Fedora Linux 45: RPM 6.1 prüft Paketsignaturen jetzt standardmäßig

Fedora Linux 45 bringt aktualisierte Desktop- und Entwicklerwerkzeuge sowie strengere Paketprüfung; sieben Spins behalten X.org bei.

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Das von Red Hat geförderte Fedora Project hat am 3. November 2026 die allgemeine Verfügbarkeit von Fedora Linux 45 bekannt gegeben. Die neue Ausgabe der Linux-Distribution erscheint sechs Monate nach Fedora 44 und verzeichnete im Vorfeld zwei jeweils einwöchige Verzögerungen, womit sie rund zwei Wochen verspätet auf den Markt kommt.

Die Veröffentlichung umfasst sechs Haupteditionen: Workstation, KDE Plasma Desktop, Server, Cloud, CoreOS und IoT. Hinzu kommen fünf unveränderliche Desktop-Varianten sowie zwölf sogenannte Spins.

In den Standard-Desktop-Varianten setzt das Projekt vollständig auf Wayland. Die Workstation-Ausgabe nutzt die Desktop-Umgebung GNOME 51, während die KDE-Edition auf Plasma 6.8 basiert. In Plasma 6.8 entfernte das KDE-Team die X11-Sitzungsunterstützung planmäßig, während X11-Anwendungen weiterhin über XWayland lauffähig bleiben.

Ein Antrag auf Rückkehr zur X11-Sitzung wurde vom Fedora Engineering Steering Committee (FESCo) mit einer Ja-Stimme gegen acht Nein-Stimmen bei null Enthaltungen abgelehnt. X11 war im Projekt bereits seit Version 40 als veraltet eingestuft. Sieben Desktop-Spins, darunter Xfce, Cinnamon, MATE, i3, LXQt, LXDE und Sugar, greifen indessen weiterhin auf X.org zurück.

Auch die im April 2026 erschienene Vorgängerversion Fedora 44, die mit Plasma 6.6 ausgeliefert worden war, verlor durch eine Aktualisierung auf Plasma 6.8 die X11-Sitzung. Der Support für Fedora 44 endet am 2. Juni 2027; die letzte Aktualisierung auf Plasma 6.7.7 ist für den 19. Januar 2027 vorgesehen.

Neuerungen auf dem Desktop und Sicherheitsanpassungen

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GNOME 51 bringt Performance- und Anzeigeoptimierungen mit sich. Die Desktop-Umgebung unterstützt keine proprietären Nvidia-Treiber der Version 470 oder älter mehr, wobei Nutzer alternativ auf den freien Treiber nouveau zurückgreifen können. Das veraltete WLAN-Verschlüsselungsprotokoll WEP wird nicht mehr unterstützt, und der GNOME Keyring wurde durch oo7 abgelöst. Als Eingabemethode ist IBus 1.5.35 integriert.

Im Bereich der Systemsicherheit führt Fedora Linux 45 mehrere Änderungen ein. Der Paketmanager RPM 6.1 verifiziert Paketsignaturen nun standardmäßig; für das Einspielen unsignierter Pakete ist ein manueller Override erforderlich.

Das Tracing-System ptrace ist in der Grundeinstellung auf unprivilegierte Benutzer beschränkt. Laut Red Hat werden reguläre Debugging-Abläufe bei der Installation entsprechender Systempakete automatisch wiederhergestellt. Zudem greift der NetworkManager gemäß RFC 8925 standardmäßig auf das Profil IPv6-mostly zurück.

Die Unterstützung für Snap-Plugins wurde entfernt, und die ODBC-Konfiguration erfolgt nun über RPM-Trigger anstelle einer monolithischen Konfigurationsdatei. Die Werkzeuge chpasswd und newusers nutzen fortan das PAM-System.

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Kernel, Toolchain und Systemkomponenten

Fedora Linux 45 wird mit dem Linux-Kernel 7.2 (Version 7.2.15) ausgeliefert, der bereits als End-of-Life eingestuft ist. Auf der Konsole löst der Treiber kmscon die bisherige Implementierung fbcon ab. Im Falle eines Systemabsturzes generiert die Kernel-Panic-Anzeige einen QR-Code, der auf die Projektseite drm-panic.fedoraproject.org verweist.

Entwicklern steht eine aktualisierte Software-Toolchain zur Verfügung. Diese umfasst unter anderem GCC 16.2, binutils 2.47, glibc 2.44, GDB 17.2, LLVM 23, Go 1.27, Python 3.15, Perl 5.44, OpenSSL 4.0, Lua 5.5 und Erlang 27. Die Portierung Asahi 45 für Apple-Silicon-Hardware bietet eine vorläufige Unterstützung für den M3-Prozessor, spart den M3 Ultra jedoch noch aus.

Die installationsseitigen Werkzeuge wurden ebenfalls überarbeitet. Die sogenannten Atomic Desktops setzen standardmäßig auf die webbasierte Oberfläche des Installationsprogramms Anaconda. Dies ermöglicht eine Ferninstallation über HTTPS mittels PIN-Authentifizierung über den Kernel-Parameter inst.webui.remote.password=PIN, zudem lässt sich Cockpit direkt über das Installationsprogramm starten.

Anaconda bindet zudem Stratis in Version 3.9.3 ein, was Funktionen wie Thin Provisioning, Snapshots, Volume-Management und Verschlüsselung auf Basis von Device Mapper, XFS und LUKS direkt in den Installationsprozess integriert; ob dies in sämtlichen Varianten bereitsteht, ist unklar.

Als Mindestanforderung für den Betrieb empfiehlt das Fedora Project einen Quad-Core-Prozessor mit 2 GHz Taktfrequenz, 8 GB Arbeitsspeicher, 20 GB freien Speicherplatz sowie eine Bildschirmauflösung von 1024×768 Bildpunkten.

Ein Upgrade von Fedora 44 ist über den Befehl dnf system-upgrade –releasever=45 möglich. Die reguläre Support-Dauer beträgt pro Veröffentlichung etwa 13 Monate.