EuGH bestätigt 4,125 Mrd. Euro Strafe gegen Google: Chrome-Zwang

Microsoft testet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung in Edge, um Windows-Nutzer zum Browserwechsel zu bewegen. Zeitgleich sinkt der Windows-Marktanteil unter 60 Prozent.

Microsoft testet eine visuelle Schritt-für-Schritt-Anleitung, um Windows-Nutzer zur Umstellung auf den hauseigenen Browser Edge zu bewegen. Die experimentelle Funktion wurde in aktuellen Vorabversionen des Browsers entdeckt und zeigt, wie der Konzern seine Software aggressiver bewerben will.

Interaktive Anleitung im Browser

Die neue Funktion nutzt eine spezielle Seite innerhalb des Browsers, die das Standard-Windows-Einstellungsfenster verkleinert und den Nutzer mit detaillierten Anweisungen durch den Wechsel führt. Wer eine bestimmte interne Adresse aufruft, bekommt eine visuelle Anleitung, wie sich die Standard-Browser-Einstellungen ändern lassen.

Branchenbeobachter sehen Parallelen zu ähnlichen Strategien von Konkurrenten wie Google Chrome. Die Funktion befindet sich noch in einem unfertigen Zustand innerhalb der Entwicklungsversionen. Ob Microsoft sie tatsächlich für alle Nutzer freischaltet, ist noch offen.

Mehr Kompatibilität mit Google-Diensten

Die Werbeoffensive fällt zeitlich mit technischen Neuerungen zusammen, die Edge für Nutzer des Google-Ökosystems attraktiver machen sollen. Seit dem 8. Juli unterstützt Edge die Anmeldung mit einem Google-Konto zur Synchronisation von Lesezeichen, Erweiterungen und dem Browserverlauf.

Die Funktion ist derzeit auf Windows und macOS über spezielle Browser-Flags verfügbar. Die Daten werden dabei auf Microsoft-Servern gespeichert. Zudem haben jüngste Updates im Edge-Dev-Kanal technische Verbesserungen gebracht – darunter CSS-Gap-Dekorationen und eine nahtlose Migration für Progressive Web Apps (PWAs). Die Kompatibilitätsrate des Browsers stieg laut Entwicklerangaben in den letzten sechs Monaten von 77 auf 97 Prozent.

Windows unter Druck: Marktanteil fällt unter 60 Prozent

Diese Entwicklungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Windows zunehmend unter Druck gerät. Laut StatCounter-Daten vom Juni 2026 ist der weltweite Desktop-Marktanteil von Windows auf 56,55 Prozent gefallen – das erste Mal seit Jahren, dass die Plattform die 60-Prozent-Marke unterschreitet. Zum Vergleich: Der Anteil „unbekannter“ Betriebssysteme stieg von rund acht Prozent im Mai 2025 auf 21,45 Prozent.

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Wettbewerb und Regulierung verschärfen sich

Die gesamte Browser- und Plattformlandschaft steht unter erheblichem regulatorischem und wettbewerblichem Druck:

EuGH bestätigt Milliardenstrafe gegen Google: Am 9. Juli bestätigte der Europäische Gerichtshof ein wegweisendes Kartellurteil gegen Google. Die Strafe in Höhe von 4,125 Milliarden Euro bleibt bestehen. Das Gericht befand, dass Google seine marktbeherrschende Stellung missbraucht habe, indem es Hersteller zur Vorinstallation von Chrome und der Google-Suche auf Android-Geräten zwang.

DuckDuckGo blockiert YouTube-Werbung: Anfang der Woche kündigte die datenschutzorientierte Suchmaschine DuckDuckGo an, dass ihr Browser auf dem Desktop und dem iPhone standardmäßig YouTube-Werbung blockieren wird. Der Dienst verzeichnete nach mehreren branchenweiten KI-Ankündigungen kürzlich einen neuen Tagesrekord bei den Suchanfragen.

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Windows-Telemetrie in der Kritik: Aktuelle Gerichtsverfahren des FBI haben die Nutzung von Windows-Telemetrie – insbesondere der Global Device Identifier (GDID) – offengelegt. Damit können Nutzer selbst dann verfolgt werden, wenn sie ein VPN verwenden. Datenschützer kritisieren diese dauerhaften Identifikatoren als Sicherheitsrisiko und bemängeln, dass Nutzer oft keine einfache Möglichkeit haben, diese Überwachung zu deaktivieren.