Ein Konsortium aus FedEx und Advent International will den europäischen Paketkasten-Pionier InPost privatisieren. Die milliardenschwere Übernahme soll den Ausbau kontaktloser Liefernetze beschleunigen.
Amsterdam/Warschau – Der Wettlauf um die letzte Meile in Europas Logistikmarkt nimmt eine historische Wende: Der US-Logistikkonzern FedEx und die Private-Equity-Gesellschaft Advent International haben eine Übernahme-Vereinbarung mit InPost getroffen. Für den führenden Betreiber automatisierter Paketstationen in Europa sind rund 7,8 Milliarden Euro fällig. Das Konsortium, zu dem auch der tschechische Investor PPF und der InPost-Gründer Rafał Brzoska gehören, bietet 15,60 Euro je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 17 Prozent zum letzten Börsenkurs.
Die Transaktion, die im zweiten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden soll, wird InPost knapp fünf Jahre nach seinem Börsengang wieder in Privatbesitz bringen. Für FedEx markiert der Deal einen strategischen Pivot hin zu automatisierten, außerhäuslichen Lieferlösungen – einem Segment, das durch den E-Commerce-Boom rasant wächst.
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Strategische Aufteilung und operative Unabhängigkeit
Nach Abschluss der Transaktion halten FedEx und Advent International jeweils 37 Prozent der Anteile. Gründer und CEO Rafał Brzoska behält über seine Investmentgesellschaft A&R 16 Prozent, die PPF Group 10 Prozent. Diese Aufteilung soll strategische Ausrichtung und operative Kontinuität sichern.
„Die Partnerschaft mit FedEx und Advent gibt uns die Stabilität und Ressourcen, um die Marktchancen voll auszuschöpfen“, so Brzoska. Das Managementteam bleibt an der Spitze des Unternehmens, das weiterhin als eigenständige Einheit mit Hauptsitz in Polen operieren wird. Der Schritt in die Privatheit soll InPost ermöglichen, sich auf langfristiges Wachstum zu konzentrieren – ohne den Druck quartalsweiser Berichtspflichten.
FedEx greift nach Europas Paketkasten-Netz
Für FedEx geht es um mehr als eine Finanzbeteiligung. Der Konzern erhält direkten Zugriff auf ein dichtes Netzwerk von über 61.000 automatisierten Paketstationen und tausenden Abholpunkten in neun Ländern. Schlüsselmärkte wie Großbritannien, Frankreich und Italien sind damit abgedeckt.
Die erwarteten Synergien sind beträchtlich. Zwar werden FedEx und InPost offiziell als unabhängige Wettbewerber auftreten, doch sind kommerzielle Vereinbarungen geplant. FedEx könnte so das InPost-Netz für die letzte Meile nutzen – eine Effizienzsteigerung, die die hohen Kosten der Haustürzustellung senken würde.
„Der Deal validiert das Automationsmodell als kritische Komponente künftiger Logistik-Infrastruktur“, analysieren Branchenexperten. In einer Zeit strengerer Umweltauflagen in europäischen Städten gewinnen Paketstationen, die durch gebündelte Lieferungen CO₂-Emissionen reduzieren, massiv an Wert.
Expansion unter neuem Dach
Die Übernahme kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. InPost expandiert aggressiv über seinen Heimatmarkt Polen hinaus. 2025 übernahm das Unternehmen den britischen Zusteller Yodel, um in Europas größtem E-Commerce-Markt Fuß zu fassen.
Trotz dieser Initiativen hatte der Börsenkurs nicht an die Höchststände nach dem IPO 2021 anknüpfen können. Investoren sorgten sich um den kapitalintensiven internationalen Ausbau. Das Konsortium will nun genau diesen beschleunigen – mit Fokus auf Frankreich, Spanien, Portugal, die Benelux-Region und Großbritannien.
Die Marktreaktion fiel positiv aus: Die InPost-Aktie sprang am Montag um etwa 14 Prozent und näherte sich dem Angebotspreis. Die Erste Group bewertet das Angebot als „moderat attraktiv“. Allerdings liegt der Preis unter dem IPO-Preis von 16 Euro aus dem Jahr 2021 – ein Punkt, den einige Marktbeobachter kritisch anmerken.
Wettbewerb unter Druck
Die Transaktion unterliegt noch den üblichen regulatorischen Genehmigungen, einschließlich kartellrechtlicher Freigaben in mehreren Rechtsgebieten. Bis zur Finalisierung laufen die Geschäfte bei InPost unverändert weiter.
Für den gesamten Logistiksektor sendet der Deal ein klares Signal: Traditionelle Zusteller integrieren zunehmend automatisierte Lösungen für die letzte Meile, um Margen und Nachhaltigkeit zu verbessern. Mit FedEx als jetzt tief investiertem Player dürfte der Druck auf Wettbewerber wie DHL und UPS steigen, ihre eigenen Out-of-Home-Kapazitäten auszubauen. Weitere Übernahmen im Logistik-Technologie-Sektor im Laufe des Jahres 2026 gelten als wahrscheinlich.
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