Die Durchsetzung europäischer Vorgaben für mehr Reparierbarkeit und Transparenz bei elektronischen Geräten weist erhebliche Defizite auf. Eine Untersuchung der Organisationen iFixit und Right to Repair Europe vom 7. September 2026 zeigt, dass zahlreiche Hersteller ihren Informationspflichten in der EU-Produktdatenbank für Energieverbrauchskennzeichnung (EPREL) nicht ordnungsgemäß nachkommen.
Aus einer Auswertung von über 7.000 EPREL-Datensätzen geht hervor, dass von 2.334 Smartphone-Modellen der vergangenen zwölf Monate lediglich rund 18 Prozent eine Website mit Angaben zu Ersatzteilpreisen oder Reparaturanleitungen nennen.
Fehlende Links und unvollständige Pflichtangaben
Die Analyse offenbart deutliche Lücken in der EPREL-Datenbank. Rund 50 Prozent der untersuchten Datensätze weisen gänzlich leere URL-Felder auf. Weitere 19 Prozent der Einträge verlinken zwar auf Produkt- oder Supportseiten, bieten dort jedoch keine der gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtinformationen oder führen absurde Preisspannen auf. Als Beispiel wird ein Akku von Acer genannt, dessen Preisspanne mit 14 bis 128 Euro beziffert wurde.
In acht Prozent der Datensätze verwiesen die Einträge lediglich auf die Formulierung „siehe Handbuch“. Bei knapp fünf Prozent führten die Verweise gar zu externen Online-Marktplätzen wie Temu oder AliExpress, teilweise sogar für die Bereitstellung von Reparaturanleitungen.
Fragwürdige Selbsteinstufungen und Mängel im Handel
Trotz unvollständiger Angaben vergeben sich einige nicht konforme Hersteller Bestnoten bei den Reparaturinformationen. So bewerteten sich der Hersteller des Oukitel WP35 Pro sowie der des Shenzen I17 mit der Bestnote 5 von 5 Punkten (Klasse A). Beim Oukitel C18 Ultra, das mit der Klasse B gelistet ist, führten hinterlegte Links zu 404-Fehlerseiten.
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Die Dokumentationsmängel beschränken sich nicht auf Neugeräte aus dem Mobilfunkbereich. Auch bei Wäschetrocknern, für die entsprechende Pflichten bereits seit Juli 2025 gelten, erfüllt über die Hälfte der Einträge die Vorgaben nicht. Zudem zeigen sich Lücken im Online-Handel: Auf mediamarkt.de fehlte bei etwa 30 Prozent der angebotenen Smartphones – konkret bei 690 von 1.671 Modellen – das vorgeschriebene Energielabel.
Nationale Umsetzung und weitere EU-Schritte
Für die Überwachung und Kontrolle der Ökodesign-Regeln 2023/1670 sowie der Energielabel-Regelung 2023/1669 sind die EU-Mitgliedstaaten verantwortlich. Auf nationaler Ebene schreitet die gesetzliche Verankerung schrittweise voran: Italien setzte die europäische Reparatur-Richtlinie mit dem Dekret Nr. 176 vom 25. September 2026 um, das am 22. Oktober 2026 in Kraft tritt.
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Auf europäischer Ebene sind bereits weitere Anpassungen des Rechtsrahmens terminiert. Die EU-Kommission plant für das year 2027 eine Präzisierung der Anforderungen an Haltbarkeit und Reparierbarkeit von Produkten. Vorgaben zum Recycling sollen im Jahr 2029 folgen.

