Ein US-Startup stellt mit „Sprout“ einen humanoiden Roboter für den Service- und Unterhaltungssektor vor – und gewinnt mit Disney und Boston Dynamics zwei prominente Erstkunden.
Während die Robotik-Branche auf schwere Industrieautomaten setzt, geht das Startup Fauna einen anderen Weg. Das Unternehmen aus New York hat sich aus der Deckung gewagt und präsentiert „Sprout“: einen knapp 1,10 Meter großen, menschenähnlichen Roboter, der für den direkten Kontakt mit Menschen designed ist. Für 50.000 Euro soll er künftig in Hotels, im Einzelhandel oder in Freizeitparks zum Einsatz kommen. Die frühe Unterstützung von Entertainment-Gigant Disney und Robotik-Pionier Boston Dynamics verleiht dem ungewöhnlichen Ansatz sofort Gewicht.
Ein neuer Nischenmarkt für menschenzentrierte Roboter
Fauna, gegründet von Ex-Ingenieuren von Meta und Google, positioniert Sprout bewusst abseits der Fabrikhallen. Der Roboter mit weicher Polsterung und ausdrucksstarken mechanischen Augenbrauen soll freundlich und sicher wirken. Sein Ziel sind Service-Aufgaben und interaktive Erlebnisse. Während Konkurrenten wie Tesla mit „Optimus“ oder Startups wie Figure AI auf Logistik und Produktion fokussiert sind, setzt Fauna auf die Dienstleistungs- und Kreativbranche.
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„Wir wollen eine Industrie für zugängliche Robotik schaffen“, so die Vision des Unternehmens. Die Inspiration komme von freundlichen Film-Droiden, nicht von bedrohlichen Maschinen. Kann dieser Ansatz den Markt aufmischen?
Disney testet Charaktere, Boston Dynamics forscht an Formfaktoren
Die Partnerschaften mit den ersten Großkunden geben tiefe Einblicke in die mögliche Zukunft von Sprout. Disney erforscht, wie der Roboter die Entwicklung neuer charakterspezifischer Erlebnisse in seinen Parks beschleunigen kann. Seine interaktive und einladende Gestalt macht ihn ideal für den direkten Gastkontakt – eine Domäne, für die klassische Industrieroboter ungeeignet sind.
Boston Dynamics, bekannt für hochmobile Roboter wie Atlas und Spot, nutzt Sprout hingegen für Forschungszwecke. Das Unternehmen will das Potenzial anderer humanoider Formen in Alltagsumgebungen jenseits von Fabriken erkunden. „Die Sprout-Plattform erlaubt es uns, eine Zukunft zu entwerfen, in der solche Roboter in Wohnungen willkommen geheißen werden“, sagt Marc Theermann, Chief Strategy Officer bei Boston Dynamics.
Leichtbau für Sicherheit, Software für Kreativität
Technisch ist Sprout von Grund auf für die Sicherheit in menschlicher Umgebung konstruiert. Leichtbauweise und eine proprietäre Balance-Wiederherstellungstechnologie sollen zuverlässigen Betrieb gewährleisten. Mitgeliefert wird eine Software-Bibliothek mit Grundfunktionen wie Umgebungsscanning, autonomer Navigation und Anbindung an große Sprachmodelle für Kommunikation.
Die Stärke liegt nicht im Heben schwerer Lasten, sondern in einfachen, interaktiven Aufgaben. In Demonstrationen führte Sprout bereits Tänze auf, griff nach kleinen Objekten wie Teddybären und navigierte agil durch Büros. „Wir bieten Entwicklern eine Leinwand“, erklärt die Führung um CEO Rob Cochran und CTO Josh Merel. Der Roboter sei eine Plattform, um Anwendungen für verkörperte Intelligenz zu schaffen, ohne die Hardware selbst bauen zu müssen.
Ökosystem-Strategie gegen den Industriestrom
Mit der Veröffentlichung der „Creator Edition“ verfolgt Fauna eine klare Ökosystem-Strategie. Neben Disney und Boston Dynamics haben auch Forschungseinrichtungen wie die New York University und die UC San Diego erste Einheiten erhalten. Analysten sehen darin das Potenzial, völlig neue Fronten im Humanoid-Markt zu eröffnen: weg von reiner Effizienzsteigerung, hin zu menschlicher Erfahrung und Interaktion.
Die Zukunft des Projekts hängt nun maßgeblich von den Anwendungen ab, die die frühen Nutzer entwickeln. Die Arbeit von Disney wird als Gradmesser für das Unterhaltungspotential gelten, die von Boston Dynamics für die Forschungsrichtung. Gelingt es Fauna, eine lebendige Entwickler-Community aufzubauen und überzeugende Geschäftsfälle im Service-Sektor zu demonstrieren, könnte Sprout tatsächlich den Weg für Humanoiden ebnen, die Teil des öffentlichen Lebens werden – und nicht in geschlossenen Industrieanlagen verschwinden.
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