Fake-Steuerbescheid: BSI warnt vor ELSTER-Phishing bis 31. August

Gefälschte Bank-, WhatsApp- und Behördennachrichten zielen auf Daten und Geld. Polizei und BSI raten zu besonderer Vorsicht.

Behörden und Unternehmen warnen aktuell verstärkt vor einer neuen Welle von SMS-Betrugsversuchen. Kriminelle nutzen dabei verschiedene Vorwände wie dringende Datenaktualisierungen oder das baldige Ablaufen von Bonuspunkten, um Nutzer auf manipulierte Phishing-Webseiten zu locken. Ziel dieser Angriffe ist der Diebstahl sensibler Zugangsdaten und die anschließende Plünderung von Bankkonten.

Massive Schäden durch gefälschte Bank-Nachrichten

Ein aktueller Fall aus Bielefeld verdeutlicht die Gefahr dieser Masche. Wie die dortige Polizei berichtet, erhielt ein 45-jähriger Mann Mitte August eine Kurznachricht, die scheinbar von einer Direktbank stammte. In der Annahme, es handele sich um eine offizielle Mitteilung, gab der Betroffene sensible Daten sowie eine Einmal-PIN auf der verlinkten Seite ein.

Erst rund zwei Wochen später bemerkte das Opfer, dass unbefugte Überweisungen von seinem Konto getätigt worden waren. Die Ermittler warnen in diesem Zusammenhang explizit vor Kurznachrichten, die angeblich von Bankmitarbeitern stammen und zur Preisgabe von Sicherheitsmerkmalen auffordern.

Dass Sicherheitssysteme der Finanzinstitute Schlimmeres verhindern können, zeigt ein Vorfall bei einem Paar aus Heraklion. Nach der Buchung einer Unterkunft in Paris über eine bekannte Online-Plattform erhielten die Reisenden eine SMS mit einem Link zur Bestätigung.

In diesem Fall erkannte die Bank den Betrugsversuch jedoch rechtzeitig und sperrte die Kreditkarte, bevor ein finanzieller Schaden entstehen konnte. Die Reiseplattform erstattete zudem die entstandenen Kosten.

Betrugsmaschen bei Messenger-Diensten und Behörden

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Neben dem Bankensektor ist derzeit auch der Messenger-Dienst WhatsApp im Visier der Betrüger. Die Verbraucherzentrale berichtet von einer Phishing-Welle, bei der Nutzer per E-Mail kontaktiert werden. Mit dem Betreff „Achtung: Ihr WhatsApp-Konto wird ohne Bestätigung deaktiviert“ wird ein Zeitdruck von lediglich 24 Stunden aufgebaut.

Nutzer werden aufgefordert, einen Link anzuklicken, um die Kontoschließung zu verhindern. Experten raten dringend dazu, solche Nachrichten nicht zu öffnen, den Spam-Ordner zu prüfen und die Mails an die zuständigen Stellen der Verbraucherzentrale weiterzuleiten.

Parallel dazu kursieren gefälschte Benachrichtigungen, die sich als Mitteilung des Finanzamtes ausgeben. Unter dem Titel „Ihr Steuerbescheid 2025 – Erstattung bestätigt“ wird den Empfängern eine Steuerrückzahlung versprochen. Um diese zu erhalten, sollen auf einer täuschend echt nachgeahmten ELSTER-Seite Kreditkartendaten bestätigt werden.

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Hierbei wird eine Frist bis zum 31. August 2026 gesetzt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt hierzu klar, dass keine staatliche Behörde jemals Zugangsdaten oder sensible Informationen per E-Mail anfordert.

Psychologischer Druck am Telefon und Abofallen

Zusätzlich zum digitalen Betrug beobachten Sicherheitsorgane eine Zunahme von Einschüchterungsversuchen am Telefon. Ein 18-jähriger Mann wurde von einer Frankfurter Rufnummer kontaktiert und so unter Druck gesetzt, dass er einem Abonnement für Glücksspiel mit einer Laufzeit von 12 Monaten zustimmte. Erst nach der Übermittlung seiner Bankdaten wurde sein Konto gesperrt, um weiteren Schaden abzuwenden.

Auch Senioren bleiben weiterhin eine bevorzugte Zielgruppe. In Mannheim gab sich ein Unbekannter gegenüber einer Frau als Kriminalbeamter aus und behauptete, es habe einen Raubüberfall gegeben. Die Seniorin wurde dazu bewegt, Bargeld in einem Umschlag an einen Abholer zu übergeben.

Der Täter wird als 20 bis 25 Jahre alt und etwa 165 cm groß beschrieben. In einem weiteren Fall wurde eine 82-jährige Rentnerin aus Sachsen durch einen Telefonanruf eines angeblichen Mitarbeiters der Firma R.Kaniss zum Kauf von Toilettenpapier überredet.

Für 48 Rollen Toilettenpapier und 40 Küchenrollen wurde ein Gesamtpreis von 260,94 Euro berechnet, was einem Stückpreis von 2,64 Euro pro Rolle entspricht. Trotz eines erklärten Widerrufs folgten Mahnungen seitens des Unternehmens.

Die Polizei und Verbraucherschutzverbände raten generell dazu, bei unangeforderten Kontaktaufnahmen per SMS, Mail oder Telefon skeptisch zu bleiben und niemals unter Zeitdruck persönliche Daten oder finanzielle Informationen preiszugeben.