Fahrzeugsicherheit: Jedes zweite Auto lässt sich illegal öffnen

Der ADAC deckt in einer Zehn-Jahres-Analyse gravierende Sicherheitslücken bei Keyless-Systemen auf: Fast die Hälfte der über 850 getesteten Fahrzeuge lässt sich unbefugt öffnen.

Der ADAC hat im Rahmen einer umfassenden Langzeituntersuchung gravierende Sicherheitsmängel bei Keyless-Schließsystemen von Kraftfahrzeugen festgestellt. In einem Zeitraum von zehn Jahren untersuchte der Automobilclub insgesamt mehr als 850 verschiedene Fahrzeugmodelle.

Die Ergebnisse, die den aktuellen Stand des Jahres 2026 widerspiegeln, verdeutlichen eine anhaltende Anfälligkeit gegenüber unbefugten Zugriffen. Laut den vorliegenden Daten lässt sich fast die Hälfte der getesteten Fahrzeuge illegal öffnen. Zudem gelingt bei jedem dritten untersuchten Modell der unberechtigte Motorstart.

Umfangreiche Sicherheitslücken über Herstellergrenzen hinweg

Die Untersuchung des ADAC belegt, dass eine Vielzahl von Automobilherstellern bislang keinen ausreichenden Schutz gegen Manipulationen an Keyless-Entry-Systemen implementiert hat. In der Liste der Marken mit unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen finden sich sowohl etablierte europäische als auch asiatische und amerikanische Produzenten. Demnach weisen Modelle von Aiways, Alfa Romeo, Alpine, BYD, Chevrolet und DS erhebliche Defizite auf.

Auch bei Volumenherstellern wie Fiat, Honda, Opel und MG konnten die Prüfer des Automobilclubs Sicherheitslücken nachweisen. Weitere betroffene Marken, deren Keyless-Systeme als unzureichend geschützt eingestuft wurden, sind Infiniti, Isuzu, Jeep, KGM/SsangYong sowie Lynk & Co.

Anzeige

Immer mehr Unternehmen und Privatpersonen werden Opfer von Angriffen auf ihre digitale Sicherheit – diese Checkliste hilft Ihnen, es zu verhindern. Experten erklären im kostenlosen E-Book, wie Sie sich proaktiv absichern, bevor es zu spät ist. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen

Die Resultate verdeutlichen, dass das Problem der einfachen Überwindbarkeit dieser Komfortsysteme kein Nischenphänomen ist, sondern ein breites Spektrum des aktuellen Fahrzeugmarktes betrifft.

Begrenzte Fortschritte bei der Absicherung

Zwar gibt es Fahrzeughersteller, deren Systeme im Vergleich zur Gruppe mit unzureichendem Schutz eine höhere Widerstandsfähigkeit aufweisen, doch auch hier sehen Experten weiterhin Handlungsbedarf. Eine Gruppe von Herstellern wurde vom ADAC als maximal 20 Prozent besser gesichert eingestuft. Zu diesen Marken zählen unter anderem Dacia, Ford, Hyundai, Kia, Lexus, Mazda und Nissan.

Ebenfalls in diese Kategorie fallen europäische Marken wie Peugeot, Polestar, Porsche, Renault, Seat und Volvo sowie der japanische Hersteller Toyota. Trotz der im Vergleich leicht verbesserten Sicherheitsarchitektur bleibt das Risiko eines unbefugten Zugriffs oder Motorstarts auch bei diesen Fahrzeugen bestehen.

Die geringe Marge der Verbesserung zeigt, dass die Entwicklung wirksamer Abwehrmechanismen gegen die von Dieben angewandten Methoden bei diesen Herstellern nur langsam voranschreitet.

Zehn Jahre Testpraxis zeigen systemisches Problem

Die Relevanz der Untersuchung ergibt sich insbesondere aus der Kontinuität der Datenerhebung. Über ein Jahrzehnt hinweg hat der ADAC die Entwicklung der Keyless-Technologie verfolgt und kontinuierlich neue Modelle in das Testverfahren aufgenommen. Mit über 850 untersuchten Fahrzeugen bietet die Statistik eine fundierte Grundlage für die Bewertung der aktuellen Sicherheitslage im Automobilsektor.

Anzeige

Wer sich mit der Absicherung von moderner Technik befasst, sollte auch die Risiken neuer Gesetze und Cyberbedrohungen im Blick behalten. Dieses Gratis-E-Book enthüllt, wie Sie Sicherheitslücken schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen erfüllen. IT-Sicherheit stärken ohne teure Investitionen

Die Tatsache, dass im Jahr 2026 weiterhin fast jedes zweite Fahrzeug ohne physischen Schlüssel unrechtmäßig geöffnet werden kann, deutet auf ein systemisches Versäumnis in der Industrie hin.

Der Umstand, dass bei einem Drittel der Fahrzeuge sogar der Motorstart ohne Originalschlüssel möglich ist, stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Fahrzeugbesitzer dar und unterstreicht die Notwendigkeit für verbesserte Verschlüsselungstechnologien oder alternative Sicherungsmethoden bei schlüssellosen Zugangssystemen.