Ab sofort müssen in der EU alle neu zugelassenen Fahrzeugtypen mit modernen Notrufsystemen ausgestattet sein. Die Verordnung für Next Generation eCall (NG eCall) ist in Kraft und ersetzt veraltete 2G/3G-Technik.
Abschied von der alten Notruf-Technik
Seit dem 1. Januar 2026 gilt die neue EU-Vorschrift: Jeder neu eingeführte Pkw oder leichte Lkw (Kategorien M1 und N1) muss Hardware für paketvermittelte 4G- und 5G-Netze an Bord haben. Damit endet die Ära der notfallgebundenen 2G/3G-Systeme, deren Netze europaweit abgeschaltet werden.
Der ursprüngliche eCall war seit 2018 Pflicht, basierte aber auf überholter Technik. Die jetzt wirksame Modernisierung soll verhindern, dass lebensrettende Systeme mit den alten Netzen sterben. Ab Januar 2027 gilt die Pflicht dann für jedes neu verkaufte Fahrzeug – ein Verkaufsstopp für Autos mit reinen 2G/3G-Modems.
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Schnellere Hilfe durch moderne Netze
Der Kern des Wechsels ist technisch: Statt einer Sprachverbindung mit nachgeschalteter Datenübertragung nutzt NG eCall moderne Mobilfunkstandards für simultane Übertragung. Die „Mindestdatensätze“ wie Standort und Fahrzeugidentifikation erreichen die Notrufzentralen so schneller und zuverlässiger.
Die Europäische Notrufnummern-Vereinigung (EENA) betont die erweiterten Möglichkeiten. Zukünftig könnten zusätzliche Daten wie Insassenzahl oder Unfallsensoren übermittelt werden – ein Quantensprung für die Rettungskräfte.
Netz-Abschaltungen erzwingen Handeln
Die EU reagiert mit der Verordnung auf einen unausweichlichen Trend: Telekommunikationsanbieter schalten ihre 2G- und 3G-Netze zwischen 2025 und 2030 ab. Ohne Upgrade würden Millionen Fahrzeuge ihren automatischen Notruf verlieren.
Bereits 2024 stellte die EU-Kommission klar: Die Fristen sind „essenziell“, um keine Autos mehr zu verkaufen, deren Sicherheitstechnik bald nutzlos wird. Ein klarer Zeitplan für Industrie und Notdienste.
Hersteller vor technischer Herausforderung
Für Autohersteller und Zulieferer bedeutet die Umstellung jahrelange Vorbereitung. Neue Telematik-Steuergeräte (TCUs) mit VoLTE-Unterstützung müssen integriert und in allen EU-Ländern funktionieren.
Die größten Hürden sind Tests und Zertifizierungen nach aktualisierten Normen wie EN 17240. Gleichzeitig durchlaufen die Notrufzentralen (PSAPs) selbst Aufrüstungen. Die Vorschrift schreibt vorläufige Rückfalllösungen auf 2G/3G vor, wo diese Netze noch existieren.
Countdown für die gesamte Flotte läuft
Mit der ersten Hürde für neue Typen ist die Branche jetzt im Finale für die Flottenumstellung bis 2027. Hersteller haben weniger als zwölf Monate, um alte Hardware aus den Produktionslinien zu entfernen.
Beobachter erwarten Modellkonsolidierungen oder beschleunigte Modellpflegen, um die neue Architektur einzubauen. Parallel fördert die EU Projekte wie „X_HeERO“ für die Infrastruktur der Notrufzentralen.
Erst wenn alle PSAPs die paketvermittelten Daten vollständig verarbeiten können, entfaltet das neue System sein volles Potenzial. Das Ziel bleibt jedoch in jeder Technikgeneration gleich: schnellere Rettungseinsätze und mehr gerettete Leben auf Europas Straßen.
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