Facebook führt ab sofort das bewährte SMS-Login-Verfahren von WhatsApp ein und weitet die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aus. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Sicherheitsoffensive des Meta-Konzerns.
Seit dem 21. Juni 2026 gleicht Meta die Sicherheitsstandards seiner Plattformen schrittweise an. Die Neuerung betrifft vor allem den Login-Prozess: Nutzer erhalten nun einen sechsstelligen Code per SMS, um sich bei Facebook anzumelden – ein Verfahren, das WhatsApp-Nutzer bereits seit Jahren kennen.
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Sicherheit mit Abstrichen
Der neue Anmeldeweg soll die Nutzererfahrung vereinheitlichen. Doch Experten warnen: SMS-basierte Authentifizierung birgt grundsätzlich Abhörrisiken. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Funktion deaktivieren und stattdessen auf Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) per E-Mail oder über Authenticator-Apps setzen.
Parallel dazu baut Meta die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für private Nachrichten aus. Das hauseigene „Fafo“-Protokoll (Facebook Advanced Functional Object) setzt auf AES- und RSA-Verschlüsselung und wurde bereits mehrfach extern geprüft. Ergänzend gibt es die bereits 2016 eingeführte „Geheime Unterhaltungen“-Funktion auf Basis des Signal-Protokolls. Branchenbeobachter geben allerdings zu bedenken: Der tatsächliche Privatsphäre-Gewinn hängt stark davon ab, wie Meta insgesamt mit Nutzerdaten umgeht.
KI schützt Jugendliche
Zeitgleich mit den Sicherheitsupdates hat Meta den Jugendschutz weltweit verschärft. Für alle Nutzer ab 13 Jahren gelten nun strengere Standardeinstellungen auf Instagram, Facebook und Messenger. Ziel ist es, Minderjährige vor ungeeigneten Inhalten zu schützen.
Herzstück der Initiative ist eine KI-gestützte Altersschätzung. Das System analysiert Profilkontext und visuelle Merkmale – allerdings ohne Gesichtserkennung. In Ländern wie den Philippinen gelten besonders strenge Regeln: Dort müssen Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren neue Follower manuell bestätigen und können nur Nachrichten von bekannten Kontakten empfangen. Über das Family Center können Eltern zudem tägliche Nutzungslimits setzen und einen Schlafmodus aktivieren, der Benachrichtigungen über Nacht stumm schaltet.
Druck von der Justiz
Die technischen Neuerungen kommen nicht von ungefähr. Bereits im April 2026 forderte der Bezirksstaatsanwalt von Manhattan, Alvin Bragg, Meta öffentlich auf, betrügerische Fake-Profile auf Facebook und WhatsApp zu entfernen. Seine Behörde hatte aufgedeckt, dass Kriminelle – oft getarnt als seriöse Hilfsorganisationen – Nutzer um zehntausende Dollar betrogen hatten.
Meta reagierte mit dem Hinweis auf hohe Investitionen in KI zur Erkennung von Identitätstäuschung. Interne Tests zeigten demnach eine Reduzierung der Nutzerbeschwerden über Fake-Profile um 80 Prozent. Der Zeitpunkt ist heikel: Erst kürzlich wurde in New Mexico eine Zivilklage gegen Meta in Höhe von 375 Millionen Dollar eingereicht – ebenfalls wegen Sicherheitsbedenken auf der Plattform.
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WhatsApp bleibt in Bewegung
Auch der Messaging-Dienst selbst entwickelt sich weiter. Seit Juni 2026 können Web-Nutzer in der Beta-Version Gruppenanrufe mit bis zu 32 Teilnehmern führen – inklusive Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Bildschirmfreigabe.
Weitere Neuerungen der vergangenen Monate:
- Nutzernamen: Seit April 2026 können Anwender zwischen 3 und 35 Zeichen lange Benutzernamen wählen, optional gesichert durch einen vierstelligen Schlüssel
- Oberfläche: Ein überarbeiteter „Über mich“-Bereich für Android sowie ein grüner Punkt als neuer Online-Status-Indikator
- Privatsphäre: Einmalig lesbare Textnachrichten auf iOS und ein Geheimcode für gesperrte Chats
- Multi-Account: Seit Ende März 2026 können iPhone-Nutzer zwei WhatsApp-Konten auf einem Gerät betreiben
Die Entwickler versprechen sich von der modularen Neugestaltung der App eine verbesserte Leistung und längere Akkulaufzeiten auf verschiedensten Mobilgeräten.

