Der Softwarekonzern revolutioniert die Tabellenkalkulation mit intelligenten Textfunktionen und KI-gestützter Datenanalyse.
Microsoft hat seine Tabellenkalkulation Excel umfassend modernisiert. Im Zentrum stehen drei neue Regex-Funktionen sowie KI-Werkzeuge, die lästige Datenbereinigung automatisieren. Die Neuerungen dürften besonders für Unternehmen interessant sein, die regelmäßig große Datenmengen verarbeiten.
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Native Regex-Funktionen: Schluss mit komplizierten Formeln
Excel integriert künftig drei native Regex-Funktionen – REGEXTEST, REGEXEXTRACT und REGEXREPLACE. Sie nutzen die PCRE2-Engine, einen Industriestandard für Mustererkennung. Damit lassen sich Textoperationen durchführen, die bisher verschachtelte Formeln oder Makros erforderten.
Typische Anwendungsfälle: Postleitzahlen aus Adressen extrahieren oder bestimmte Formatierungsmuster in großen Datensätzen ersetzen. Die Funktionen waren zunächst Mitte 2024 für Microsoft-365-Insider verfügbar und wurden im Laufe des Jahres 2025 breit ausgerollt. Sie ersetzen umständliche manuelle Workflows und bieten eine robustere Alternative zu herkömmlichen Suchen-und-Ersetzen-Werkzeugen.
KI analysiert offene Umfragedaten
Noch einen Schritt weiter geht Microsoft mit einer neuen Copilot-Integration für Excel. Ab Juli 2026 können Anwender auf Web, Windows und macOS offene Umfragedaten automatisch analysieren lassen. Das Tool scannt Textspalten und generiert eigenständig Kategorien und Tags.
Das Ziel: Qualitative Daten aus Freitextfeldern in verwertbare Erkenntnisse verwandeln. Bislang war das aufwendige Handarbeit. Der Schritt folgt einem Branchentrend – erst am Dienstag stellte die ING mit ihrem „Smile Survey“ ein KI-basiertes Bereinigungstool vor, das auf dem Claude-KI-Modell basiert.
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Copilot Cowork: Vom Assistenten zum Teamkollegen
Parallel dazu ist Copilot Cowork seit dem 16. Juni 2026 weltweit verfügbar. Das System agiert nicht mehr nur als simpler Assistent, sondern führt eigenständig mehrstufige Aufgaben in Excel, Outlook und Teams aus. Bereits in der dreimonatigen Testphase hatten über 50 Prozent der Fortune-500-Unternehmen das Tool genutzt.
Das Preismodell: 0,01 Dollar pro Credit zusätzlich zum monatlichen Abonnement von 30 Dollar pro Nutzer. Copilot Cowork greift auf mehrere Hochleistungsmodelle zurück, darunter Anthropics Opus 4.8 und Sonnet 4.6. Frontier-Kunden haben zudem Zugriff auf GPT 5.5.
Eigenes Reasoning-Modell: MAI-Thinking-1
Auf der Build-2026-Konferenz präsentierte Microsoft zudem sein erstes proprietäres Reasoning-Modell: MAI-Thinking-1. Es verfügt über einen Kontext von 256.000 Tokens und 35 Milliarden aktiven Parametern. In Benchmarks erreichte es 94,5 Prozent beim AIME 2026 – ein vielversprechender Wert für komplexe Datenanalysen im Microsoft-365-Ökosystem.
Die digitale Kluft bleibt
Trotz aller Innovationen: Power Query bleibt für die klassische Datenbereinigung weiterhin erste Wahl. Es erlaubt das zerstörungsfreie Entfernen von Duplikaten mittels M-Code und bewahrt die Originaldaten.
Doch die Schere zwischen Großkonzernen und kleinen Unternehmen öffnet sich. Eine Studie der koreanischen Industrie- und Handelskammer vom Juni 2026 zeigt: Bei der Nutzung generativer KI klafft eine Lücke von 24,2 Prozentpunkten zwischen Großunternehmen und KMU. Während die Großen KI-Produktivitätssuiten integrieren, arbeiten viele kleine Betriebe weiter mit Basisfunktionen – selbst für Kernaufgaben wie die Produktionssteuerung.

