EU macht Weg frei für Smartphones ohne Ladebuchse

Die EU-Kommission bestätigt: Kabellos ladende Geräte brauchen keinen USB-C-Anschluss. Hersteller wie Apple und Samsung prüfen bereits portlose Designs.

Das erlaubt Herstellern, Smartphones ganz ohne Anschlüsse auf den Markt zu bringen.

Neue Freiheiten für die Industrie

Damit wird eine regulatorische Lücke geschlossen, die seit Einführung der einheitlichen Ladebuchse im Jahr 2024 diskutiert wurde. Solange ein Gerät ausschließlich kabellos lädt, braucht es keinen USB-C-Anschluss. Die Folge: Hersteller können Mobiltelefone ohne jede Öffnung für Ladekabel anbieten.

Anzeige

Die technologische Entwicklung bei mobilen Endgeräten schreitet rasant voran, doch mit neuen Funktionen wie KI und kabellosen Standards steigen auch die rechtlichen Anforderungen an Unternehmen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt im Blick behalten müssen. Neue KI-Gesetze und Cyberrisiken jetzt verstehen

Branchengrößen wie Apple und Samsung evaluieren bereits entsprechende portlose Designs. Die EU-Kommission plant aber schon flankierende Regulierungen für drahtlose Ladesysteme. Ziel ist auch hier Interoperabilität und Energieeffizienz.

Was die Hersteller planen

Marktbeobachter erwarten, dass der Schritt die Entwicklung neuer Hardware-Konzepte beschleunigt. Apples für September 2026 erwartetes iPhone 18 Pro soll schmalere Dynamic Islands durch Unter-Display-Sensoren und einen A20 Pro-Chip im 2-nm-Verfahren bekommen. Während dieses Modell voraussichtlich noch einen Ladeanschluss hat, könnten künftige Versionen komplett darauf verzichten.

Samsung bereitet derweil den Start des Galaxy Z Flip8 für Ende Juli 2026 vor. Das Gerät hat bereits Zertifizierungen durchlaufen, die Wi-Fi 7 und Satellitenkonnektivität für Notrufe bestätigen. Ob Samsung schon bei dieser Generation auf ein anschlussloses Design setzt, bleibt offen.

Streit um den Digital Markets Act

Die Entscheidung fällt in eine Phase intensiver Auseinandersetzungen zwischen Tech-Konzernen und der EU. Apple steht in der Kritik, weil es bestimmte neue KI-Funktionen des Siri-Sprachassistenten vorerst nicht auf iPhones und iPads in der EU verfügbar macht. Der Konzern begründet das mit Sicherheitsbedenken wegen der DMA-Vorgaben, die Drittanbietern Zugang zu diesen Systemen fordern.

Anzeige

Während die EU neue Regeln für Künstliche Intelligenz aufstellt, müssen Firmen ihre IT-Strategien anpassen, um rechtlich auf der sicheren Seite zu bleiben. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act bietet Ihrer Rechts- und IT-Abteilung den notwendigen Überblick über alle Fristen und Pflichten. Kostenlosen Leitfaden zur KI-Verordnung herunterladen

Die EU-Kommission widerspricht: Der DMA blockiere Innovationen nicht, sondern fördere fairen Wettbewerb. Apple habe eine 18-monatige Ausnahme von den Regeln beantragt – und wurde abgewiesen. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Europa macht rund 27 Prozent von Apples Gesamtumsatz aus.

In einem ähnlichen Kontext wurde Meta per einstweiliger Anordnung verpflichtet, WhatsApp innerhalb von fünf Werktagen wieder für KI-Assistenten von Drittanbietern zu öffnen. Meta hatte den Zugang im Oktober 2025 eingeschränkt.

Digital statt gedruckt

Parallel zur Hardware-Regulierung haben EU-Parlament und Mitgliedstaaten eine Modernisierung bei Produktinformationen beschlossen. Für viele Warengruppen – darunter Glühbirnen, Batterien für E-Bikes und Sportboote – dürfen Hersteller künftig auf gedruckte Bedienungsanleitungen verzichten. Stattdessen reichen digitale Versionen. Verbraucher behalten aber das Recht, auf Anfrage ein gedrucktes Handbuch zu erhalten.

Die EU definiert damit technische Standards und Verbraucherrechte im digitalen Zeitalter neu – während die Hardware-Anforderungen an Flexibilität gewinnen.