Microsoft verzeichnet einen zehnfachen Anstieg der Sitzungen innerhalb von sechs Jahren – ein klares Zeichen für den Siegeszug cloudbasierter Bürosoftware.
Der Trend zu webbasierten Tools verändert die Arbeitswelt grundlegend. Während Microsoft mit seiner kostenlosen Browser-Version von Excel massiv zulegt, bleibt Google Sheets mit einer Bewertung von 9,1 von 10 Punkten die Nummer eins unter den Tabellenkalkulationsprogrammen. Excel fürs Web kommt auf 8,7 Punkte, die Desktop-Version auf 8,4.
Strategischer Umbau zahlt sich aus
Der Erfolg ist kein Zufall. Microsoft hat vor acht Jahren die Weichen gestellt: Eine grundlegende Modernisierung der Cloud-Infrastruktur und massive Investitionen legten das Fundament für das heutige Wachstum. Wer ein Microsoft-Konto besitzt, kann die Web-Version kostenlos nutzen.
Besonders für Profis wird das Angebot zunehmend attraktiver. Microsoft hat Schnittstellen zu Finanzdatenanbietern wie FactSet, Morningstar und PitchBook geschaffen. Hinzu kommen KI-Funktionen wie Copilot und ein spezieller Planungsmodus, die das Tool für komplexe Aufgaben rüsten.
Der Markt für Tabellenkalkulationen ist gigantisch: Weltweit nutzen zwischen 1,5 und 1,6 Milliarden Menschen monatlich solche Programme – Tendenz steigend.
Google kontert mit besseren Diagrammen
Google lässt sich nicht hängen. Erst am 3. Juli 2024 hat das Unternehmen ein Update für Google Sheets veröffentlicht: 3D-Balkendiagramme lassen sich nun im Originalformat importieren. Bisher wurden solche Grafiken automatisch auf 2D reduziert – ein Ärgernis für viele Nutzer.
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Die Funktion wird schrittweise ausgerollt. Während Nutzer im Schnellveröffentlichungszyklus bereits darauf zugreifen können, folgt der Rest ab dem 13. Juli. Schon im April hatte Google die Ladezeiten für große Tabellen um 30 Prozent reduziert.
KI-Rennen um die Finanzbranche
Der eigentliche Kampf tobt jedoch im Finanzsektor. Rund 1,5 Milliarden Finanzprofis weltweit sind die begehrteste Zielgruppe – und beide Konzerne setzen auf Künstliche Intelligenz.
Google hat im März 2024 seine Gemini-KI in die Workspace-Suite integriert. Nutzer können Tabellen per Sprachbefehl erstellen und live im Internet recherchieren. Seit dem 30. Juni gibt es Gemini Spark auch für macOS.
Microsoft wiederum treibt die KI-Integration in Excel voran. Wie gut die Systeme wirklich sind, zeigt ein aktueller Test: Das Excel Modeling Benchmark von Vals AI prüfte, wie KI-Agenten komplexe Finanzmodelle wie LBO- oder M&A-Berechnungen meistern. Spitzenreiter ist Claude Opus 4.8 mit 69,4 Prozent Genauigkeit. Besonders auffällig: Während Formelstrukturen zu 87 Prozent korrekt erkannt wurden, lag die Trefferquote bei konkreten Zahlenwerten nur bei 61 Prozent.
FactSet setzt auf Google Cloud
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Ein weiterer Paukenschlag: FactSet gab am 4. Juli eine Partnerschaft mit Google Cloud bekannt. Mehr als 241.000 Finanzprofis sollen künftig mit spezialisierten KI-Agenten arbeiten, die auf Gemini basieren – von der Investment-Recherche bis zum Portfoliomanagement.
Der Wettlauf um die Vorherrschaft in der Cloud-Productivity ist in vollem Gange. Eines ist klar: Wer im Finanzsektor nicht mitspielt, wird langfristig das Nachsehen haben.

