Sicherheitsbehörden schlagen Alarm wegen einer Angriffsmethode, bei der Kriminelle über den Nachrichtendienst WhatsApp gefälschte Bankbenachrichtigungen versenden.
Der Polizeipräsident von Hyderabad, V C Sajjanar, veröffentlichte am 12. Oktober 2026 auf der Plattform X eine eindringliche Warnung vor der Vorgehensweise. Dabei soll bereits eine kurze Rückmeldung auf eine fingierte Abbuchungsmeldung genügen, um Schadsoftware auszulösen und Unbefugten den Zugriff auf Bankkonten zu ermöglichen.
Die Masche mit der Antwortaufforderung
Die Täter agieren nach einem strukturierten Muster. Nutzer erhalten von unbekannten oder internationalen Rufnummern WhatsApp-Nachrichten, in denen behauptet wird, dass ein Geldbetrag von ihrem Bankkonto abgebucht worden sei. Eine unmittelbare Folgenachricht fordert die Betroffenen dazu auf, mit dem Wort „NO“ zu antworten, falls die Transaktion nicht von ihnen autorisiert worden sei.
Nach Angaben von Sajjanar vom 12. Oktober 2026 würden beim Absenden der Antwort im Hintergrund versteckte Malware-Skripte im Rahmen eines automatischen Dateiangriffs aktiviert.
Cyberkriminelle könnten dadurch innerhalb von Sekunden die vollständige Kontrolle über das Smartphone übernehmen und verbundene Konten leeren. Dies geschehe angeblich, ohne dass Nutzer einen Link anklicken oder ein Einmalpasswort teilen müssten. Gleichzeitig stellte der Polizeipräsident klar, dass keine legitime Bank Bestätigungen dieser Art über WhatsApp verlange.
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Technische Unklarheiten und dokumentierte Schadensfälle
Die Warnung wirft in der IT-Sicherheitsbranche allerdings Fragen auf. Fachleute weisen darauf hin, dass der genaue technische Mechanismus fallabhängig bleibe. Die konkrete Behauptung, dass bereits das bloße Absenden einer standardisierten Textantwort schädliche Skripte auf dem Endgerät ausführen könne, ist bisher nicht unabhängig verifiziert.
Ungeachtet der technischen Details sind bereits erhebliche finanzielle Schäden entstanden. Laut Sajjanar verlor ein Wirtschaftsprüfer durch die Masche Geldbeträge in Höhe von lakhs of rupees. In einem bekannt gewordenen Fall meldete ein Wirtschaftsprüfer aus Lucknow einen Gesamtverlust von Rs. 1,70 lakh von zwei Bankkonten.
Der Betroffene hatte auf eine fingierte Benachrichtigung über eine angebliche Transaktion von Rs. 90.000 mit „NO“ geantwortet und nach eigenen Angaben weder Links geöffnet noch Einmalpasswörter weitergegeben.
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Schutzmaßnahmen und Verhalten im Verdachtsfall
Um sich vor finanziellen Verlusten zu schützen, raten Ermittler zu strikter Vorsicht beim Empfang unaufgeforderter Nachrichten. Sajjanar empfiehlt Empfängern, weder mit „YES“ noch mit „NO“ auf solche Benachrichtigungen zu reagieren. Stattdessen sollten verdächtige Absender unverzüglich blockiert und die jeweiligen Chatverläufe gelöscht werden.
Kontostände und angebliche Buchungen sollten ausschließlich über die offizielle Banking-App oder das reguläre Netbanking überprüft werden. Zudem sei bei Kontaktaufnahmen stets auf verifizierte Kundendienstnummern der Banken zurückzugreifen. Vertrauliche Sicherheitsdaten wie Passwörter, PINs oder Einmalpasswörter dürfen unter keinen Umständen weitergegeben werden.
Kommt es dennoch zu einem Betrugsfall, sei schnelles Handeln entscheidend. Betroffene sollten sich unverzüglich an die Cybercrime-Helpline unter der Rufnummer 1930 wenden oder den Vorfall über das Portal cybercrime.gov.in melden. Eine Meldung innerhalb der ersten Stunde nach dem Angriff könne es den Behörden ermöglichen, betroffene Konten rechtzeitig einzufrieren und Schäden zu begrenzen.

