Statt bloßer Linklisten liefert die Funktion nun synthetisierte Antworten aus Beiträgen, Gruppen und Marktplatz-Anzeigen. Das könnte die Art, wie Nutzer Informationen finden, grundlegend verändern.
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Muse Spark und Llama 3 als Motoren
Die neue Suchfunktion, die zwischen dem 15. und 18. Juni ausgerollt wurde, basiert auf Metas hauseigenen KI-Modellen Muse Spark und Llama 3. Anwender können Fragen in natürlicher Sprache stellen – das System durchforstet dafür Milliarden öffentlicher Interaktionen auf Facebook. Die Antworten werden aus Posts, Reels, Gruppen-Diskussionen, Marketplace-Einträgen und Events zusammengestellt.
Meta plant, diese Funktion künftig auch auf Instagram und Threads auszuweiten. Das Ziel ist klar: Facebook soll sich vom reinen sozialen Netzwerk zur intelligenten Informationsplattform wandeln.
Doch die ersten Tests offenbaren Schwächen. Während die KI bei sensiblen historischen Ereignissen Falschinformationen vermeidet, hadert sie mit lokalen Empfehlungen. So halluzinierte das System angeblich Standorte von Geschäften oder stützte sich auf unbelegte Nutzerbehauptungen. Die Frage ist: Wie zuverlässig sind Antworten, die aus User-Generated-Content destilliert werden?
WhatsApp: Inkognito-Modus und Business-Agenten
Bereits im Mai führte Meta einen „Inkognito-Modus“ für KI-Chats auf WhatsApp ein. Seit dem 13. Mai können Nutzer dort vertrauliche Gespräche zu Gesundheit, Finanzen oder Beziehungen führen – ohne dass die Chats gespeichert oder überwacht werden. Die Funktion entstand auf expliziten Wunsch der Nutzer nach diskreten KI-Interaktionen.
Parallel dazu treibt Meta die geschäftliche Nutzung voran. Die Unternehmen Gupshup und Treebo starteten eine weltweite Einführung eines Meta Business Agenten auf WhatsApp. Erste Pilotdaten zeigen hohe Engagement-Raten: Nutzer verbrachten durchschnittlich elf Minuten in medienreichen Unterhaltungen, um Hotels zu entdecken, Preise zu vergleichen und Bilder anzusehen. Rund zehn Prozent der Interaktionen fanden auf Hindi statt – ein Beleg für die Mehrsprachigkeit des Systems.
Kreativ-Tools und Monetarisierung
Neben der Suche bringt Meta eine Reihe KI-gestützter Kreativ-Werkzeuge:
- „Wear It“-Funktion: Nutzer können ihr Profilbild virtuell mit Kleidung, Frisuren oder Sporttrikots anpassen.
- Media-Editing: Neue KI-Tools für Foto- und Videobearbeitung ermöglichen Collagen und nahtlose Übergänge in Feed und Stories.
- AI Studio: Bereits seit Juni 2025 testet Meta eine Beta-Version, mit der Nutzer ohne Programmierkenntnisse persönliche KI-Assistenten erstellen können – etwa Lernhilfen oder Coaching-Bots.
Die Investitionen in die KI-Infrastruktur sind gewaltig: Meta gibt für 2026 schätzungsweise 145 Milliarden Euro aus. Finanzieren will der Konzern das unter anderem durch Abo-Modelle. Geplante Preisstufen beginnen bei rund 3,70 Euro pro Monat.
EU-Regulierung bremst Funktionen aus
Die Einführung der KI-Funktionen unterliegt regionalen Beschränkungen. In der Europäischen Union, Großbritannien, Brasilien, Japan, Südkorea und der Schweiz bietet Meta eine Opt-out-Möglichkeit für Nutzer, die ihre Daten nicht für KI-Training freigeben wollen. In anderen Regionen gibt es dagegen keinen systemweiten Ausschaltknopf für die integrierte Meta-KI.
In Deutschland und anderen EU-Staaten sind bestimmte Funktionen wie die KI-gestützte Bild- und Videogenerierung derzeit eingeschränkt – Grund sind die Anforderungen der DSGVO und des EU AI Acts. Zwar ist Meta AI in WhatsApp-Gruppen über spezielle Befehle oder eine eigene Schnittstelle nutzbar, doch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für persönliche Nachrichten bleibt bestehen. Die KI verarbeitet nur Nachrichten, in denen sie explizit erwähnt wird oder wenn ein Nutzer direkt mit ihr interagiert.
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