Fairphone Fairbuds 2: Akkutausch in Ohrhörern und Ladecase selbst möglich

Die neuen In-Ears bieten selbst wechselbare Akkus, bis zu 40 Stunden Laufzeit mit Ladecase und kosten 119 Euro.

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Fairphone hat mit den Fairbuds 2 die zweite Generation seiner kabellosen In-Ear-Kopfhörer in Europa auf den Markt gebracht. Das Modell zeichnet sich durch einen vollständig modularen Aufbau aus: Nutzer können die Akkus in beiden einzelnen Ohrhörern sowie im Ladecase eigenständig austauschen.

Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um die bislang einzigen True-Wireless-Kopfhörer auf dem Markt, die diese Möglichkeit bei Hörer und Ladeetui gleichermaßen bieten.

Modulare Konstruktion und vorweggenommene EU-Vorgaben

Die Konstruktion der Fairbuds 2 verzichtet komplett auf Klebstoffe, sodass bis zu sieben Einzelteile selbst ersetzt werden können. Neben den Akkus für Ohrhörer und Ladecase umfasst dies auch das Gehäuse des Ladeetuis. Zudem lassen sich die Ohrhörer bei Verlust separat nachbestellen.

Ein selbst vorgenommener Akkutausch wird als reguläre Reparatur eingestuft und beeinträchtigt nicht den Garantieanspruch. Fairphone gewährt bis zu drei Jahre Garantie auf Herstellungsfehler, schließt Schäden durch Fremdverschulden jedoch aus. Die Preise für einzelne Ersatzteile wurden noch nicht beziffert.

Mit dem reparaturfreundlichen Konzept erfüllt Fairphone bereits vorzeitig die Vorgaben der EU-Batterieverordnung, die ab Februar 2027 nutzerwechselbare Akkus in tragbaren Elektrogeräten vorschreibt.

Auch bei den Materialien setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit: Laut Hersteller sind die Fairbuds 2 die weltweit ersten Kopfhörer mit einem vollständig PFAS-freien Äußeren. Der Anteil fairer oder recycelter Materialien liegt bei 48,6 Prozent, darunter 75 Prozent Post-Consumer-Recycling-Kunststoffe (PCR) und zu 100 Prozent recycelte Seltene Erden in den Magneten.

Der Gesamtanteil an recyceltem Plastik beträgt über 70 Prozent. Für Rohstoffe wie Kobalt, Kupfer, Gold und Silber nutzt das Unternehmen entsprechende Mineralkredite und stuft das Gerät als e-waste-neutral ein.

Klangtechnik, Bluetooth 6.0 und Akkulaufzeit

Für die Klangwiedergabe nutzen die Fairbuds 2 einen 11mm-Biozellulose-Treiber, der in Zusammenarbeit mit der Rotterdamer Agentur Form Follows Frequency abgestimmt wurde. Die Klangeinstellungen lassen sich über einen Equalizer in der zugehörigen App anpassen.

Erstmals verbaut Fairphone in einem In-Ear-Modell den hochauflösenden LDAC-Codec, der Übertragungsraten von bis zu 990 kbps ermöglicht, was der dreifachen Datenrate herkömmlicher Bluetooth-Verbindungen entspricht. Zu beachten ist dabei, dass iPhones den LDAC-Standard nicht unterstützen. Zudem werden die Codecs SBC, AAC und LC3 unterstützt.

Die Kopfhörer verfügen über hybrides Active Noise Cancelling (ANC) mit einer Geräuschunterdrückung von bis zu 45dB, einen Transparenzmodus sowie ein Array aus insgesamt sechs Mikrofonen – drei je Ohrhörer. Sie sind nach IP54 zertifiziert und nutzen den aktuellen Standard Bluetooth 6.0 inklusive Google Fast Pair sowie Multipoint für die Kopplung mit bis zu sechs Geräten, von denen zwei gleichzeitig aktiv verbunden sein können.

Trotz einer Verkleinerung der Hörer um 37 Prozent und des Gehäuses um 32 Prozent gegenüber der ersten Generation stieg die Akkulaufzeit. Pro Ladung halten die 5,8 Gramm leichten Hörer bis zu acht Stunden ohne ANC und sechs Stunden mit aktivierter Rauschunterdrückung durch.

Mit dem 64 Gramm schweren Ladecase beläuft sich die Gesamtlaufzeit auf bis zu 40 Stunden, verglichen mit 26 Stunden beim Vorgänger. Eine zehnminütige Schnellladung liefert Energie für mehr als zwei Stunden Musikwiedergabe.

Preisgestaltung, Verfügbarkeit und erste Testeindrücke

In den Ländern der Eurozone sind die Fairbuds 2 in den Farbvarianten Horizon Black und Forest Green zu einem Preis von 119 Euro erhältlich; in Schweden liegt der Preis bei 1.490 SEK. Damit ist das Nachfolgemodell rund 20 Prozent günstiger als die im Jahr 2024 eingeführten Fairbuds 1, die 149 Euro kosteten.

Der Vorgänger wurde aus dem EU-Onlineshop genommen, Fairphone sichert jedoch Ersatzteile und technischen Support bis mindestens Ende 2030 zu. Ein US-Verkaufsstart und ein offizieller US-Preis sind gegenwärtig unbestätigt, wenngleich in Berichten bereits ein Betrag von 119 US-Dollar und ein Starttermin am 2. November kursierten.

Erste Testberichte bescheinigen den Fairbuds 2 eine spürbare klangliche Weiterentwicklung im Vergleich zur ersten Generation, wenngleich manche Wettbewerber im gleichen Preissegment ein volleres Klangbild liefern.

Kritikpunkte betreffen die als matt wahrgenommene Rauschunterdrückung, eher geringe klangliche Differenzen zwischen den Audiomodi sowie die Tatsache, dass die Hörer vergleichsweise weit aus dem Ohr hervorstehen. Zudem bietet die IP54-Schutzklasse bei starkem Regen nur bedingt Schutz.