Der Absturz kommt trotz florierender Geschäfte.
Die Aktie des Kollaborations-Spezialisten Figma (NYSE: FIG) hat seit dem Börsengang massiv an Wert verloren. Vom zwischenzeitlichen Höchststand von 143 Euro ist das Papier auf etwa 18 Euro abgerutscht. Das entspricht einem Minus von rund 85 Prozent. Am 12. Juni 2026 schloss die Aktie bei 18,54 Euro – ein Jahresverlust von über 50 Prozent gegenüber dem Niveau von 37,35 Euro.
Wachstum auf der einen, Verluste auf der anderen Seite
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Dabei läuft das operative Geschäft alles andere als schlecht. Im ersten Quartal 2026 setzte Figma 334 Millionen Euro um – ein Plus von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der zahlenden Abonnenten stieg um 54 Prozent auf 690.000. Zu den Kunden zählen Größen wie Alphabet, Lufthansa, Uber und Airbnb.
Doch die Kehrseite: Das Unternehmen verbuchte einen Nettoverlust von 142 Millionen Euro. Hauptgrund sind hohe Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen. Für das zweite Quartal stellt das Management einen Umsatz von rund 350 Millionen Euro in Aussicht. Die Kassenlage ist mit 1,6 Milliarden Euro solide, Schulden hat Figma keine.
Insider verkaufen massiv Aktien
Ein alarmierendes Signal für Anleger: Top-Manager stoßen in großem Stil ihre Anteile ab. Am 3. Juni 2026 veräußerte der Finanzvorstand knapp 84.000 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 22,77 Euro. Zuvor hatte der Technologiechef am 19. Mai 2026 ganze 327.046 Papiere zum Preis von 25,07 Euro verkauft. Insgesamt haben Führungskräfte in den letzten drei Monaten Aktien im Wert von 17,15 Millionen Euro abgestoßen. Dennoch halten sie weiterhin 45,2 Prozent der Anteile.
Analysten uneins über die Zukunft
Die Analysten reagieren verhalten. JPMorgan setzt ein Kursziel von 42 Euro, RBC und Piper Sandler sind mit 30 Euro deutlich vorsichtiger. Der durchschnittliche Konsens liegt bei 38,63 Euro – das aktuelle Kursniveau wäre demnach stark unterbewertet. Die meisten Experten raten zum Halten.
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Schwacher IPO-Markt belastet
Figma steht mit seinem Schicksal nicht allein. Der IPO-Markt zeigt sich insgesamt volatil. Zwar startete der Börsengang von SpaceX am 12. Juni 2026 mit einem Kurs von 177 Euro – 30 Prozent über dem Ausgabepreis. Doch andere Neueinsteiger kämpfen: Quantinuum notiert rund acht Prozent unter dem Emissionskurs, BitGo sogar mehr als 40 Prozent darunter.
Eine Studie der 30 größten jüngeren Börsengänge ergibt eine durchschnittliche Rendite von minus 1,4 Prozent seit dem ersten Handelstag. Die hohen Bewertungen vieler Debütanten stoßen bei Anlegern zunehmend auf Skepsis. Die Frage nach der langfristigen Profitabilität steht im Raum – und drückt auf die Kurse.

