Fanatec Podium DD: Neuer Flagship-Motor und Premium-Pedale starten durch

Fanatec lanciert unter dem Dach von Corsair sein neues Top-Motor-Flaggschiff Podium DD und hochwertige Pedale. Die Hardware setzt neue Maßstäbe und profitiert von verbesserter Logistik.

Der Sim-Racing-Hardware-Hersteller Fanatec startet mit einem Paukenschlag ins neue Jahr. Unter dem Dach des neuen Mutterkonzerns Corsair bringt das Unternehmen seinen lang erwarteten Top-Motor Fanatec Podium DD und die brandneuen Podium Pedals auf den Markt. Die Produkte sollen den High-End-Markt für Direktantriebe aufmischen.

Nach einer spektakulären Präsentation auf der CES 2026 in Las Vegas steht der Startschuss nun unmittelbar bevor. Die technischen Daten sind fix, der Verkaufsstart für Januar geplant. Für die deutsche Marke ist es der erste große Flaggschiff-Release seit der turbulenten Übernahme durch Corsair 2024 – und ein klares Statement zur Rückkehr an die Spitze.

Podium DD: Der neue König im Ökosystem

Der Podium DD tritt die Nachfolge der in die Jahre gekommenen DD1- und DD2-Motoren an. Fanatec hat die interne Architektur komplett überarbeitet. Statt des alten Outrunner-Motors kommt ein neuer, speziell entwickelter Servomotor zum Einsatz.

Die auf der CES bestätigten Kerndaten sind beeindruckend:
* Drehmoment: Ein konstantes Haltemoment von 25 Nm mit einer Spitzenleistung von 33 Nm. Damit übertrifft er den ClubSport DD+ (15 Nm) deutlich und zielt direkt auf Konkurrenten wie Simucube.
* FullForce-Technologie: Das proprietäre Force-Feedback-Protokoll überträgt hochfrequente Vibrationen wie Motordrehzahl und Straßenbeschaffenheit mit minimaler Latenz.
* Thermomanagement: Ein Gehäuse aus Aluminium mit optimierter aktiver Kühlung soll Leistungseinbrüche bei langen Rennen verhindern – ein Problem früherer Generationen.
* Kompaktes Design: Der Motor ist deutlich kleiner als seine Vorgänger und bietet eine abnehmbare 10-cm-Verlängerung für die Monitor-Montage.

Beobachter sehen in dem effizienteren Design einen klaren Einfluss von Corsair. Das US-Unternehmen bringt offenbar seine Expertise in Lieferketten und Fertigung ein.

Podium Pedals: Die Revolution aus Schmiedealuminium

Die größere Überraschung für die Community sind wohl die Podium Pedals. Nach Jahren des Wartens steigt Fanatec damit in den Ultra-Premium-Markt für Load-Cell-Pedale ein und stellt sich Konkurrenten wie Heusinkveld.

Das Herzstück ist das Bremspedal aus Schmiedealuminium. Dieses Herstellungsverfahren soll eine bisher unerreichte Steifigkeit bieten. Der verbauten 200-kg-Lastzelle sind bis zu 150 kg tatsächliche Pedalkraft zugeführt.

Einzigartig ist das Elastomer Compression Control System (ECCS). Dieser patentierten Mechanik verhindert eine Überkomprimierung der Dämpfungselemente und sorgt so für ein konsistentes Gefühl und lange Haltbarkeit. Alle Einstellungen sind werkzeugfrei möglich. Neben einer 3-Pedal-GT-Variante wird auch eine 2-Pedal-„Formula“-Version mit Carbonfaser-Auflageflächen angeboten.

Der Corsair-Effekt: Logistik und Garantie

Der Launch ist ein entscheidender Test für Corsair. Der Konzern hatte die Fanatec-Mutter Endor AG Ende 2024 übernommen. Auf der CES betonten Manager, die Integration sei nun abgeschlossen. Fanatec-Produkte profitieren jetzt vom globalen Logistiknetzwerk des neuen Eigentümers.

Für Kunden bedeutet das: kürzere Lieferzeiten und bessere Verfügbarkeit – historische Schwachpunkte der Marke. Die neuen Podium-Produkte werden zudem mit einer dreijährigen weltweiten Garantie ausgestattet. Das übertrifft die in der EU typischen zwei Jahre deutlich.

„Die Integration in die Corsair-Familie hat uns die Grundlage gegeben, wieder Grenzen zu verschieben“, so ein Fanatec-Vertreter. „Der Podium DD ist nicht nur ein Update. Es ist eine Ansage, dass wir zurück an der Spitze sind.“

Preise und Positionierung am Markt

Die finalen Verkaufspreise stehen noch nicht fest. Marktbeobachter und Leaks lassen jedoch eine enge Preisspanne erwarten.

Da der ClubSport DD+ bei etwa 1.000 Euro liegt, wird der Podium DD voraussichtlich zwischen 1.500 und 1.700 Euro kosten. Damit positioniert er sich direkt gegen den Simucube 2 Pro – bietet aber den Vorteil des nahtlosen Fanatec-Ökosystems für bestehende Lenkradbesitzer.

Für die Podium Pedals werden je nach Konfiguration zwischen 700 und 1.000 Euro erwartet. Dieser Preis spiegelt die hochwertigen Materialien und den Schritt in professionelle Load-Cell-Technologie wider.

Ausblick: Ein heißer Start ins Sim-Racing-Jahr

Der Release des Podium DD im Januar 2026 setzt die Latte für das Sim-Racing-Jahr hoch. Mit Moza Racing und Asetek im Rücken ist der Wettbewerb um das Budget der Enthusiasten härter denn je.

Für Fanatec hängt der Erfolg nun an der Umsetzung. Die Hardware-Daten sind überzeugend. Die Community wird jedoch genau auf Software-Stabilität und Lieferzuverlässigkeit achten. Wenn Corsairs Logistik hält, was sie verspricht, könnte der Podium DD schnell wieder zum „Standard-Flaggschiff“ für Sim-Racer weltweit werden.

Die offiziellen Vorbestellungen auf der Fanatec-Website sollen in den kommenden Tagen starten. Die ersten Auslieferungen sind für Ende Januar bis Anfang Februar geplant.