Ein schwerer Datenschutzvorfall beim Betreiber der beliebten Eurail- und Interrail-Pässen gefährdet persönliche Daten Tausender Bahnreisender in Europa. Betroffen sind auch junge Teilnehmer des EU-Förderprogramms DiscoverEU.
Umfang des Lecks: Passdaten und persönliche Informationen im Visier
Die Bestätigung eines umfangreichen Datenlecks bei Eurail B.V. sorgt für neue Sicherheitsbedenken bei europäischen Bahnreisenden. Das Unternehmen mit Sitz in Utrecht hatte den Vorfall am 10. Januar 2026 erstmals bekannt gegeben. In den vergangenen Tagen wurden jedoch immer mehr Details zum Ausmaß des Zwischenfalls öffentlich. Unbefugte Akteure erlangten Zugriff auf Kundendatenbanken, wie aus Benachrichtigungen an betroffene Kunden hervorgeht.
Kompromittiert wurden sensible personenbezogene Daten wie Vor- und Nachnamen, Geburtsdaten, Geschlecht, E-Mail- und Privatadressen sowie Telefonnummern. Besonders brisant: Für viele Kunden wurden auch Passdaten wie Passnummern, Ausstellungsland und Ablaufdatum abgegriffen. Eurail betont, dass für Standard-Passinhaber keine gescannten Kopien der Pässe gespeichert werden. Für eine bestimmte Gruppe gilt das jedoch nicht.
DiscoverEU-Teilnehmer besonders gefährdet
Das Datenleck trifft junge Reisende im DiscoverEU-Programm besonders hart. Diese Initiative der Europäischen Kommission, die über Erasmus+ finanziert wird, vergibt kostenlose Bahnpässe an 18-Jährige. Die EU-Kommission bestätigte separat, dass für diese Teilnehmer kompromittierte Daten auch gescannte Pass- oder Ausweiskopien, IBANs und möglicherweise im Bewerbungsprozess übermittelte gesundheitsbezogene Daten umfassen können.
Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Diese spezifische Kombination aus hochauflösenden Ausweiskopien, finanziellen Daten und Gesundheitsinformationen schaffe einen idealen Nährboden für Identitätsdiebstahl. Die Verfügbarkeit von IBANs erhöhe das Risiko für gezielten Finanzbetrug, während die ID-Scans es Kriminellen ermöglichen könnten, Identitätsprüfungen auf anderen Plattformen zu umgehen.
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Offizielle Reaktion und Sicherheitsmaßnahmen
Eurail B.V. erklärte, nach Entdeckung des unbefugten Zugriffs sofort Schritte zur Absicherung der Systeme eingeleitet und die Schwachstelle geschlossen zu haben. Externe Cybersicherheitsspezialisten führen eine forensische Untersuchung durch und überwachen, ob gestohlene Daten online gehandelt oder missbraucht werden. Nach letzten Updates vom 15. Januar 2026 gebe es noch keine Hinweise auf eine öffentliche Verbreitung oder böswillige Nutzung der Daten. Experten warnen jedoch, dass sich dies schnell ändern könne.
Gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) meldete Eurail den Vorfall der niederländischen Datenschutzbehörde und benachrichtigt weitere relevante Aufsichtsbehörden. Das Unternehmen hat zudem damit begonnen, betroffene Kunden direkt zu kontaktieren – ein Prozess, der diese Woche angelaufen ist.
Dringende Sicherheitsschritte für alle Reisenden
Cybersicherheitsfirmen und Verbraucherschützer raten allen Eurail- und Interrail-Kontoinhabern zu sofortigen Schutzmaßnahmen – unabhängig davon, ob sie eine Benachrichtigungs-E-Mail erhalten haben.
- Passwörter sofort ändern: Nutzer sollten umgehend ihre Passwörter für Eurail- und Interrail-Konten, insbesondere für die Rail Planner-App, ändern. Wurden diese Passwörter auch auf anderen Websites genutzt, müssen auch diese Konten gesichert werden.
- Wachsam bei Phishing-Versuchen: Reisende sollten besonders auf gezielte Phishing-Kampagnen achten. Kriminelle könnten die gestohlenen Reisedaten nutzen, um täuschend echte E-Mails zu verfassen, die scheinbar von Eurail, Banken oder Zollbehörden stammen und nach Zahlungen oder weiteren persönlichen Daten fragen.
- Konten überwachen: DiscoverEU-Teilnehmer sollten ihre Bankkonten besonders auf unbefugte Lastschriften oder verdächtige Aktivitäten überprüfen.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Die Aktivierung von 2FA für alle sensiblen Konten (E-Mail, Banking, Soziale Medien) bietet eine entscheidende zusätzliche Sicherheitsebene gegen sogenannte Credential-Stuffing-Angriffe.
Hintergrund: Wachsende Cyber-Bedrohung für Reiseinfrastruktur
Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund eskalierender Cyber-Bedrohungen für den globalen Reise- und Transportsektor. Die wertvollen Datenschätze der Reiseanbieter – eine Kombination aus Bewegungsprofilen, Identitätsdokumenten und Zahlungsdetails – machen sie zu attraktiven Zielen für Cyberkriminelle.
Branchenanalysten weisen darauf hin, dass das Eurail-Leck die Verwundbarkeit vernetzter Reisesysteme offenbare. Die Integration verschiedener nationaler Bahnnetze in eine einzige digitale Buchungsplattform schaffe zwar Komfort für Passagiere, aber auch einen zentralen Schwachpunkt, der grenzüberschreitende Auswirkungen haben könne. Der Vorfall folgt einem Trend zunehmender Angriffe auf kritische Infrastrukturanbieter in Europa und unterstreicht die Notwendigkeit robuster Cybersicherheitsrahmen, wie sie die EU-NIS2-Richtlinie vorsieht.
Ausblick: Untersuchungen und regulatorische Prüfungen
Das volle Ausmaß des Datenschutzvorfalls wird sich voraussichtlich in den kommenden Wochen klären, wenn die forensischen Untersuchungen abgeschlossen sind. Die regulatorische Prüfung dürfte sich verschärfen. Datenschutzbehörden werden untersuchen, ob die Sicherheitsmaßnahmen von Eurail B.V. angemessen waren, um die sensiblen Daten EU-Bürger zu schützen.
Für die Reisebranche könnte dieses Ereignis ein Katalysator für strengere Datenminimierungspraktiken sein, insbesondere bei der Speicherung von Passkopien und Gesundheitsdaten. Kurzfristig sollten sich Reisende, die Bahnreisen in Europa für die Saison 2026 planen, auf verschärfte Sicherheitsüberprüfungen einstellen. Es wird geraten, die Menge der in Reise-Apps gespeicherten persönlichen Daten zu minimieren. Eurail hat weitere Updates im Zuge der Untersuchung zugesagt.
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