Fahrzeugdiebstahl: Experten empfehlen Tracker plus mechanische Sicherung

Experten empfehlen einen Mix aus mechanischem Schutz und Ortungstechnik, warnen aber zugleich vor Datenabfluss bei vernetzten Fahrzeugen.

Um den Diebstahlschutz für Fahrzeuge wirksam zu erhöhen, empfehlen Fachleute den kombinierten Einsatz von elektronischen Trackern und mechanischen Sicherungen. Angesichts einer Vielzahl aktueller Diebstahlfälle und neuer technologischer Entwicklungen zeigt sich, dass isolierte Sicherheitsmaßnahmen oft nicht ausreichen, um professionelle Täter abzuschrecken oder die Wiederauffindung entwendeter Güter zu garantieren.

Aktuelle Bedrohungslage und polizeiliche Erkenntnisse

Jüngste Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit robuster Schutzkonzepte. In Radeberg konnte die Polizei einen gestohlenen VW Touareg im Wert von zirka 19.000 Euro sicherstellen, während in Erkrath ein aus einem Düsseldorfer Autohaus entwendeter Honda nach einer Verfolgungsfahrt mit überhöhter Geschwindigkeit sichergestellt wurde.

Auch in Innsbruck kam es Ende August zu einem versuchten Diebstahl eines Gespanns aus Pkw und Anhänger. In London berichten Behörden zudem über eine spezifische Masche, bei der gezielt die Marken-Embleme von Volkswagen-Modellen entwendet werden, um an die dahinterliegenden Radar-Module für Assistenzsysteme zu gelangen.

Neben dem Totalverlust von Fahrzeugen rücken auch Sachbeschädigungen in den Fokus. In Ludwigshafen ermittelt die Polizei derzeit wegen eines Falls, bei dem ein Cabriodach aufgeschlitzt und Buttersäure im Innenraum verteilt wurde.

Experten raten in diesem Zusammenhang dazu, grundlegende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten und beispielsweise Ersatzschlüssel niemals in offensichtlichen Verstecken wie unter Blumentöpfen zu deponieren. Grundsätzlich gelte die Devise, mechanische Sicherungen vor rein elektronischen Lösungen zu priorisieren.

Technologische Entwicklungen bei digitalen Schlüsseln

Auf der Seite der Hersteller wird verstärkt in hochmoderne Zugangssysteme investiert. Das Unternehmen YFORE Technology hat in Suwanee im US-Bundesstaat Georgia mit der Produktion des ersten dort gefertigten digitalen Schlüssels begonnen.

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Die Technologie nutzt eine Kombination aus BLE, UWB und NFC sowie Bluetooth 6.0 Channel Sounding. Diese Systeme ermöglichen eine Aktivierung aus einer Entfernung von 10 Metern, eine passive Entriegelung bei Annäherung auf 2 Meter und eine automatische Verriegelung, sobald sich der Nutzer 6 Meter vom Fahrzeug entfernt.

Tracker-Markt: Bluetooth versus GPS

Für die nachträgliche Absicherung stehen Verbrauchern verschiedene Tracker-Technologien zur Verfügung. Bluetooth-Beacons, wie etwa der Apple AirTag oder die FineTrack Slim Karte von Ugreen, sind preislich zwischen 20 und 40 Euro angesiedelt.

Die Karte von Ugreen wird aktuell für 17,07 Euro angeboten, ist lediglich 1,7 Millimeter dünn und verfügt über eine Batterielaufzeit von bis zu 12 Monaten. Solche Lösungen eignen sich laut Experten primär für den Einsatz im städtischen Umfeld mit hoher Gerätedichte.

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Im Gegensatz dazu bieten GPS-Tracker eine größere Unabhängigkeit, verursachen jedoch höhere Anschaffungskosten zwischen 50 und 150 Euro sowie monatliche Abogebühren von 3 bis 10 Euro. Für spezialisierte Anforderungen, etwa im Off-Grid-Bereich, existieren Systeme wie die GlobalLink 530 Kommunikationszentrale von Victron Energy für 233,17 Euro, die über integriertes LTE und eine fünfjährige Laufzeit der SIM-Karte verfügt.

Risiken durch Vernetzung und Datenanalyse

Trotz der Sicherheitsvorteile warnen Fachleute vor den Schattenseiten der Vernetzung. Die Bundesregierung erarbeitet derzeit eine Risikoanalyse zu vernetzten Fahrzeugen, wobei Experten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor Datenabfluss und Spionage warnen.

Eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz verdeutlicht zudem die Risiken bei der Anonymität von GPS-Daten: Mithilfe von KI gelang es Forschern, 18 von 43 Testpersonen innerhalb von durchschnittlich 17 Minuten anhand simulierter GPS-Daten zu identifizieren, wobei die Kosten pro Person bei lediglich 2,24 US-Dollar lagen.

Zusätzlich bleibt die IT-Infrastruktur ein Angriffsziel. Nach einem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung droht die Gruppierung Rhysida mit der Veröffentlichung von Daten, wobei Experten des Chaos Computer Clubs davor warnen, dass Passwörter sowohl im Klartext als auch als Hash-Werte entwendet worden sein könnten.