Die Europäische Union will Banken bei Betrug über Smartphones stärker in die Pflicht nehmen. Ein neuer Gesetzesentwurf sieht vor, dass Finanzinstitute Opfer in bestimmten Fällen binnen zehn Tagen vollständig entschädigen müssen. Dieser Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund einer massiven Welle hochentwickelter Angriffe auf Mobilgeräte.
Banken sollen zahlen – und zwar schnell
Kern des Plans ist die überarbeitete Zahlungsdienste-Richtlinie PSD3. Sie könnte die Spielregeln im digitalen Zahlungsverkehr grundlegend ändern. Bislang trugen die Opfer von Betrugsmaschen wie Phishing oft den vollen finanziellen Schaden. Künftig sollen Banken bei einem ersten erfolgreichen Angriff sogar komplett haften.
Angesichts der neuen EU-Richtlinien und zunehmender Betrugsversuche wird die Absicherung des eigenen Smartphones immer wichtiger. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen mit einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie Sie WhatsApp, Banking und Co. effektiv vor Datendieben schützen. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Experten werten dies als historischen Paradigmenwechsel. Die Verantwortung für Sicherheit würde so von den Nutzern auf die Dienstleister verlagert. Die neuen Regeln sollen Finanzinstitute zwingen, massiv in bessere Betrugserkennungssysteme zu investieren. Eine begleitende Petition gegen betrügerische Online-Werbung unterstützt diese Forderung mit fast 14.000 Unterschriften.
SIM-Swapping macht SMS-TAN wertlos
Dass schärfere Maßnahmen nötig sind, zeigen aktuelle Warnungen von Polizei und Verbraucherschützern. Sie berichten von einer neuen Eskalationsstufe bei Angriffen wie SIM-Swapping. Dabei übernehmen Kriminelle die Handynummer ihres Opfers, indem sie den Mobilfunkanbieter mit gestohlenen Identitätsdaten täuschen.
Das Smartphone des Betroffenen verliert daraufhin das Netz. Während der Nutzer an eine Störung glaubt, fangen die Täter im Hintergrund alle SMS-TANs und Login-Bestätigungen ab. Die klassische Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS wird damit ausgehebelt. Sicherheitsexperten raten dringend zum Wechsel auf spezielle Authentifizierungs-Apps.
Bluesnarfing und Smishing im Aufwind
Gleichzeitig erlebt eine alte Gefahr ein Comeback: Bluesnarfing. In belebten öffentlichen Räumen wie Bahnen oder Einkaufszentren nutzen Angreifer dauerhaft aktivierte Bluetooth-Verbindungen aus. Über Sicherheitslücken in älterer Software können sie unbemerkt Kontakte, Kalender und teils sogar Zugangsdaten auslesen.
Da herkömmliche Sicherheits-Updates oft nicht ausreichen, um komplexe Lücken wie beim Bluesnarfing zu schließen, empfehlen Experten zusätzliche Prüfroutinen. Erfahren Sie in diesem gratis Sicherheits-Leitfaden, welche fünf Maßnahmen Ihr Gerät wirklich absichern und wie Sie häufig unterschätzte Sicherheitslücken schließen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
Parallel verzeichnet die Polizei eine massive Smishing-Welle. Dabei locken gefälschte SMS-Nachrichten im Namen großer Banken oder der IHK auf betrügerische Webseiten. Die Mails und Texte wirken täuschend echt und fordern unter dem Vorwand neuer Sicherheitsrichtlinien zur sofortigen Datenaktualisierung auf.
Job-Angebote als Falle für Geldwäsche
Eine besonders perfide Masche ist das sogenannte Job-Scamming. Über soziale Netzwerke werden verlockende Angebote beworben, bei denen man angeblich durch simples App-Testen leichtes Geld verdienen kann. Im vermeintlichen Bewerbungsprozess erschleichen sich die Täter dann Ausweisdokumente.
Sie drängen die Opfer zur Eröffnung von Bankkonten für eine angebliche Legitimation. Diese Konten werden später für Geldwäsche oder den Betrieb von Fake-Shops missbraucht. Für die Getäuschten endet das oft in strafrechtlichen Ermittlungen.
Polizei setzt auf Aufklärung und Prävention
Um die Flut an Betrugsfällen einzudämmen, starten Behörden bundesweit neue Kampagnen. Die Polizei Oberfranken wirbt etwa mit „#NMMO“ (NichtMitMeinerOma) gezielt gegen Callcenter-Betrug. Über Plakate und Videos sollen vor allem ältere Menschen für die Gefahren am Telefon sensibilisiert werden.
Auch auf lokaler Ebene wird aktiv aufgeklärt. In Städten wie Bad Vilbel zeigen Seniorenbüros in Workshops, wie man Smartphones sicher konfiguriert. Die Experten raten einheitlich: Bei Nachrichten von Banken oder Behörden stets kritisch bleiben, keine Links in unerwarteten SMS öffnen und im Zweifel direkt bei der Institution nachfragen. Wer bereits Opfer wurde, sollte Konten sofort sperren lassen und Anzeige erstatten.





