Noch immer arbeiten 67 Prozent der Unternehmen mit Tabellenkalkulationen – doch der Trend zur Web-Anwendung wächst rasant.
Der Abschied von Excel und Co.
Die Zeiten, in denen wichtige Geschäftsdaten in isolierten Excel-Dateien schlummerten, neigen sich dem Ende zu. Immer mehr Organisationen steigen auf webbasierte Lösungen um. Der Grund: Sie versprechen mehr Automatisierung, bessere Datenqualität und vor allem Skalierbarkeit. Branchenbeobachter sehen 2026 einen deutlichen Schub bei spezialisierten Digitalplattformen und No-Code-Tools.
Ein strukturierter Fünf-Schritte-Prozess hat sich für die Migration bewährt: Zuerst wird die Datenquelle ausgewählt, dann folgen Visualisierung, Design, Launch und schließlich die kontinuierliche Evaluierung. Die Praxis zeigt, wie schnell das gehen kann. Mit KI-gestützten No-Code-Werkzeugen gelang es Entwicklern, komplexe CRM-Systeme oder Rechnungstools innerhalb eines Nachmittags in voll funktionsfähige Browser-Anwendungen zu verwandeln – inklusive Dashboard und Cloud-Datenbank.
Speziallösungen für die Baubranche
Besonders in spezialisierten Branchen zeigen sich die Vorteile. Anbieter wie QuoteIQ, Jobber oder ServiceTitan bieten 2026 maßgeschneiderte Plattformen für Handwerksbetriebe. Sie liefern KI-gestützte Kostenschätzungen, automatisierte Nachfassaktionen und Routenoptimierung – Funktionen, die herkömmliche Tabellenkalkulationen nicht abbilden können. Der Umstieg wird durch einfache CSV-Importe erleichtert.
Alte Systeme, neue Oberflächen
Die Modernisierungswelle erfasst auch veraltete IT-Infrastrukturen. Unternehmen, die seit den 1980er-Jahren auf IBM-i-Software setzen, suchen jetzt nach browserbasierten Oberflächen. Ein Anbieter berichtet, dass 95 Prozent seiner Neukunden keine Vorkenntnisse der IBM-i-Plattform mitbringen.
Lösungen wie ASNA Wings oder BCDs WebSmart Presto ermöglichen es, RPG- oder COBOL-Anwendungen ins Web zu bringen – ohne Änderungen am zugrundeliegenden Code. Die modernisierten Dashboards bieten dann Features wie Google-Maps-Integration oder Dropdown-Menüs. Die Installation dauert oft weniger als eine Stunde.
Der Wechsel von Excel-Tabellen zu modernen Web-Anwendungen erfordert eine lückenlose Dokumentation aller Datenflüsse. Mit dieser kostenlosen Excel-Vorlage erstellen Sie Ihr DSGVO-Verarbeitungsverzeichnis zeitsparend und rechtssicher nach Art. 30. Kostenlose Muster-Vorlage und Anleitung jetzt herunterladen
Auch bei Desktop-Anwendungen tut sich etwas. Die kürzlich veröffentlichte Version 0.8 von XAML.io erlaubt die Migration von Windows Presentation Foundation (WPF)-Anwendungen ins Web. Entwickler berichten, dass dabei 97 Prozent des ursprünglichen Codes unverändert bleiben können. Die Anwendungen laufen dann über WebAssembly in Standard-Browsern.
Das Beste aus beiden Welten
Nicht jeder ist bereit, sich komplett von Tabellenkalkulationen zu verabschieden. Für diese Fälle gibt es Hybridlösungen. Google hat kürzlich Connected Sheets für Looker allgemein verfügbar gemacht. Damit können Nutzer live auf Daten aus über 50 verschiedenen Datenbanken direkt in Google Sheets zugreifen – Pivot-Tabellen inklusive. Die Berechtigungen bleiben über die Looker-Plattform erhalten.
CNX hat mit Valence 3.1 für IBM i einen Nitro App Builder vorgestellt, der browserbasierte Dashboards und Abfragen ohne manuelle Programmierung ermöglicht. Der Trend ist klar: Die vertraute Tabellenkalkulation bleibt erhalten, während die Datenverwaltung im Hintergrund professionalisiert wird.
Viele Unternehmen unterschätzen die Risiken, wenn sensible Geschäftsdaten in unübersichtlichen Tabellenstrukturen verarbeitet werden. Erfahren Sie in diesem Experten-Ratgeber, wie Sie die gesetzliche Dokumentationspflicht bei der Datenverarbeitung ohne großen Aufwand erfüllen. Gratis Muster-Verarbeitungsverzeichnis für Ihr Unternehmen sichern
Sicherheit als oberstes Gebot
Im Gesundheitswesen ist der Wechsel zu Web-Anwendungen 2026 vor allem eine Frage der Sicherheit. App-Baukästen wie Caspio, Blaze oder Appian sind gefragt, weil sie HIPAA-konforme Infrastrukturen bieten. Mit dedizierten AWS-Umgebungen und SOC-2-Typ-II-Zertifizierungen stellen sie sicher, dass Patientendaten auch nach der Digitalisierung geschützt bleiben.
Die Beispiele aus der Praxis zeigen: Ob im öffentlichen Gesundheitswesen, in der Umweltverwaltung oder in der Logistik – der Weg führt weg von isolierten Tabellenblättern hin zu vernetzten, webbasierten Systemen. Wer jetzt umsteigt, sichert sich nicht nur Effizienzgewinne, sondern auch die Zukunftsfähigkeit seiner IT-Landschaft.

