Microsoft hat eine grundlegende Erweiterung für die Tabellenkalkulation Excel angekündigt, die das Speichern mehrerer strukturierter Werte innerhalb einer einzelnen Zelle ermöglicht.
Wie das Unternehmen am 24. September 2026 bekannt gab, können Zellen künftig Listen, Arrays sowie verschachtelte Arrays enthalten. Die entsprechende Vorschauversion wird derzeit an Teilnehmer des Microsoft 365 Insider-Programms im Beta-Kanal für Windows und Mac verteilt.
Flexible Datenstrukturen und neue Funktionen
Die neuen Funktionen erlauben es Anwendern, Listen über den Befehl „Einfügen“ > Liste oder die Tastenkombination Strg+J zu erstellen. Ein wesentlicher Vorteil dieser Neuerung besteht darin, dass die einzelnen Werte innerhalb einer Zelle separat filter- und berechenbar bleiben. Damit fließen die Daten nicht wie bisher zu einem reinen Textblock zusammen, sondern bleiben als eigenständige Datenpunkte erhalten.
Um die Arbeit mit diesen strukturierten Daten zu unterstützen, führt Microsoft vier neue Funktionen ein. Die Funktion FLATTEN dient dazu, verschachtelte Arrays zu glätten. Mit den Funktionen HAS, HASANY und HASALL können Anwender prüfen, ob bestimmte Werte in den Listen oder Arrays vorhanden sind.
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Technische Grenzen und Kompatibilitätsprobleme
Bei der Nutzung der neuen Datentypen müssen Anwender jedoch technische Grenzen beachten. Nach Angaben von Microsoft liegt das Zeichenlimit pro Zelle bei 32.767 Zeichen. Berichte von Beobachtern weisen darauf hin, dass Listen, die dieses Limit überschreiten, ohne eine entsprechende Fehlermeldung abgeschnitten werden.
Zudem erfordern verschachtelte Arrays die sogenannte Kompatibilitätsversion 3, was zur Folge haben kann, dass sich bereits bestehende Formelergebnisse innerhalb der Arbeitsmappe ändern.
Gegenwärtig weist die Testversion noch funktionale Einschränkungen auf. Pivot-Tabellen, Diagramme, Power Query sowie die Funktionen zum Suchen und Ersetzen unterstützen die neuen Zellinhalte noch nicht vollständig. Auch die Datenvalidierung akzeptiert Listen oder Arrays bisher nicht als Quelle für Dropdown-Optionen.
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Microsoft hat zudem bisher keine Details dazu veröffentlicht, wie sich das Speichern im .xlsx-Format durch die Neuerung verändert. Das Unternehmen rät davon ab, Arbeitsmappen mit diesen Werten mit inkompatiblen Excel-Versionen oder anderen Tabellenprogrammen zu teilen.
Verfügbarkeit und Sicherheitshinweise
Die Verfügbarkeit der Funktion ist vorerst auf den Microsoft 365 Insider-Beta-Kanal beschränkt und dort optional nutzbar. Unter Windows ist mindestens die Version 2610 (Build 20520.20000) erforderlich, während für Mac-Nutzer die Version 16.114 (Build 26092111) bereitsteht.
Microsoft empfiehlt ausdrücklich, die Vorschau vorerst nicht in wichtigen Arbeitsmappen zu verwenden, da sich das Verhalten und die Darstellung bis zur allgemeinen Freigabe noch verändern können. Ein Termin für die finale Veröffentlichung wurde bislang nicht genannt. Laut Microsoft soll die Funktion nach Abschluss der Tests schrittweise in die regulären Versionen integriert werden.
Mehr zum Thema bei Golem.de: „Tabellenkalkulation: Excel ermöglicht erstmals Listen und Arrays in einzelnen Zellen“

