Die Ära der manuellen Datenarbeit geht zu Ende – Excel, Workday und Oracle setzen auf Automation.
Der Markt für digitale Datenverarbeitung erlebt einen grundlegenden Wandel. Microsoft stattet Excel mit nativen Automatisierungsfunktionen aus, während Workday und Oracle mit KI-gesteuerten Alternativen angreifen. Die Entwicklungen der ersten Junihälfte 2026 zeigen einen klaren Trend: Weg von statischen Tabellen, hin zu dynamischen, selbstlernenden Systemen.
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Excel bekommt mächtige neue Funktionen
Mit dem Update vom 11. Juni 2026 führt Microsoft 365 die PIVOTBY-Funktion ein. Sie ersetzt klassische Pivot-Tabellen durch dynamische Array-Formeln. Der entscheidende Vorteil: Anders als herkömmliche Pivot-Tabellen aktualisiert sich PIVOTBY automatisch, sobald sich die Quelldaten ändern. Ein manuelles Auffrischen entfällt. Die Funktion unterstützt Summen, Durchschnittswerte und Zählungen und lässt sich mit Excel-Tabellen verknüpfen, die bei neuen Einträgen automatisch wachsen.
Parallel dazu haben Tests der Microsoft Copilot Agents konkrete Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt. Der „Copilot in Excel“ automatisiert Datenanalysen, während der „Researcher Agent“ und der „Facilitator Agent“ Besprechungen vorbereiten und Zusammenfassungen in Echtzeit liefern. Das Ziel: Anwender sollen weniger Zeit mit Formatierungen und Recherche verbringen.
Branchenexperten raten zudem zu modernen Excel-Praktiken. Statt Zellen zu verbinden, empfiehlt sich die Option „Zentrieren über Auswahl“ – das bewahrt die Stabilität der Tabellen. Und statt eigener VBA-Skripte greifen Nutzer zunehmend zu Power Query und dynamischen Arrays.
Workday und Oracle greifen die Finanzabteilungen an
Während Microsoft sein Kerngeschäft modernisiert, zielen Workday und Oracle direkt auf die Finanzplanung und -analyse (FP&A). Workday stellte am 10. Juni 2026 „Adaptive Decision Intelligence“ vor. Das Tool integriert Daten aus Salesforce, Snowflake und Google Drive und erkennt automatisch finanzielle Anomalien – etwa wenn Umsätze von den Planwerten abweichen. Der breite Rollout ist für Herbst 2026 vorgesehen.
Oracle zog am selben Tag nach: Mit Oracle Fusion AI 26C führt der Konzern ein „AI Agent Studio“ ein und sechs spezialisierte ERP-Agenten. Diese kümmern sich um Anlagenabgänge, Budgetierung und Ausgabenverfolgung. Dank Langzeitspeicher und erweiterter Debugging-Protokolle bewältigen sie selbst komplexe Finanzworkflows.
SoftMaker und Power BI ziehen nach
Auch die Konkurrenz schläft nicht. Am 9. Juni 2026 startete SoftMaker Office 2026 in die öffentliche Beta. Die Tabellenkalkulation PlanMaker bietet nun dynamische Arrays und Pivot-Diagramme – und nähert sich damit Excel an. Die Suite läuft auf Windows, macOS und Linux und integriert in der Universal Edition KI-Dienste wie ChatGPT und DeepL für Textverarbeitung und Übersetzung. Die Beta endet am 31. Juli 2026.
Im Bereich Business Intelligence veröffentlichte Microsoft am 11. Juni 2026 das Power-BI-Update für Juni. Es bringt „Agent Skills“ für Planung, Erstellung und Validierung von Berichten. Zudem sind Datenmodellierungs-Tools wie DAX User-Defined Functions (UDFs) und Query-View-Filter jetzt allgemein verfügbar.
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Generative UI: Der nächste große Schritt
Der Trend zur natürlichen Sprachsteuerung erreicht inzwischen die Betriebssystemebene. Auf der WWDC 2026 kündigte Apple für iOS 27 und macOS 27 ein „Describe a Shortcut“-Tool an. Es erstellt komplexe Automatisierungen per Sprachbefehl – allerdings nur auf Geräten mit M1-Chip oder neuer.
Google verfolgt einen ähnlichen Ansatz. Der „AI Mode“ der Suche erhält ein „Canvas“-Feature. Nutzer in den USA können damit interaktive Diagramme, Simulationen und benutzerdefinierte Datentabellen direkt in der Suchoberfläche erzeugen – angetrieben vom Gemini 3.5 Flash-Modell.
Die Botschaft ist klar: Die Zukunft der Datenarbeit liegt in der generativen Benutzeroberfläche. Statt mühsamer manueller Konfiguration entstehen Visualisierungen und Analysen auf Abruf. Für Unternehmen bedeutet das enorme Produktivitätssprünge – und für Excel-Nutzer das Ende der Ära des ständigen Aktualisierens.

