Fahrassistenten-Pflicht ab 6. Juli: Neuwagen kosten 500–1.500 Euro mehr

Ab Juli 2026 gelten in der EU neue Sicherheitsstandards für Neuwagen. Zudem verschärfen Länder wie Spanien die Führerscheinregeln für Senioren.

Spanien verkürzt die Gültigkeit von Führerscheinen

Die spanische Verkehrsbehörde DGT hat die Regeln für Fahrer ab 65 Jahren deutlich verschärft. Statt wie bisher alle zehn Jahre müssen Senioren ihren Führerschein nun bereits nach fünf Jahren verlängern lassen. Hinzu kommen strengere psychophysische Tests, die vor allem Sehvermögen, Hörfähigkeit und Reaktionszeit prüfen.

Ein automatischer Führerscheinentzug droht zwar nicht. Doch die Behörden können Auflagen verhängen – etwa ein Nachtfahrverbot für Menschen mit eingeschränkter Sehkraft. Ähnliche Diskussionen laufen europaweit. Die EU arbeitet an ihrer vierten Führerscheinrichtlinie. Geplant ist, moderne Herausforderungen wie das Laden von E-Autos, umweltbewusstes Fahren und den Umgang mit Assistenzsystemen in die Prüfungen zu integrieren.

Auch in Großbritannien zeichnet sich ein härterer Kurs ab. Fahrer über 70 Jahre könnten künftig zu kognitiven Tests verpflichtet werden. Die genauen Modalitäten stehen noch nicht fest.

Pflicht-Assistenzsysteme ab Juli 2026

Ab dem 6. Juli 2026 müssen alle Neuwagen in Spanien und der gesamten EU mit erweiterten Fahrassistenzsystemen (ADAS) ausgestattet sein. Die Verordnung (EU) 2019/2144 schreibt folgende Techniken vor:

  • Notbremsassistenten, die Fußgänger und Radfahrer erkennen
  • Müdigkeitswarner, die Unaufmerksamkeit des Fahrers melden
  • Spurhalteassistenten, die aktiv gegenlenken

Die Kosten für Neuwagen steigen dadurch um schätzungsweise 500 bis 1.500 Euro. Juristen weisen zudem auf eine mögliche Verschiebung der Haftung hin: Bei Unfällen mit automatisierten Systemen könne künftig der Hersteller statt des Fahrers belangt werden.

International unterschiedliche Ansätze

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Während Europa die Zügel anzieht, gehen andere Länder eigene Wege. In den USA tritt Anfang Juli der „Illinois Road Safety and Fairness Act“ in Kraft. Das Gesetz schafft die verpflichtende Fahrprüfung für 79- bis 86-Jährige mit sauberem Verkehrsregister ab.

Die neuen Regeln im Detail:

  • 79 bis 80 Jahre: Verlängerung alle vier Jahre, Sehtest Pflicht
  • 81 bis 86 Jahre: Verlängerung alle zwei Jahre, Sehtest Pflicht
  • Ab 87 Jahren: Jährliche Verlängerung mit Fahrprüfung

Rund 350.000 Fahrer sind betroffen. Die Reform stützt sich auf Daten aus dem Jahr 2024: Fahrer ab 75 Jahren hatten mit 25,54 Unfällen pro 1.000 Führerscheininhabern eine niedrigere Unfallrate als jüngere Altersgruppen.

Brasilien führt mit der MP 1.327/2025 ein abgestuftes System für die digitale Verlängerung des nationalen Führerscheins (CNH) ein:

  • Unter 49 Jahre: Unbegrenzte automatische Verlängerungen, Gültigkeit zehn Jahre
  • 50 bis 69 Jahre: Nur eine automatische Verlängerung alle zehn Jahre, danach persönliche Vorsprache
  • Ab 70 Jahren: Persönliche Verlängerung alle drei Jahre, keine Automatik

Voraussetzung für die automatische Verlängerung: keine Verkehrsverstöße in den vergangenen zwölf Jahren.

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Verwaltungsänderungen in Rumänien

In Rumänien stehen ab Juli administrative Neuerungen an. Die Prüfungen zur Verkürzung von Fahrverboten werden von der Polizei auf den Führerscheindienst (Serviciul Permise) übertragen. Betroffene können die Tests künftig an jeder beliebigen Dienststelle im Land ablegen – eine deutliche Erleichterung für alle, die ihren Führerschein vorzeitig zurückerhalten möchten.