Der Softwarekonzern stattet seine Tabellenkalkulation mit Live-Daten von Finanzdienstleistern und intelligenten Automatisierungsfunktionen aus.
Microsoft hat eine umfassende Aktualisierung seiner Tabellenkalkulation Excel vorgestellt. Die Neuerungen umfassen direkte Datenverbindungen zu führenden Finanzdatenanbietern sowie wiederverwendbare KI-Fähigkeiten für den Copilot-Assistenten. Ziel ist es, Finanzanalysten den Zugriff auf aktuelle, geprüfte Marktdaten direkt aus der Arbeitsmappe heraus zu ermöglichen.
Neue Datenquellen und Automatisierung
Die aktuellen Integrationen bringen Daten von CB Insights, Daloopa, FactSet, Morningstar, PitchBook und S&P Global direkt in die Excel-Umgebung. Die Konnektoren stehen für Excel im Web, Windows und Mac zur Verfügung. Nutzer von Microsoft 365 Copilot können so spezialisierte Marktinformationen und Finanzkennzahlen abrufen, ohne das Programm wechseln zu müssen.
Bereits Ende Mai hatte Microsoft federierte Konnektoren für LSEG und Moody’s vorgestellt. Diese nutzen das Model Context Protocol (MCP), das einen datenschutzkonformen Zugriff in Echtzeit ermöglicht. Das Framework stellt sicher, dass nur autorisierte Anwender auf bestimmte Marktdaten wie Kurse, Aktieninformationen oder Wechselkurse zugreifen können.
Ergänzend zu den Datenzugriffen führt Microsoft wiederverwendbare Copilot-Fähigkeiten ein. Diese vorgefertigten Automatisierungswerkzeuge stehen allen Microsoft-365-Copilot-Kunden zur Verfügung. Über den Insiders-Kanal bietet Microsoft zudem die Möglichkeit, maßgeschneiderte KI-Workflows für spezifische Unternehmensanforderungen zu erstellen.
Partner erweitern das Ökosystem
Parallel zur Microsoft-Ankündigung brachte Daloopa einen eigenen MCP-Konnektor auf den Markt. Das Tool liefert strukturierte, quellenverknüpfte Finanzdaten für Word, Excel und PowerPoint. Der Dienst deckt mehr als 5.500 börsennotierte Unternehmen weltweit ab und unterstützt neben Microsofts Ökosystem auch andere KI-Plattformen wie ChatGPT und Claude.
Erfahren Sie in dieser Anleitung, wie Sie die neuen Live-Daten-Konnektoren von CB Insights, FactSet, Morningstar und drei weiteren Anbietern in Excel einrichten – inklusive Checkliste für wiederverwendbare Copilot-Fähigkeiten und 5 Automatisierungs-Workflows. Kostenlose Anleitung jetzt sichern
Auch andere spezialisierte KI-Anbieter ziehen nach. Perplexity launchte kürzlich eine Plattform für professionelle Finanzanwender, die auf lizenzierte Daten von Morningstar, PitchBook und Carbon Arc zurückgreift. Die Lösung umfasst 35 vorgefertigte Workflows und bietet Quellennachweise, sodass Finanzexperten Zahlen direkt mit Originaldokumenten verknüpfen können.
Der Aufstieg der KI-Agenten im Finanzsektor
Die Finanztechnologiebranche erlebt einen rasanten Wandel hin zu sogenannter „agentischer“ KI. Dabei erledigen Software-Bots mehrstufige Aufgaben statt nur Fragen zu beantworten. Trintech hat zwei neue KI-Agenten vorgestellt: den Flux Agent, der Kontenschwankungen während des Jahresabschlusses automatisiert analysiert, und den Variance Analysis Agent für Soll-Ist-Vergleiche.
BlackLine aktualisierte ebenfalls seine Plattform für agentische Finanzoperationen. Die neue Finanzkontrollkonsole bietet Echtzeit-Überwachung und Richtliniendurchsetzung für KI-Agenten – ein wichtiger Schritt angesichts des wachsenden Bedarfs an menschlicher Aufsicht und Prüfpfaden in automatisierten Finanzprozessen.
Ausrollen in Unternehmen
Microsoft treibt die Verfügbarkeit seiner KI-Werkzeuge in Unternehmen voran. Ende Juni nahm der Konzern die automatische Installation der Microsoft-365-Copilot-App auf kommerziellen Windows-11-PCs wieder auf. Die Installation betrifft Geräte mit Microsoft-365-Apps für Unternehmen, wobei Administratoren die Möglichkeit haben, die Installation über Registry- oder Gruppenrichtlinien zu unterbinden.
Sparen Sie sich die manuelle Datensammlung: Mit den neuen Excel-Konnektoren greifen Sie direkt auf geprüfte Marktdaten zu – fehlerfrei und in Echtzeit. Die Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie die Integration in wenigen Schritten umsetzen. Live-Daten-Guide anfordern
Große Beratungsunternehmen setzen die Technologie bereits ein. EY begann im April mit der Einführung eines Multi-Agenten-KI-Frameworks auf Basis von Microsoft Azure. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft plant, das System bis Jahresende für 160.000 Prüfungen weltweit einzusetzen. Erste Pilotprojekte bei EY zeigten, dass der Einsatz agentischer KI die Zeit für routinemäßige Prüfungen um bis zu 40 Prozent reduzieren kann.
Auf der Build-Konferenz im Juni stellte Microsoft Azure zudem autonome Workflow-Agenten vor. Diese Bots können Prozesse über Cloud- und lokale Systeme hinweg orchestrieren. Die allgemeine Verfügbarkeit wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.

