Excel fürs Web: Nutzung in sechs Jahren um das Zehnfache gestiegen

Microsoft meldet massiven Anstieg der Web-Nutzung. Neue KI-Funktionen und Xero-Integration treiben die Cloud-Strategie voran.

Das gab Microsoft auf Basis aktueller Daten bekannt. Verantwortlich für diesen Boom ist eine strategische Neuausrichtung aus dem Jahr 2018, wie Brian Jones von der Excel-Produktgruppe erläutert. Damals stellte der Konzern die Weichen neu: Statt die Web-Version stiefmütterlich zu behandeln, investierte Microsoft massiv in die Angleichung an die Desktop-Ausgabe.

Lange Zeit galt Excel im Browser als reiner Viewer – gut zum Anschauen, aber kaum zum Arbeiten. Das hat sich grundlegend geändert. Die Web-Version unterstützt heute Pivot-Tabellen, Diagramme, bedingte Formatierung und vor allem die Echtzeit-Zusammenarbeit mehrerer Nutzer. Für anspruchsvolle Aufgaben und VBA-Makros greifen Power-User zwar weiterhin zur Desktop-Version. Doch der Browser wird zunehmend zur ernsthaften Alternative.

Warum Unternehmen auf die Cloud-Version setzen

Die Entscheidung von 2018, die Cloud-Parität zur Priorität zu machen, zahlt sich nun aus. Für IT-Abteilungen bietet die Web-Version handfeste Vorteile: keine Installation nötig, automatische Updates und eine reibungslose Integration in bestehende Sicherheits- und Compliance-Strukturen. Gerade in Großunternehmen mit tausenden Arbeitsplätzen spart das Zeit und Kosten.

Doch Microsoft ruht sich nicht aus. Der Wettbewerb im Cloud-Spreadsheet-Markt bleibt hart. Google Sheets punktet weiterhin mit seinem kostenlosen Modell – auch wenn Excel fürs Web für Nutzer mit einem Microsoft-Konto ebenfalls gratis ist. Ein interessanter Schachzug kam am 5. Juli 2026 von Google: Sheets kann nun native 3D-Balkendiagramme aus Excel-Dateien importieren. Bisher war dafür eine aufwendige Konvertierung nötig.

KI und Finanzintegration: Microsofts nächster Schritt

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Microsoft zielt gezielt auf Finanzprofis. Der KI-Assistent Copilot bekommt spezielle Fähigkeiten für die Finanzanalyse sowie Datenanbindungen an Dienste wie FactSet, Morningstar und PitchBook. Ein neuer Planungsmodus soll zudem transparenter machen, wie die KI Daten verarbeitet. Das dürfte besonders in Controlling-Abteilungen und Investmenthäusern auf Interesse stoßen.

Ein weiterer Meilenstein folgte am 5. Juli 2026: die Integration mit der Buchhaltungsplattform Xero. Ein KI-Agent bringt Live-Finanzdaten – etwa Gewinn- und Verlustrechnungen oder Forderungen – direkt in Excel und andere Microsoft-365-Anwendungen. Der Zugriff erfolgt zunächst im Nur-Lese-Modus, mit klickbaren Links zurück zur Ursprungsplattform für Aktionen.

Verhaltene KI-Adoption und neue Preise

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Trotz des Web-Booms: Die bezahlten KI-Funktionen von Microsoft wachsen langsamer als erhofft. Von den rund 450 Millionen gewerblichen Microsoft-365-Nutzern haben erst etwa 3,3 Prozent die kostenpflichtige Copilot-Version übernommen. Interne Vermerke deuten darauf hin, dass Microsoft die verschiedenen Copilot-Angebote bis August 2026 in einer einzigen Anwendung zusammenführen will. Ziel: eine einfachere Bedienung und höhere wöchentliche Nutzerzahlen.

Auch bei den Preisen tut sich etwas. Am 5. Juli 2026 traten angekündigte Preisanpassungen für Geschäftskunden in Kraft. Gleichzeitig lockt Microsoft Privat- und Familienabonnenten mit kurzfristigen Aktionspreisen – den niedrigsten Verbrauchertarifen seit über einem Jahrzehnt.