Facebook und Instagram waren am Sonntagabend in den USA zeitweise nicht erreichbar. Laut der Störungsplattform Downdetector.com gingen bis 21:11 Uhr Ortszeit (ET) über 17.000 Meldungen zu Facebook und mehr als 5.000 zu Instagram ein. Der Ausfall reiht sich in eine Serie technischer Probleme bei Meta ein, während der Konzern gleichzeitig an mehreren Fronten mit Regulierungsbehörden und Gerichten ringt.
Ausfall dauerte rund eine Stunde
Nach Angaben von Tom’s Guide begann die Störung gegen 21:25 Uhr ET, andere Berichte nannten bereits 20:55 Uhr ET als Startzeitpunkt. Die Zahl der Meldungen ging bis etwa 22:00 Uhr deutlich zurück. Beide Dienste liefen am US-Morgen wieder, Metas Statusseite zeigte zu dem Zeitpunkt keine Störung mehr an.
Das Unternehmen nannte keine Ursache und reagierte nicht auf Anfragen von Reuters. Hinweise auf eine Betroffenheit von WhatsApp oder Threads gab es laut Reuters nicht, wenngleich ein anderer Bericht auch Threads als betroffen nannte, während WhatsApp demnach weiterlief.
Neben den USA meldeten auch Nutzer in Singapur, auf den Philippinen, in Australien und Mexiko Probleme. In Singapur erreichten die Meldungen gegen 9:20 Uhr Ortszeit mit rund 220 Facebook- und 120 Instagram-Beschwerden ihren Höhepunkt, wobei über die Hälfte der Beschwerden Websites betraf.
Meta bestätigte nicht, ob die US-amerikanischen und internationalen Störungen auf dieselbe Ursache zurückgingen. Die gemeldeten Zahlen basieren auf Nutzermeldungen bei Downdetector; die tatsächliche Zahl betroffener Nutzer kann davon abweichen.
Es war laut Berichten der dritte größere Meta-Ausfall des Jahres 2026. Im Juni hatte eine Störung 110.000 bis 130.000 Meldungen ausgelöst und rund vier Stunden gedauert, im Juli wurden bis zu 4.808 Facebook- und 2.829 Instagram-Meldungen registriert. Facebook und Instagram zählen zusammen nach Unternehmensangaben über drei Milliarden monatlich aktive Nutzer.
Rechtsstreit mit britischer Medienaufsicht Ofcom
Parallel zu den technischen Problemen weitet Meta einen Rechtsstreit mit der britischen Medienaufsicht Ofcom aus. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, Meta fechte bestimmte Aspekte der Umsetzung des Online Safety Act an.
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Konkret wehrt sich der Konzern gegen die Einstufung von Instagram und WhatsApp als sogenannte Kategorie-1-Dienste, die zusätzliche Pflichten zu Transparenz, Nutzerkontrollen und Schutz vor betrügerischer Werbung mit sich bringen. Auch Roblox und Quora fochten ihre Einstufungen an.
Ofcoms Kategorie-1-Register umfasst neben Facebook, Instagram und WhatsApp unter anderem YouTube, TikTok, X, Reddit, Snapchat, Pinterest, Roblox und Quora; Messenger und Threads könnten die Schwellenwerte künftig ebenfalls erfüllen.
Zusätzlich streitet Meta über die an den weltweiten Umsatz gekoppelte Finanzierung der Ofcom-Kosten sowie über Informationsanfragen – gemeinsam mit TikTok und X. Eine entsprechende Klage soll am 13. und 14. Oktober vor dem High Court verhandelt werden. Der frühere britische Technologieminister Damian Collins warf Meta vor, mit juristischen Mitteln auf Zeit zu spielen.
Kulturministerin Lisa Nandy kritisierte das langsame Vorgehen von Ofcom, während Ofcom-Gruppendirektor Oliver Griffiths sich vom bisherigen Fortschritt „unterwältigt“ zeigte und von einem „hochgradig litigiösen Umfeld“ sprach. Der Online Safety Act tritt seit April 2025 stufenweise in Kraft.
Druck aus den Niederlanden und den Philippinen
Die Digital-Accountability-Gruppe What To Fix reichte bei der niederländischen Verbraucher- und Marktaufsichtsbehörde ACM Beschwerde gegen Meta ein. Der Vorwurf lautet, Meta habe gegen den EU Digital Services Act verstoßen, weil Facebook-Seiten mit Verbindungen zu sanktionierten Akteuren Zugang zur Monetarisierung erhalten hätten. Auch die Melde-, Einspruchs- und Kontaktsysteme des Konzerns könnten demnach gegen das Gesetz verstoßen. Die ACM soll den Sachverhalt untersuchen.
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Auf den Philippinen erhöhte die Regierung ebenfalls den Druck. Digitalminister Henry Aguda erklärte, Meta habe Altersverifikation, eine schnellere Entfernung schädlicher Inhalte sowie eine Zusammenarbeit bei Deepfakes und Cyberkriminalität zugesagt, ein entsprechendes Memorandum aber noch nicht unterzeichnet.
Der philippinische Kongress verschob den Haushalt 2027 des Digitalministeriums wegen Bedenken zu Meta. Regulierer prüfen zudem Datenschutzpflichten und eine mögliche Ausweitung von Franchise-Anforderungen auf große Social-Media-Plattformen.
Gerichtsurteil in Frankfurt
Zusätzliche Brisanz erhält die regulatorische Lage durch ein Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main. Die 6. Zivilkammer entschied gegen Meta Platforms Ireland und zugunsten der Finflow GmbH (Finanzfluss) sowie Thomas Kehl.
Meta muss demnach die Verbreitung von Inhalten unterlassen, die Finanzfluss beziehungsweise Kehl imitieren, Daten zu Reichweite und Umsatz der Fake-Inhalte herausgeben, Schadenersatz leisten und vorgerichtliche Kosten in Höhe von 3.568,81 Euro plus Zinsen seit dem 26.07.2026 zahlen. Bei künftigen Verstößen drohen Strafen von bis zu 250.000 Euro, ersatzweise bis zu sechs Monate Beugehaft.
Das Gericht wies Metas Berufung auf den Hosting-Schutz nach Art. 6 des Digital Services Act zurück und begründete dies mit redaktioneller Kontrolle durch Werbe-Auktion und Feed-Algorithmus unter Verweis auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Das Frankfurter Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Meta kann beim Oberlandesgericht Berufung einlegen.

