Ab sofort müssen neue Android-Smartphones in der EU mindestens fünf Jahre lang Updates erhalten. Das schreiben neue, verbindliche Ökodesign-Regeln vor, die seit Mitte 2025 gelten. Gleichzeitig sollen Akkus länger halten und leichter austauschbar sein. Ziel ist es, Elektroschrott zu reduzieren und das Recht auf Reparatur zu stärken.
Fünf Jahre Updates: Schluss mit dem schnellen Veralten
Die neue Pflicht ist ein Wendepunkt für den Android-Markt. Hersteller müssen Sicherheits-Patches und Betriebssystem-Upgrades kostenlos bereitstellen – und zwar fünf Jahre lang, gerechnet ab dem Verkaufsende des Geräts. Bisher stellten vor allem Hersteller günstigerer Geräte den Support oft schon nach zwei Jahren ein.
- Update-Frist: Sicherheitsupdates müssen spätestens vier Monate nach ihrer Veröffentlichung durch Google ausgeliefert werden.
- Für alle gleich: Die Regel gilt für alle neuen Smartphones und Tablets, unabhängig vom Preis. Premium-Hersteller wie Samsung oder Google hatten bereits längere Zyklen angekündigt.
Der Akku muss länger durchhalten
Die zweite große Neuerung betrifft die Haltbarkeit des Akkus. Festeinbaubatterien in neuen Geräten müssen nach 800 vollen Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent ihrer Original-Kapazität aufweisen. Das soll den typischen Leistungsabfall nach einigen Jahren Nutzung deutlich verlangsamen.
Ab 2027 kommt eine weitere Regel hinzu: Dann müssen Akkus in portablen Geräten für Verbraucher leicht und ohne Spezialwerkzeug austauschbar sein. Diese Vorgabe könnte das Design künftiger Smartphones grundlegend verändern.
Sieben Jahre Ersatzteile: Das Recht auf Reparatur kommt
Die EU-Initiative geht noch weiter. Hersteller sind verpflichtet, wichtige Ersatzteile wie Displays, Kameras und Akkus mindestens sieben Jahre nach Verkaufsstopp vorrätig zu halten. Die Teile müssen innerhalb von fünf bis zehn Werktagen lieferbar sein – und nicht nur an autorisierte Werkstätten.
Für mehr Transparenz soll zudem ein neues EU-Energielabel eingeführt werden. Es informiert über Energieeffizienz, Akkuhaltbarkeit und erstmals auch über einen Reparierbarkeitsindex.
Paradigmenwechsel für die Smartphone-Branche
Die Vorschriften sind eine klare Antwort der EU auf wachsende Elektroschrott-Berge und den Vorwurf der „geplanten Obsoleszenz“. Für viele Budget-Marken bedeutet die Update-Pflicht einen erheblichen Mehraufwand in Entwicklung und Support. Könnten sich dadurch die Gerätepreise erhöhen?
Analysten sehen in den Regeln vor allem eine Chance: Langlebigkeit und Kundenservice werden zu entscheidenden Kaufargumenten. Die Ära des Wegwerf-Smartphones könnte in Europa damit bald vorbei sein. Durch den sogenannten „Brüssel-Effekt“ könnten die strengen Standards zudem weltweit neue Maßstäbe setzen.





