Gleich mehrere Neuentwicklungen verändern, wie Profis mit Excel und Google Sheets arbeiten – von KI-gestützten Finanzmodellen bis zu verbesserten 3D-Visualisierungen.
KI-Agenten im Härtetest: Wer schlägt sich am besten?
Am 1. Juli veröffentlichte Vals AI den Excel Modeling Benchmark (EMB) – ein spezielles Testverfahren, das die Leistungsfähigkeit von KI-Agenten bei komplexen Finanzaufgaben misst. Insgesamt 17 verschiedene KI-Modelle mussten sich an Leveraged-Buyout-, Discounted-Cashflow- und M&A-Modellen beweisen.
Das Ergebnis: Claude Opus 4.8 liegt mit einer Genauigkeit von 69,4 Prozent vorn. Der KI-Agent zeigte besondere Stärken bei der Struktur von Formeln – hier bestand er 87 Prozent der Prüfungen. Schwächen offenbarten sich dagegen bei der numerischen Präzision: Nur 61 Prozent der zahlenbasierten Tests waren erfolgreich.
Die Kosten für diese automatisierten Aufgaben variieren enorm. Während Opus 4.8 mit rund 11 Euro pro Aufgabe zu Buche schlägt, verlangt Sonnet 5 etwa 14,50 Euro. Zum Vergleich: MiMo V2.5 Pro ist mit gerade einmal 20 Cent pro Aufgabe eine preiswerte Alternative.
Nur zwei Tage später, am 3. Juli, zog OpenAI nach. Mit Agent RFT (Reinforcement Fine-Tuning) präsentierte das Unternehmen eine neue Methode, die KI-Agenten den effektiveren Umgang mit externen Werkzeugen beibringt. In praktischen Anwendungen wie FinQA verbesserten sich die Validierungsergebnisse innerhalb von rund 50 Schritten von 0,53 auf 0,65.
Datenqualität: Der Kampf gegen Dubletten und Fehler
Mit wachsender Datenkomplexität rückt die Datenqualität in den Fokus. Experten empfehlen einen mehrstufigen Ansatz zur Datenbereinigung. Für Standardaufgaben bleiben die Funktionen „Duplikate entfernen“ und „Bedingte Formatierung“ die erste Wahl. Bei größeren und komplexeren Datensätzen gilt Power Query als bevorzugte Methode für Performance und Genauigkeit.
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Fortgeschrittene Techniken umfassen die UNIQUE-Funktion, den erweiterten Filter und COUNTIF-Formeln. Ein wichtiger Hinweis der Fachleute: Datenbereiche sollten vor der Bearbeitung in offizielle Tabellen umgewandelt werden. Und vor großflächigen Löschungen ist ein vollständiges Backup Pflicht.
Google Sheets holt auf: 3D-Diagramme jetzt möglich
Auch bei der Datenvisualisierung gibt es Neuerungen. Google kündigte am 3. Juli an, dass Google Sheets nun den Import von 3D-Balkendiagrammen im Originalformat unterstützt. Bisher wurden diese Diagramme beim Import automatisch in 2D umgewandelt. Das Update soll bis Mitte Juli für alle persönlichen und Workspace-Konten verfügbar sein.
Parallel dazu gewinnen kreative Anwendungen für Excel-Visualisierungen an Bedeutung – darunter interaktive 3D-Karten und benutzerdefinierte Bilddiagramme. Diese Werkzeuge verwandeln statische Daten in dynamische Heatmaps oder ansprechendere Berichte.
Sicherheitsrisiko: KI-Assistenten im Visier
Sicherheitslücke in Claude Cowork entdeckt: DLL-Sideloading und RPC-Manipulation könnten Ihre Excel-Umgebung gefährden. Die Checkliste im Report zeigt, wie Sie sich schützen. Sicherheits-Checkliste jetzt sichern
Doch die Integration von KI in Tabellenkalkulationen birgt auch Risiken. Sicherheitsforscher entdeckten eine Sandbox-Escape-Lücke in Claude Cowork für Windows (Version 1.9255.2.0). Die Schwachstelle nutzt eine Kette von Exploits – darunter DLL-Sideloading und RPC-Parametermanipulation – die lokale Codeausführung und Root-Zugriff in einer Ubuntu-VM ermöglichen könnte.
Obwohl der Fehler bereits im März 2026 an Anthropic gemeldet wurde, stufte das Unternehmen ihn kürzlich als nicht sicherheitsrelevant ein – und das, obwohl der Exploit theoretisch Netzwerk-Ausgangsschutz umgehen könnte. Für Profis, die KI-Assistenten nutzen, bleibt das Thema ein wacher Punkt.

