Exchange Web Services: Abschaltung beginnt 1. Oktober 2026

Microsoft skaliert Writeback auf 600.000 Postfächer und kündigt EWS-Abschaltung an. Administratoren müssen Positivlisten konfigurieren.

Microsoft hat am 5. August 2026 das Writeback-Feature für cloud-verwaltete Remote-Postfächer allgemein freigegeben. Die Funktion verbessert die Synchronisation zwischen Exchange Online und lokalen Active-Directory-Umgebungen (AD), indem Attributänderungen aus der Cloud über Entra Cloud Sync in lokale Verzeichnisse zurückgeschrieben werden.

Deutlich höhere Skalierung und neue Attribute

Mit der allgemeinen Verfügbarkeit erhöht Microsoft die Skalierungsgrenzen erheblich: Statt bisher 200.000 unterstützt das Feature nun bis zu 600.000 Postfächer pro Mandant. Das Update synchronisiert insgesamt 24 spezifische Exchange-Attribute. Besonders hervorzuheben ist die neu hinzugekommene Möglichkeit, das mail-Attribut zurückzuschreiben, das zuvor nicht verfügbar war.

Der Rollout erfolgt in mehreren globalen Regionen, darunter Worldwide (WW), GCC High (GCCH), Department of Defense (DoD) und 21Vianet. Administratoren, die an der früheren Vorschauphase teilgenommen haben, sollten die Standardzuordnungen wiederherstellen, um Kompatibilität mit der allgemein verfügbaren Konfiguration sicherzustellen.

Vorbereitung auf den Ruhestand von Exchange Web Services

Die Ankündigung kommt zeitgleich mit weiteren Hinweisen zur Abschaltung von Exchange Web Services (EWS) in Exchange Online. Der Deaktivierungsprozess beginnt am 1. Oktober 2026, die vollständige Abschaltung ist für den 1. April 2027 geplant.

Zur Steuerung des Übergangs führte Microsoft Ende Juli 2026 die neue Einstellung EWSAllowedAppIDs ein. Damit können Administratoren eine Positivliste für bestimmte Anwendungen erstellen, die weiterhin EWS-Zugriff benötigen. Ab Oktober 2026 wird EWS-Traffic für alle Anwendungen blockiert, die nicht auf dieser Liste stehen – selbst wenn die allgemeine Einstellung EWSEnabled auf „true“ gesetzt ist. Administratoren sollten ihre aktuelle EWS-Nutzung inventarisieren und die Positivlisten in den kommenden Monaten konfigurieren.

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Sicherheits-Workarounds und Plattform-Rollouts

Neben den Postfach-Verwaltungsupdates arbeitet Microsoft an technischen Problemen, die durch ein Sicherheitsupdate vom Juni 2026 entstanden sind. Stand 4. August 2026 analysiert das Unternehmen weiterhin ein Problem mit „Wrapper“-Nachrichten in freigegebenen Exchange-Online-Postfächern. Dies betrifft Hybrid-Umgebungen, in denen lokale Stellvertreter die Berechtigungen „Senden als“ oder „Senden im Auftrag von“ verwenden. Für betroffene Systeme wurde ein temporärer Workaround identifiziert, der einen New-SettingOverride-Befehl und eine Aktualisierung der Variantenkonfiguration umfasst.

Im weiteren Microsoft-365-Ökosystem erreichen mehrere Rollouts entscheidende Phasen:

  • Power Platform: Der Rollout der Continuous Access Evaluation (CAE) für Dataverse-Benutzeranmeldungen befindet sich in der Endphase, der Abschluss wird bis zur Woche vom 10. August 2026 erwartet.
  • SharePoint: Restricted Content Discovery (RCD) wird erweitert, um die Sichtbarkeit kürzlich geöffneter Dateien in Copilot und M365-Suche einzuschränken. Der Rollout begann Ende Juli und soll bis Ende September 2026 abgeschlossen sein.
  • Outlook: Ab August 2026 erhalten Nutzer auf Android und iOS ein Update, das das direkte Einfügen von Signaturbildern aus OneDrive ermöglicht.
  • Threat Intelligence: Seit 1. August 2026 sind Microsoft Defender Threat Intelligence (MDTI)-Erkenntnisse direkt in die Defender-XDR- und Sentinel-Portale integriert, eigenständige MDTI-Seiten werden auslaufen.
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Sicherheitsforscher weisen zudem auf eine kritische Schwachstelle hin: CVE-2026-42897, die den „OWAReaper“-Implantat in Microsoft Exchange betrifft, wird Berichten zufolge aktiv ausgenutzt. Organisationen werden dringend aufgefordert, verfügbare Patches einzuspielen.