Euro-Office 1.0: Europäische Office-Alternative startet am 9. Juni

Am 9. Juni 2026 erscheint die quelloffene Bürosuite Euro-Office als DSGVO-konforme Alternative zu US-Diensten.

Juni 2026 die erste stabile Version von Euro-Office auf den Markt. Die quelloffene Bürosoftware positioniert sich als souveräne Alternative zu US-Diensten wie Microsoft Office und Google Docs – mit Fokus auf Regierungsbehörden und Unternehmen weltweit.

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Umfassende Produktivitätsumgebung

Euro-Office 1.0 bietet eine vollständige Web-Umgebung mit Editoren für Dokumente, Tabellenkalkulationen, Präsentationen und PDF-Dateien. Die Benutzeroberfläche ähnelt bewusst Microsoft Office, sodass der Umstieg für Anwender möglichst reibungslos verläuft. Unterstützt werden gängige Formate wie DOCX, XLSX und PPTX sowie die Open-Document-Formate ODT, ODS und ODP.

Im Zentrum steht die Echtzeit-Zusammenarbeit: Mehrere Nutzer können gleichzeitig an Dokumenten arbeiten, Änderungen nachverfolgen, Versionen verwalten und Kommentare einfügen. Die technische Entwicklung läuft über eine GitHub-Organisation, die seit September 2025 existiert und aktuell 22 öffentliche Repositories umfasst. Besonders das DocumentServer-Repository hat mit 1.145 Sternen Aufmerksamkeit in der Entwickler-Community erregt.

Die Suite basiert auf dem Kerncode von OnlyOffice und steht unter der AGPLv3-Lizenz – es handelt sich nicht um einen LibreOffice-Abkömmling. Zu den beteiligten Unternehmen zählen namhafte europäische Firmen wie Ionos, Nextcloud, EuroStack, XWiki, OpenProject, Soverin, Abilian, BTactic, Open-Xchange und Office.eu.

Digitale Souveränität als strategisches Ziel

Der Start von Euro-Office fällt in eine Zeit wachsender Bemühungen in Deutschland, Frankreich und Österreich, die Abhängigkeit von Software-Anbietern zu reduzieren, die dem US-Cloud-Act unterliegen. Die Suite setzt auf DSGVO-Konformität und digitale Souveränität – ein entscheidender Faktor für den öffentlichen Sektor.

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Branchenbeobachter sehen in dem Projekt einen möglichen Indikator für die Fragmentierung des globalen Produktivitätsmarktes. Der Erfolg von Euro-Office wird maßgeblich daran gemessen, ob öffentliche Einrichtungen großer europäischer Volkswirtschaften die Suite übernehmen.

Integration und mobile Nutzung

Ab dem 9. Juni wird Euro-Office direkt in Nextcloud Hub 26 Spring integriert sein – als Alternative zu bestehenden Lösungen wie Collabora. Auch Ionos hat angekündigt, die Suite nach dem Launch seinen Managed-Nextcloud-Kunden anzubieten.

Die Software wird zudem in die Office.eu-Plattform eingebunden. XWiki erwartet den Abschluss seiner Integration bis zum vierten Quartal 2026. Über die reine Web-Version hinaus arbeiten die Entwickler an dedizierten Desktop- und Mobil-Apps, deren Veröffentlichung für den Sommer 2026 geplant ist.

Lizenzstreit mit OnlyOffice

Das Projekt sah sich mit Vorwürfen des OnlyOffice-Entwicklers Ascensio System SIA konfrontiert. Im März 2026 gab es Spannungen: Euro-Office habe angeblich gegen die AGPLv3-Lizenz verstoßen, indem es ursprüngliche Markenzeichen und Namensnennungen nicht beibehalten habe.

Entwickler von Euro-Office hatten zuvor Bedenken hinsichtlich der Transparenz und der geografischen Zugehörigkeit von OnlyOffice geäußert. Nextcloud-CEO Karlitschek deutete kürzlich an, der Lizenzstreit sei beigelegt – OnlyOffice dementierte jedoch eine Einigung. Das Euro-Office-Konsortium zeigt sich unbeeindruckt: Die rechtliche Situation sei handhabbar und werde den geplanten Start im Juni nicht verzögern.