EWS-Abschaltung: Microsoft lässt die Reaktivierung bis April 2027 zu

Die vorübergehende EWS-Reaktivierung endet im April 2027; Microsoft rät Unternehmen zum Wechsel auf Microsoft Graph.

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Microsoft stellt IT-Administratoren Anleitungen bereit, um stillgelegte Anwendungen der Exchange Web Services (EWS) in Exchange Online wieder zu aktivieren und zu reparieren. Am 21. Oktober 2026 hat das Unternehmen damit begonnen, die Schnittstelle in Exchange Online mandantenweise zu deaktivieren.

Für nicht konfigurierte Mandanten kündigt Microsoft den Schritt jeweils sieben Tage im Voraus über eine Warnung im Message Center an. Seit dem 1. Oktober 2026 ist EWS bereits standardmäßig blockiert, während die endgültige Abschaltung für den 1. April 2027 terminiert ist.

Wege zur temporären Reaktivierung der Schnittstelle

Für Organisationen, deren Arbeitsabläufe durch die Deaktivierung unterbrochen wurden, besteht die Möglichkeit einer manuellen Reaktivierung. Diese Notfallmaßnahme kann im Microsoft-365-Admin-Center vorgenommen werden, indem im Bereich des Baseline Security Mode das Häkchen bei der Option zur organisationsweiten Blockierung von EWS entfernt wird. Alternativ lässt sich der Zugriff über die PowerShell mittels des Befehls Set-OrganizationConfig -EWSEnabled $true wieder freischalten.

Die administrative Anpassung wird laut Microsoft binnen 4 Stunden wirksam, wobei Administratoren den aktuellen Status über Get-OrganizationConfig überprüfen können. Gestoppte Anwendungen nehmen ihren Betrieb nach der Reaktivierung meist binnen einer Stunde wieder auf, in seltenen Fällen dauert dies bis zu 4 Stunden.

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Eine Freigabeliste für Anwendungs-IDs (EWSAllowedAppIDs) berücksichtigt dabei lediglich Programme der vergangenen 60 Tage, und Anpassungen an dieser Liste entfalten erst nach 24 Stunden ihre Wirkung. Der Microsoft-Support selbst kann diese Reaktivierung nicht für Kunden übernehmen.

Risiken für betriebliche Prozesse und Drittanwendungen

Die Abschaltung von EWS betrifft diverse Drittanwendungen und ältere Clients. Dazu gehören Outlook-Desktop-Add-ins, ältere Versionen von Outlook sowie Apple Mail und der macOS-Kalender. Lokale Exchange-Server sind von der Deaktivierung hingegen nicht betroffen, wenngleich in Hybridumgebungen cloudabhängige Funktionen beeinträchtigt sein können.

Die Folgen einer unterbrochenen EWS-Verbindung reichen weit über klassische Client-Fehler hinaus. Bei Nichtbeachtung drohen der Ausfall von Backup-, Archivierungs- und Migrationsfunktionen, fehlerhafte Kalenderzugriffe sowie Störungen der Datensynchronisierung. Dies kann zu nicht synchronisierten Terminen, fehlenden Buchungen und ausfallenden Benachrichtigungen führen.

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Zudem können Systeme für das Dokumentenmanagement Anhänge nicht mehr automatisch in SharePoint ablegen, Buchungswerkzeuge keine Raumverfüarbeitsabläufe mehr abrufen und Ticketsysteme keine Vorgänge mehr aus geteilten Postfächern erstellen.

Frist bis April 2027 und Umstieg auf Microsoft Graph

Die bereitgestellte Möglichkeit zur Reaktivierung fungiert lediglich als Übergangslösung. Sie steht Administratoren ausschließlich bis April 2027 zur Verfügung; ab diesem Zeitpunkt ist keine Wiederherstellung des EWS-Zugriffs mehr möglich. Microsoft empfiehlt langfristig den vollständigen Wechsel auf die moderne Microsoft Graph API.

Für den Umstieg sollten Unternehmen den EWS-Nutzungsbericht im Microsoft-365-Admin-Center prüfen, aktive Anwendungs-IDs identifizieren und den Entwicklungsstand der jeweiligen Softwarehersteller bezüglich Microsoft Graph erfragen. Da Microsoft Graph derzeit noch nicht alle bisherigen EWS-Funktionen vollständig abdeckt, erfordert die Migration eine vorausschauende Planung.

Zudem verlangt der Wechsel eine grundlegende Neubewertung der Berechtigungsstrukturen nach modernen Standards wie OAuth und dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe, anstatt bisherige Berechtigungen von Dienstkonten unverändert zu übernehmen.