finanzierungsrunde im März 2022 mit 20 Mio. US-Dollar ausgestattet, die von Updata Partners angeführt wurde. Den adressierbaren Gesamtmarkt (TAM) für entsprechende Compliance-Lösungen schätzt die Unternehmensführung auf rund 89,4 Mrd. US-Dollar.