Am 12. Oktober stellte Microsoft neue Workflow-Funktionen für den KI-Assistenten Copilot in Excel vor, wie cna.com.tw am 17. Oktober berichtete. Zu den zentralen Neuerungen gehören die Werkzeuge Skill Builder und Skill Recorder, mit denen Anwender wiederkehrende Arbeitsabläufe und Berechnungen in Tabellenkalkulationen automatisieren können.
Der Skill Builder erzeugt aus Texteingaben, früheren Befehlsfolgen oder vorhandenen Beispielberichten eigenständige, wiederverwendbare Fertigkeiten. Mit dem Skill Recorder können Nutzer manuelle Arbeitsschritte direkt in Excel vormachen und aufzeichnen lassen, um sie anschließend automatisiert auszuführen.
Ergänzend kündigte Microsoft die Funktionen Get Data für dialogbasierte Datenabfragen über Power Query sowie Clean Data zur automatischen Identifikation von Duplikaten, Formatierungsfehlern und unpassenden Datentypen an.
Die Bereitstellung des Skill Builders erfolgt schrittweise ab Oktober in der regulären Version der Software. Der Skill Recorder soll ab Ende Oktober für Teilnehmer des Microsoft-Insider-Programms zur Verfügung stehen. Beide Funktionen sind vorerst auf die englische Sprache beschränkt, weshalb auch die Anzeigesprache von Microsoft Office auf Englisch eingestellt sein muss.
Der Konzern wies zugleich darauf hin, dass geänderte Datenstrukturen wie neu eingefügte Rabatte, Rückerstattungen oder Währungsfelder dazu führen können, dass zuvor aufgezeichnete Abläufe unvollständige Ergebnisse liefern. Eine fachliche Überprüfung der Resultate durch den Anwender bleibe daher erforderlich.
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Integration spezialisierter Agenten für juristische Arbeitsabläufe
Die Automatisierungsfunktionen in Excel stehen im Kontext einer breiteren Initiative von Microsoft zur Verankerung spezialisierter Workflows in den Büroanwendungen.
Am 15. Oktober startete der Konzern Copilot for Legal für kommerzielle Lizenzen von Microsoft 365 Copilot, wie yayafa.com am 16. Oktober meldete. Die Anwendung bindet über 20 juristische KI-Fähigkeiten als Erweiterungen in die Desktop-Version von Word sowie in die Arbeitsumgebung Cowork ein.
In Word vergleicht das System Vertragsentwürfe mit hinterlegten Unternehmensrichtlinien, führt Anpassungen im Revisionsverlauf auf, erstellt Dokumente auf Basis von SharePoint-Vorlagen und versieht Antworten mit nummerierten Quellenverweisen.
Die Funktion ist in Word standardmäßig aktiviert, kann jedoch administrativ abgeschaltet werden. In Cowork ist die juristische Erweiterung zunächst deaktiviert; laut Artificial Lawyer umfasst sie unter anderem die Extraktion von Pflichten und Fristen, den systematischen Vertragsvergleich sowie die Erstellung von Fallchronologien.
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Die zentrale Verwaltung läuft über das Microsoft-365-Apps-Admincenter beziehungsweise die Agent-Tools-Verwaltung. Zudem bindet Microsoft über 20 Partner-Plugins ein, darunter Angebote von Bloomberg Law, Trellis, iManage, NetDocuments, Box, Litera, HighQ, LegalZoom, DocuSign, Juro, Adobe Acrobat Sign, Harvey, Legora, Relativity und Everlaw.
Die Datenverarbeitung verbleibt nach Angaben von Microsoft vollständig innerhalb der Sicherheitsgrenzen des jeweiligen Firmenmandanten, ohne dass Kundeninhalte für das Training von Basismodellen genutzt werden. Bestehende Zugriffsrechte und Vertraulichkeitskennzeichnungen bleiben wirksam, und Änderungen an Dokumenten bedürfen einer ausdrücklichen Freigabe durch den Nutzer.
Microsoft betonte, dass die Vertragsprüfung gegenwärtig regelbasiert an Playbooks gebunden sei und Antworten fehlerhaft sein können; die rechtliche Prüfpflicht und Haftung verbleibe beim Anwender. In einem internen Programm seit April zählte das Unternehmen über 1.800 Nutzer und fast 100.000 vorgeschlagene Änderungen, von denen rund 70 Prozent übernommen worden seien.
Interne Bewertungen ergaben Werte von über 90 Prozent bei der sprachlichen Flüssigkeit, über 95 Prozent bei der Prägnanz und über 85 Prozent bei der Relevanz, wobei keine unabhängigen Vergleichstests vorliegen.
Laut Microsoft-Counsel Aneesh Mehta verkürze sich die erste Sichtung von Verträgen von rund einer Stunde oft auf wenige Minuten. Für Ende Oktober ist zudem eine Vorschauversion für schnellere Wechsel zwischen Begriffen und Definitionen in Word angekündigt.
Am 16. Oktober präsentierte Brad Smith die juristische Copilot-Lösung für globale Unternehmenskunden. Der Start markiert die vierte große Initiative im Bereich juristischer KI-Lösungen binnen fünf Monaten, nachdem zuvor Anthropic im Mai, Google im August und OpenAI im September eigene Angebote vorgestellt hatten.

