Ziel ist der massiven Ausbau der digitalen Infrastruktur in Europa.
Chips Act 2.0 und Cloud-Gesetz: Die Details
Das Paket umfasst den Chips Act 2.0 sowie den Cloud and AI Development Act. Die EU-Kommission will die Rechenzentrums-Kapazitäten innerhalb von fünf bis sieben Jahren verdreifachen. Schon im Juli 2026 soll eine Ausschreibung für sogenannte KI-Gigafabriken starten. Ergänzt wird die Initiative durch aktualisierte Strategien für Open-Source-Entwicklung und Energiefahrpläne.
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Für deutsche Unternehmen bedeutet das: massiver Investitionsbedarf, aber auch neue Chancen. Wer in Rechenzentren und KI-Infrastruktur investiert, könnte von Förderprogrammen profitieren.
EU verschiebt wichtige KI-Regeln
Parallel zur Offensive gibt es Bewegung beim AI Act. Die Umsetzung der Regeln für eigenständige Hochrisiko-KI-Systeme wurde auf den 2. Dezember 2027 verschoben. Für eingebettete Hochrisiko-Systeme gilt nun der 2. August 2028.
Andere Teile bleiben auf der Überholspur: Die Transparenzpflichten für KI-Inhalte treten bereits am 2. Dezember 2026 in Kraft. Neu aufgenommen wurde ein Verbot von KI-generierten nicht-einvernehmlichen sexuellen Inhalten. Die Mitgliedstaaten müssen bis zum 2. August 2027 nationale KI-Regulierungs-Sandkästen einrichten.
Eine politische Einigung zum AI Act wurde bereits am 7. Mai 2026 erzielt. Die formelle Verabschiedung des endgültigen Texts wird noch vor August 2026 erwartet.
Griechenland und Südkorea: Zwei Länder, zwei Wege
Griechenland will zu den ersten EU-Staaten gehören, die den AI Act in nationales Recht umsetzen. Ein entsprechendes Gesetz soll noch im Juni 2026 ins Parlament eingebracht werden. Das Land hat zuletzt seine Technologie-Partnerschaften ausgebaut: Im September 2025 gab es eine Vereinbarung mit OpenAI für den Bildungsbereich, im November 2025 mit Mistral für die öffentliche Verwaltung. Ein weiterer Deal mit ElevenLabs betrifft Sprachtechnologie. Im September 2026 soll die Pharos AI Factory starten – ein Innovationszentrum unter der Leitung von CEO Aphrodite Sevasti.
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Südkorea geht einen anderen Weg. Der dortige AI Framework Act (AIFA) ist seit dem 22. Januar 2026 in Kraft, steht aber bereits auf dem Prüfstand. Der Präsidialrat für nationale KI-Strategie fordert Nachbesserungen. Studien zeigen: Nötig sind klare rechtliche Unterscheidungen zwischen den verschiedenen Akteuren der KI-Wertschöpfungskette sowie eine Trennung der Regeln für KI-Systeme und KI-Produkte.
USA: Personalwechsel und radikale Vorschläge
Auch in den USA tut sich einiges. Sriram Krishnan verlässt Ende Juni 2026 seine formelle Rolle als KI-Berater im Weißen Haus – bleibt aber als externer Berater verfügbar. Sein Abgang kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Bundesbehörden Fristen für den freiwilligen Modellzugang und den Aufbau einer KI-Cybersicherheits-Zentrale einhalten müssen.
OpenAI schlägt derweil die Gründung eines internationalen Jugend-KI-Sicherheitsinstituts vor. Das Konzept, das beim G7-Gipfel in Évian eingebracht werden soll, umfasst neun Prinzipien zum Schutz Minderjähriger: altersgerechte Sicherheitsvorkehrungen, jährlich Risikobewertungen und ein Werbeverbot für Kinder.
Für Diskussionen sorgt ein Vorschlag von Donald Trump: Die US-Regierung könnte Anteile an großen KI-Firmen wie OpenAI, Anthropic und xAI übernehmen. Befürworter sehen darin eine Möglichkeit, öffentliche Renditen aus staatlich finanzierter Forschung zu erzielen. Kritiker warnen vor Marktverzerrungen und Interessenkonflikten für Regulierungsbehörden.
Japan und Australien: Zwischen Aufholjagd und Kritik
Japan erwägt eine Gesetzesänderung, die die Nutzung sensibler persönlicher Daten – einschließlich medizinischer Aufzeichnungen und Vorstrafen – für KI-Entwicklung ohne ausdrückliche Einwilligung erlauben würde. Digitalminister Matsumoto warnt, Japan drohe zur „KI-Kolonie“ zu werden, wenn es seine eigenen Fähigkeiten nicht stärke. Im Sommer 2026 soll der nationale KI-Plan aktualisiert werden, um die Investitionslücke zu den USA und China zu schließen.
Australien steht unter Beschuss, weil es sich angeblich von verbindlichen Regeln für Hochrisiko-KI zurückzieht. Kritiker werfen der Regierung vor, nach Druck internationaler Technologiekonzerne auf einen stärkeren Rückgriff auf bestehende Gesetze zu setzen – wie in einem nationalen Plan vom Dezember 2025 skizziert. Trotz der politischen Debatten fließen weiterhin Milliarden in die Infrastruktur: Microsoft hat umgerechnet rund 15 Milliarden Euro zugesagt, Anthropic strebt bis 2030 eine Rechenleistung von fünf Gigawatt an.

