Der alternative Android-App-Store F-Droid hat die Version 2.0 veröffentlicht – das größte Client-Update seit einem Jahrzehnt. Die Anwendung wurde komplett neu in Kotlin und Jetpack Compose geschrieben, wie hackmag.com berichtete.
F-Droid existiert seit 15 Jahren und stellt ein Repository mit mehreren tausend FOSS-Apps bereit. Nach 14 Beta-Versionen erfolgt die Ausrollung schrittweise über die kommenden Wochen, wie offertedalweb.io und hackmag.com übereinstimmend berichteten.
Neue Oberfläche mit reduzierter Navigation
Die Navigation wurde auf drei zentrale Tabs verschlankt: Discover, Search und My Apps. Einstellungen und Repositories wurden in die obere rechte Ecke verschoben, wie itsfoss.com berichtete. Der Discover-Bereich zeigt neue, aktualisierte und meistgeladene Apps an.
Die Suche funktioniert nun über Namen, Beschreibungen, Kategorien und Übersetzungen und wurde laut itsfoss.com insbesondere für Chinesisch, Japanisch und Koreanisch verbessert, inklusive gespeichertem Suchverlauf. Nutzer können zudem nach Anti-Features, Gerätekompatibilität und Kategorie filtern.
Neue Kategorien wie Firewalls, Passwort-Manager und VPNs wurden laut hackmag.com ergänzt, während Spiele-Apps laut jsnol.com und offertedalweb.io nun in 17 Kategorien unterteilt sind, ergänzt um neue Meta-Kategorien.
Installation profitiert von EU-Digitalgesetz
Eine zentrale technische Neuerung betrifft die Installation von Apps. Dank der Funktion requestUserPreapproval unter Android 14 ist die Installation künftig mit nur einem zusätzlichen Tastendruck gegenüber dem Google Play Store möglich, parallele Installationen mehrerer Apps eingeschlossen.
Wer alternative App-Stores wie F-Droid nutzt, sollte die Basissicherheit seines Geräts nicht vernachlässigen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Ihr Android-Smartphone sofort sicherer vor Hackern und Datenmissbrauch wird. Gratis-Sicherheits-Ratgeber jetzt herunterladen
Laut floss.social ermöglicht ein neuer Session-Installer Installationsabläufe auf Play-Store-Niveau – eine Folge neuer Android-Programmierschnittstellen, die im Zuge des EU Digital Markets Act (DMA) eingeführt wurden.
Auch smartdroid.de bestätigte, dass der einheitliche Installer die Installation direkt beim Antippen bestätigt statt erst nach dem Download, und führte dies ebenfalls auf den DMA zurück. Die Mindestanforderung liegt künftig bei Android 7.0, wie openslime.it berichtete.
Automatische Updates laufen künftig standardmäßig ohne Nutzerinteraktion im Hintergrund, lassen sich aber abschalten. Bei einem geänderten Signing Key erfolgt eine Warnung. Der bisherige Pull-to-Refresh-Mechanismus wurde laut itsfoss.com entfernt; ein manuelles Aktualisieren ist nun über das Drei-Punkte-Menü möglich.
Funktionen entfallen, Tarnmodus bleibt eingeschränkt verfügbar
Mit dem Umbau gehen auch Einschränkungen einher. Laut floss.social entfallen der Support für die Privileged Extension, die automatische Tor-Erkennung – Tor lässt sich künftig nur noch über ein Tor-VPN oder einen Proxy nutzen –, die Panic-Wipe-Funktion sowie der Support für Android 6. Die App-Icon-Tarnung als Taschenrechner bleibt laut itsfoss.com erhalten und findet sich nun unter Settings > App Icon, wird laut floss.social jedoch als eigenständige Fake-Calculator-Tarnung nicht mehr fortgeführt.
Ein veraltetes Betriebssystem oder ignorierte Sicherheitsmechanismen können Ihr Smartphone zu einer offenen Haustür für Cyberkriminelle machen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie mit den richtigen Updates und Einstellungen Ihre Daten dauerhaft vor Malware schützen. Kostenlosen Android-Update-Report anfordern
Die Nearby-Sharing-Funktion wurde laut itsfoss.com vorübergehend entfernt; auch smartdroid.de bestätigte, dass die Nearby-Funktion noch nicht fertiggestellt ist.
Der Rollout erfolgt gestaffelt: Die stabile Version trägt weiterhin die Nummer 1.23.2, während die 2.0-Beta im Packages-Portal verfügbar ist. Laut hackmag.com kann der Installer auf der F-Droid-Website teilweise noch die alte Version ausliefern.
Hintergrund: Streit um Googles Entwicklerverifizierung
Das Update fällt in eine Phase wachsender Spannungen um die Offenheit des Android-Ökosystems. Google plant ab 2027 eine Pflicht-Entwicklerverifizierung für Apps außerhalb des Play Stores, die unter anderem einen Identitätsnachweis und einen Nachweis des Signing Keys sowie eine Gebühr vorsieht.
Nach Kritik kündigte Google kostenlose Accounts für Studenten und Hobbyisten an; die Installation per ADB bleibt möglich, zudem gibt es einen Advanced Flow mit Developer Mode und einer 24-Stunden-Wartezeit.
Als Reaktion initiierte F-Droid-Board-Mitglied Marc Prud’hommeaux die Kampagne „Keep Android Open“, der sich laut itsfoss.com mittlerweile über 70 Organisationen aus mehr als 20 Ländern angeschlossen haben, darunter die Electronic Frontier Foundation, die Free Software Foundation, KDE, Proton, Codeberg, VideoLAN, LineageOS, CryptPad und das Tor Project. Das neu gestaltete F-Droid 2.0 positioniert sich damit auch als technische Antwort auf die sich verändernden Rahmenbedingungen für alternative App-Verteilung auf Android.

