Excel-KI: Microsoft integriert Claude und GPT 5.5 direkt

Microsoft integriert konkurrierende KI-Modelle in Excel und führt autonome Autopiloten ein. Der NHS startet Großausrollung von Copilot.

Ab sofort können Excel-Nutzer zwischen verschiedenen KI-Assistenten wählen.

Multi-Modell-Ansatz statt Monokultur

Microsoft hat auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 eine strategische Kehrtwende vollzogen. Statt ausschließlich auf OpenAI zu setzen, öffnet der Konzern seine Produktivitätssuite nun für konkurrierende KI-Modelle. Der Clou: Anthropics Claude ist ab sofort direkt in Excel integriert – ein Novum für die Tabellenkalkulation.

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Der neue Agent Mode erlaubt es Nutzern, Claude für komplexe Aufgaben zu nutzen: Formeln schreiben und erklären, Datensätze bereinigen oder automatisierte Analysen erstellen. Möglich macht dies der Microsoft Foundry-Katalog, der mittlerweile über 11.000 Modelle von Anbietern wie OpenAI, Anthropic und Google umfasst.

Neben Claude stehen nun auch GPT 5.5 mit den neuen Modi „Instant“ und „Think Deeper“ sowie Claude 4.8 Opus zur Verfügung. Eine praktische Neuerung: Die „Plan“-Funktion zeigt KI-Vorschläge an, bevor sie in die Tabelle übernommen werden – so behalten Profis die Kontrolle.

Autopiloten erobern den Arbeitsalltag

Doch Microsoft geht noch weiter. Mit den sogenannten Autopiloten hat der Konzern eine neue Kategorie autonomer KI-Assistenten vorgestellt. Der erste Vertreter namens „Scout“ überwacht Nutzeraktivitäten, bereitet Meetings vor, koordiniert Termine und identifiziert Projektrisiken.

Sicherheitstechnisch setzt Scout auf Entra Identity und unterliegt den Purview-Datenschutzrichtlinien. Aktuell läuft der Autopilot als experimentelle Version für spezialisierte „Frontier“-Organisationen. Parallel dazu bringt LexisNexis seine Protégé-Plattform in Microsoft 365 Copilot – Juristen erhalten damit direkt in Word, Excel und Teams Zugriff auf Fallrecht und Vorschriften.

NHS setzt auf KI: 505.000 Mitarbeiter werden digital

Die Gesundheitsbranche macht ernst: Der britische National Health Service (NHS) rollt Microsoft 365 Copilot für über eine halbe Million klinische und administrative Mitarbeiter aus. Ein Pilotprojekt mit 30.000 Beschäftigten hatte durchschnittliche Zeitersparnisse von 43 Minuten pro Tag und Nutzer ergeben. Innerhalb der ersten sechs Monate sollen 200.000 Anwender geschult sein.

Auch die Bank Syariah Indonesia (BSI) setzt auf die Technologie – für Dokumentenerstellung und Datenanalyse. Branchenexperten raten kleinen und mittleren Unternehmen, interne „Champions“ zu benennen, konkrete Anwendungsfälle zu definieren und den Erfolg der KI-Integration systematisch zu messen.

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Markt im Wandel: Jeder zweite Arbeitnehmer nutzt KI

Eine aktuelle Umfrage von PYMNTS zeigt: 53 Prozent der US-Arbeitnehmer – rund 86 Millionen Menschen – nutzen KI für berufliche Aufgaben. ChatGPT liegt mit 73 Prozent vorn, Microsoft Copilot kommt auf 47 Prozent. Besonders bemerkenswert: 81 Prozent der Claude-Nutzer bezeichnen die KI als unverzichtbar für ihren Workflow.

Die Abrechnung der erweiterten Modellfunktionen erfolgt über ein token-basiertes System innerhalb des bestehenden Copilot-Rahmens. Für Excel-Anwender ergeben sich damit völlig neue Möglichkeiten – von der Formelgenerierung über Power Query für Datenaufbereitung bis hin zur promptgesteuerten Tabellenerstellung mit Tools wie Kimi Sheets.