Faraday Future setzt auf Roboter und neue Vertriebspartner

Faraday Future kündigt für den 4. Februar den Markteintritt mit einem hybriden Händlermodell und speziellen Robotern für den Autohandel an. Ziel ist die Eroberung des deutschen und europäischen Marktes.

Der US-Elektroautohersteller Faraday Future wagt einen doppelten Strategiewechsel: Mit einem neuen Roboter und einem hybriden Vertriebsmodell will das Unternehmen den deutschen und europäischen Markt erobern. Die offizielle Vorstellung erfolgt am 4. Februar auf der großen Autohändlermesse NADA in Las Vegas.

In einer internen Mitteilung kündigte Firmengründer Yueting Jia den Auftritt an. Faraday Future wird damit als erster großer US-Elektroauto-Startup auf der traditionellen Händlermesse vertreten sein. Das ist ungewöhnlich, denn die Branche setzte bislang oft auf Direktvertrieb. Statt die Händler zu umgehen, will das kalifornische Unternehmen sie mit seinem „FF/FX Par“-Modell einbinden und aufwerten.

Zugleich steigt Faraday Future in das Geschäft mit „Embodied AI“-Robotern (EAI) ein. Als erster Autohersteller weltweit will das Unternehmen solche Roboter speziell für Autohändler anbieten. Diese Doppelstrategie aus neuem Vertrieb und Robotik soll die Marktposition neu definieren und nachhaltige Einnahmequellen schaffen.

FX Par: Ein hybrides Vertriebsmodell für Händler

Das neue „FX Par“-Modell ist eine Antwort auf die Schwächen klassischer Vertriebswege. Das traditionelle Händlergeschäft mit einmaligen Autoverkäufen biete kaum laufende Einnahmen aus der Nutzungsphase der Fahrzeuge, so die Firmenanalyse. Der Direktvertrieb hingegen sei teuer und expandiere nur langsam.

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Das FX-Par-System will die Vorteile beider Welten vereinen. Es verspricht Händlern den Wechsel von einer einzigen Einnahmequelle zu einem dreiteiligen Ansatz: „Fahrzeugverkauf + Nutzerbetreuung + Ökosystem-Betrieb“. Partner sollen so bei geringerem Investitionsrisiko höhere Gewinne erzielen können.

Ein Kernpunkt ist eine Kapitalbeteiligung. Händlerpartner können zu Aktionären des Herstellers (OEM) werden. Damit wandelt sich ihre Rolle vom reinen Verkäufer zum Mitgestalter, der am langfristigen Unternehmenswert partizipiert. Die Anwerbung dieser Partner ist ein zentrales Ziel des Events am 4. Februar.

EAI-Roboter für den Autohandel

Der zweite Pfeiler der Ankündigung ist der Markteintritt in das EAI-Robotergeschäft. Der Verkaufsstart ist für dieses Jahr geplant. Die Entscheidung, diese Produkte auf einer Autohändlermesse zu lancieren, unterstreicht die Strategie: Die Roboter sollen direkt das Autokauf- und Besitzerlebnis verbessern.

Die EAI-Roboter sind dafür konzipiert, die Kundenbetreuung im Showroom zu unterstützen. Sie sollen die User Experience steigern, die Interaktion verbessern und so die Verkaufsrate erhöhen. Faraday Future sieht in der Robotik-Sparte zudem ein bedeutendes Wachstumsgeschäft für seine Händlerpartner.

Der Schritt in die Robotik wird durch Markttrends getrieben, darunter hohe Personalkosten und der rasante Fortschritt bei KI-Technologien. Das Unternehmen will seine globale Lieferkette nutzen, um leistungsstarke Roboter anzubieten. Die Vision ist eine synergetische „Zwei-Motoren-Strategie“, bei der EAI-Fahrzeuge und EAI-Roboter in Forschung, Produktion und Vertrieb zusammenwirken.

Strategische Weichenstellung in schwierigem Marktumfeld

Die doppelte Ankündigung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für Faraday Future und die gesamte E-Auto-Branche. Der Gang zu den traditionellen Händlern auf der NADA unterscheidet das Unternehmen von vielen Wettbewerbern. Diese Strategie könnte die Marktdurchdringung beschleunigen, indem etablierte Vertriebs- und Servicenetze genutzt werden – ein großer Vorteil gegenüber reinen Direktvertreibern.

Die Integration von EAI-Robotik ist ein vorausschauender Zug. Sie antizipiert die zunehmende Verschmelzung von Mobilität, KI und Automatisierung. Mit einem Ökosystem, das über das Fahrzeug hinausreicht, will Faraday Future langfristigen Wert und wiederkehrende Einnahmen schaffen. Dies passt zur übergeordneten „EAI + Crypto“-Strategie, die Fahrzeuge und Roboter mit Web3-Plattformen verbinden will.

Die Technologie präsentiert das Unternehmen auch international. Kürzlich wurde die Teilnahme an der Luftfahrtmesse UMEX 2026 in Abu Dhabi bestätigt, wo der FF 91 und EAI-Roboterlösungen gezeigt werden.

Der große Auftritt am 4. Februar

Die offizielle Launch-Veranstaltung am 4. Februar 2026 im Las Vegas Convention Center wird ein entscheidender Moment. Geplant sind die Enthüllung mehrerer EAI-Robotermodelle, die Bekanntgabe der Preise und der offizielle Verkaufsstart der ersten Robotik-Produkte.

Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, ob das Unternehmen traditionelle Autohändler von seinem Mitgestalter-Modell überzeugen kann. Das Versprechen höherer Gewinne und einer OEM-Beteiligung ist verlockend. Die Umsetzung wird jedoch genau beobachtet werden.

Die Branche wird verfolgen, ob dieser unkonventionelle Mix aus Robotik, Hybrid-Vertrieb und E-Auto-Technologie in einem hart umkämpften Markt einen nachhaltigen Weg eröffnen kann. Für deutsche Händler und Investoren könnte das Modell eine interessante Alternative zu den etablierten Vertriebswegen von Herstellern wie Volkswagen oder Mercedes-Benz darstellen.

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